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Fußball

21.05.2019

Der FC Mertingen feiert, auf andere wartet die Relegation

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Ein Team, ein großer Traum – den Traum vom Titel hat sich der FC Mertingen nun erfüllt. Ab der neuen Saison spielt das Team in der Bezirksliga. Viele Fans hatten das Team in Wertingen unterstützt.
Bild: Izsó

Während man sich beim FCM schon über Titel und Aufstieg freuen kann, müssen der TSV Rain und der TSV Wolferstadt erst in die Aufstiegsrelegation. Die Teams aus Zirgesheim und Münster haben da aber schwerwiegendere Probleme.

Es war der Beginn einer ausgelassenen Feier bis in die Nacht. Mit dem Abpfiff der Begegnung zwischen dem TSV Wertingen und dem FC Mertingen brachen bei den Gästen alle Dämme. Das 0:0 in Wertingen reichte, um dem FCM die Meisterschaft in der Kreisliga Nord zu sichern. Den Titel hatten sich die Kicker um Spielertrainer Bernhard Schuster hart erkämpft, schließlich blieben die Wertinger dem Spitzenreiter bis zum Schluss auf den Fersen. „Mit 65 Punkten wären wir in den vergangenen Jahren längst Meister gewesen“, sagte nach dem Spiel Abteilungsleiter Manfred Seitz. Für ihn sei der Titelgewinn unbegreiflich, schließlich habe dies vor der Saison niemand geplant gehabt.

Die Freude war deshalb umso größer bei der Mannschaft. Direkt nach dem Schlusspfiff stürmten alle Spieler zusammen und fielen sich in die Arme. „Es ist eine riesen Erleichterung, wir haben schließlich seit einem halben Jahr darauf hingearbeitet“, freute sich Spielertrainer Bernhard Schuster und verriet: „Heute und morgen wird eine große Party werden.“ Trotz der Feierstimmung auf dem Wertinger Platz hatte er noch kurz Zeit für eine kleine Analyse des Finalspiels: „Wertingen ist so gekommen, wie wir es erwartet haben. Aber so eine Mannschaft über 90 Minuten komplett wegzuhalten ist nicht möglich.“ So musste der FCM einige Druckphasen der Hausherren überstehen, bis das nötige Remis unter Dach und Fach war. Stark präsentierte sich dabei die Abwehr und insbesondere Mertingens Keeper Aivaras Brazinskas, der ebenfalls von einem „schweren Spiel“ sprach und der Defensive eine top Leistung attestierte.

Hierzu bemühte Vize-Kapitän Markus Link schmunzelnd die alte Fußball-Weisheit: „Vorne gewinnt man Spiele, hinten aber Meisterschaften.“ Ein riesen Kompliment machte er dem ganzen Team des FC Mertingen, insbesondere aber dem Trainergespann Bernhard Schuster und Mario Kühling. „Sie haben uns immer perfekt motiviert“, betonte er. Seit Jahren gehe es beim FCM stetig bergauf, daran sehe man, dass sich im Verein etwas bewegt.

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Eine Ehre, in der Bezirksliga zu spielen

Nun geht der FC Mertingen in die verdiente Sommerpause, dann dürfen die Blicke so langsam schon Richtung Bezirksliga gehen. „Für die meisten ist es das erste Mal, dass sie in dieser Liga spielen. Es ist eine riesen Ehre für uns“, sagt Link. Trainer Schuster erwartet dann eine „richtig gute Saison“, da alle Aufsteiger stark einzuschätzen sind: „Den Respekt müssen wir uns dort erarbeiten.“

TSV Rain würde lieber gegen Heimstetten spielen

Die Spieler des TSV Rain saßen am Sonntagnachmittag nicht in der Sonne, sondern vor dem Fernseher. Denn das letzte Saisonspiel der 2. Fußball-Bundesliga hatte direkte Auswirkung auf die Bayernliga Süd, in der die Rainer den zweiten Rang erreichten. Hätten die Ingolstädter den direkten Klassenerhalt geschafft, hätte das erste Aufstiegsrelegationsspiel des TSV Rain bereits am heutigen Dienstag stattgefunden. Nun muss Ingolstadt in die Relegation und je nachdem, ob das Team die Klasse hält oder nicht, entscheidet sich, ob der FCI II aus der Regionalliga direkt absteigen muss oder nicht. Daraus ergibt sich auch der Gegner des TSV Rain. Bleiben die Schanzer Zweitligist, spielt Rain gegen TSV 1860 Rosenheim, wenn nicht, wartet der SV Heimstetten.

Egal wie der Gegner letztendlich heißt, man will beim TSV Rain für das Hinspiel am 30. Mai (Christi Himmelfahrt) und das Rückspiel am 2. Juni eine schlagkräftige Truppe aufweisen. „Heimstetten wäre mir schon lieber. Die Rosenheimer kommen über den Kampf, die Heimstettener mehr über das Spielerische, die sind auch in der Defensive schwächer. Aber Rosenheim wird es wohl werden“, vermutet Co-Trainer Johannes Müller. Der TSV werde nun die nächsten Tage ganz normal trainieren und sich die beiden möglichen Gegner genau ansehen.

Andere Ausgangslage für den TSV Wolferstadt

Schon vor der 0:3-Heimniederlage am Samstag gegen den TSV Harburg war klar: Wie im Vorjahr geht der TSV Wolferstadt als Zweiter der Kreisklasse Nord I in die Aufstiegs-Relegation. Und wie 2018 trifft der TSV dabei auf den Vize-Meister der Kreisklasse Nord II, die SSV Dillingen – Anpfiff am heutigen Dienstag ist um 18.15 Uhr in Mönchsdeggingen. Der Sieger ist jedoch noch nicht in der Kreisliga, sondern trifft in einer zweiten Partie am Sonntag auf den Sieger des Duells FC Mindeltal – SV Holzheim (Gruppe West).

„Es ist schon eine andere Situation als im vergangenen Jahr“, meint Wolferstadts Coach Harald Leinfelder, der das Team gemeinsam mit Spieler Chris Luderschmid betreut. Im Mai 2018 verlor der TSV in Ederheim 0:1 und musste den Traum vom Durchmarsch begraben. „Wir haben diesmal fünf Punkte weniger als vor einem Jahr geholt und eine nicht ganz so gute Saison wie damals gespielt“, bilanziert Leinfelder. Ausschlaggebend für das Erreichen von Platz zwei war zuletzt eine Siegesserie von vier Erfolgen nacheinander vor dem Harburg-Spiel, während die Konkurrenten um Platz zwei immer wieder schwächelten. „Das Spiel am Samstag hätte auch 3:3 enden können, wir hatten unsere Chancen“, blickt Leinfelder, der auch einige Spieler schonte, zurück.

Starker Gegner erwartet

Gegen die Donaustädter, die nur ein Saisonspiel verloren haben und sich lediglich dem ungeschlagenen Meister SV Kicklingen-Fristingen geschlagen geben mussten, schlüpft Leinfelder gerne in die Außenseiterrolle: „Die haben schon unglaubliches Potenzial mit Spielern, die höherklassig aktiv waren.“ Zum Team der SSV gehören unter anderem die Ex-Profis Tamás Balogh und Torhüter sowie Co-Trainer Felix-Adrian Körber, der für den 1. FC Heidenheim in der Zweiten Bundesliga zwischen den Pfosten stand, sowie Furkan Akaydin (früher FV Illertissen). Erst im April legte der umtriebige SSV-Vorsitzende Christoph Nowak noch einmal nach und holte den zuvor beim Landesligisten FC Gundelfingen aktiven Jasjot Padda nach Dillingen.

Für Leinfelder und Luderschmid ist es das womöglich letzte Spiel auf der Kommandobrücke, beide werden den TSV nach der Saison verlassen. „Unser Ziel war es, diesen kleinen Verein wieder in die Kreisklasse zu bringen und dort zu stabilisieren. Dass wir jetzt zweimal Vize-Meister geworden sind, ist eine starke Leistung“, blickt Leinfelder auf seine Zeit in Wolferstadt zurück. Und vielleicht gibt es ja noch ein Sahnehäubchen oben drauf....

Spielermangel beim FC Zirgesheim

Gleich zwei Mal musste am letzten Spieltag in der B-Klasse Nord das Sportgericht ein Spiel entscheiden, denn zwei Mal trat ein Team nicht an. Neben dem Sportclub D.L.P. II (beim TKSV Donauwörth) war das auch der FC Zirgesheim, der Meister Athletik Nördlingen hätte empfangen sollen. Doch dazu kam es nicht, der FCZ brachte schlicht nicht genügend Spieler für das Saisonfinale zusammen.

„Drei hatten schon ihren Urlaub fürs Wochenende gebucht, drei hatten sich im Spiel gegen Mauren verletzt und es gab noch weitere Verletzte“, sagt Trainer Salvatore Morelli, der sein Amt zur Sommerpause abgelegt hat und künftig nur noch als Sport-Vorstand in Zirgesheim tätig sein wird. Im Vorstand habe man lange überlegt anzutreten, obwohl das Team wohl eine hohe Niederlage kassiert hätte. Mit Spielern aus der AH- und Reservemannschaft brachte der FCZ nur zehn Mann zusammen, die am Samstag spielbereit waren – für beide Zirgesheimer Mannschaften! „Da sagten wir, das macht keinen Sinn, obwohl wir gerne gespielt hätten“, so Morelli.

Deutliche Worte für die Situation findet Fabian Kapfer, Spieler und Stellvertretender Vorstand Verwaltung beim FCZ: „Den Spielplan gibt es ja nicht erst seit gestern. Ob die Planung eines manchen unglücklich oder auch eine Sache des Charakters ist, muss jeder für sich bewerten. Grundsätzlich gilt: Wer sich für einen Mannschaftssport entscheidet, hat eine gewisse Verantwortung! Was nicht von Charakter zeugt, ist das Nichtantreten zu einem Spiel, vor allem wenn andere Mannschaften noch auf einen angewiesen sind.“ Damit bezieht er sich auf den SV Mauren. Denn das Team hatte vor dem letzten Spieltag noch Chancen auf die Meisterschaft, dazu hätte Zirgesheim aber Meister Athletik Nördlingen schlagen müssen.

Denis Buja verlässt den SV Münster

Paukenschlag beim SV Münster: Kurz nach Abpfiff des letzten Saisonspiels – das 1:3 in Rehling bedeutete endgültig den Abstieg in die Kreisklasse - verkündete Spielertrainer Denis Buja, dass er sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegt. „Ich habe in den vergangenen Wochen das Gefühl bekommen, dass es nicht mehr hundertprozentig passt. Das sind mehrere kleinere Dinge, die es aber für mich in der Summe ausmachen. Mit der sportlichen Situation hat mein Entschluss nichts zu tun“, so Buja.

Der 32-Jährige war im vergangenen Sommer vom SV Echsheim zum SVM gekommen, wo er gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitspieler beim TSV Meitingen, Florian Steppich, das Traineramt übernahm. Zur Winterpause stand das Team noch auf einem Nicht-Abstiegsplatz, auch der Auftakt in die Rückrunde war mit vier Punkten aus drei Spielen nicht schlecht. Zuletzt aber setzte es sechs Niederlagen in Serie, die den Abschied aus der Kreisliga Ost, in die der Verein 2016 wieder aufgestiegen war, zur Folge hatten.

„Die Entscheidung trifft uns aus heiterem Himmel“, sagt Münsters Abteilungsleiter Tobias Helfer – zumal man mit dem Trainerduo im Winter eine weitere Zusammenarbeit vereinbart und erst vor Kurzem noch mit Buja konkret über die Planungen für die neue Saison gesprochen hatte. „Das stellt uns jetzt natürlich vor eine große Herausforderung“, so Helfer weiter. Florian Steppich soll jedenfalls an Bord bleiben. Ob ein weiterer Mann hinzugeholt werden soll, will der SVM nun so schnell wie möglich intern klären.

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