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Tischtennis

09.01.2019

Donauwörther Luca Gschlößl ist bayerischer Meister

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2 Bilder
Dass man beim Tischtennis während des Spiels nur auf sich selbst fokussiert ist, gefällt Luca Gschlößl am besten.
Bild: TTC Langweid

Warum der Halb-Angolaner Luca Gschlößl nicht nur aufgrund seiner Frisur bei jedem Turnier eine auffällige Erscheinung ist.

1874 fand zum ersten Mal ein Vorläufer des heutigen Tischtennis Erwähnung als sogenanntes „Sphairistiké“. 144 Jahre später schickt sich ein gelassener, 17-Jähriger aus Donauwörth an, seinen eigenen Weg auf diesem Terrain zu bestreiten. Luca Gschlößl ist sein Name und der Abwehrspezialist konnte vor Kurzem den Titel bei den Bayerischen Meisterschaften in der Leistungsklasse B erringen.

Dabei ließ er über das gesamte Turnier keinen Zweifel daran, wer am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen würde. Während des kompletten Wettkampfes mit 47 Teilnehmern habe er „souverän gespielt“ und in der kompletten K.-o.-Runde jedes Spiel, bis auf das Finale, mit 3:0 nach Sätzen gewonnen. Im Endspiel lag er zwischenzeitlich mit 0:1 in Rückstand, doch daraus wurde schlussendlich noch ein 3:1. Anfangs hatte er es „noch gar nicht richtig verstanden“, aber mittlerweile ist er im Rückblick zu Recht stolz auf seine Leistung. Zumal der in Donauwörth aufgewachsene Jungspund in der Herrenkonkurrenz angetreten ist, wenngleich sein finaler Konkurrent erst 14 Jahre alt war.

Tischtennis-Stunden beim Billard-Meister

Angefangen hat bei Gschlößl alles im Grundschulalter mit privaten Trainingsstunden bei seinem Onkel Stephan, der einst Bayerischer Meister im Billard war. Neben gelegentlichen Ping-Pong-Runden an seiner Schule im „Sport nach 1“ ist der kleine Luca dann irgendwann nach Riedlingen, wenige Meter von seinem Wohnhaus entfernt, zu den Tischtennis-Einheiten gegangen. Je älter er wurde, desto mehr sehnte er sich aber nach ausreichender Förderung, die er dann beim SV Nordendorf suchte. Dort wurde er jedoch auch nicht glücklich, denn auch hier wurde ihm zu wenig trainiert. „Außerdem habe ich es nicht immer dorthin geschafft“, sagt Gschlößl.

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Bei einem Einkauf in einem Tischtennisgeschäft in Augsburg im Februar 2017 sollte er aber schließlich seinem derzeitigen Verein einen großen Schritt näher kommen. Beim Testen eines neuen Sportgeräts fielen dem Ladenbesitzer die zum Teil auch autodidaktisch angeeigneten Abwehrspielerfähigkeiten von Gschlößl auf, woraufhin er durch seine Kontakte nach Langweid einen Trainingsbesuch in die Wege leitete. Dabei gefiel Gschlößl so gut, dass er direkt nach der ersten Stippvisite entschied, zu bleiben.

Luca Gschlößl mag die Fokussierung auf sich selbst

Für den großen Reggae- und Dancehallfan, der auch unbedingt einmal nach Jamaika fliegen möchte, ist die Fokussierung auf sich selbst das Beste am Tischtennis. „Selbst wenn die Mannschaft bereits weit in Rückstand liegt, ist man in dem Moment, in dem man sein Einzel spielt, voll auf sich allein gestellt. Man kann halt einfach so spielen, wie man gerade will“, schwärmt der Halb-Angolaner. Das habe ihm in seinen früheren Fußballtagen in Wörnitzstein gefehlt, berichtet er.

Solch eine Begeisterung und Leidenschaft für den Sport kann auch seine Trainerin Barbara Jungbauer bestätigen. Neben diesem Vorteil hat sie noch andere Stärken ihres Schützlings ausgemacht. „Sein Ehrgeiz und sein Trainingsfleiß. Dadurch hat er sich in kurzer Zeit enorm verbessert“, erzählt die ehemalige Jugendleiterin des TTC Langweid. Neben anderen Charakterzügen teilt diese Ansicht auch Matay Deniz. „Mit seinen Dreadlocks ist er auch einfach eine coole Erscheinung. Im Tischtennis ist Luca alles andere als der Chiller“, ordnet der Sportvorstand ein.

Generell lebt der Führerschein-Neuling sehr gesund. Alkohol trinkt er kaum und auf Fleisch verzichtet er ebenfalls fast komplett, regelmäßige Fitnessstudiobesuche runden diesen Lebensstil ab. In Zukunft würde er aber dennoch gerne einige Dinge ändern. Ein Traum von Gschlößl ist es, aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Mutter, die selbstständige Heilpraktikerin in Donauwörth ist, auszuziehen und nach Augsburg umzusiedeln.

Der Donauwörther hat sportliche und berufliche Ziele

Dazu möchte er nach seinem derzeitigen berufsvorbereitenden Jahr Informatiker werden und selbstverständlich hat er auch noch sportliche Ziele. In beispielsweise zehn Jahren wäre er „natürlich gern mit Langweid noch ein paar Ligen aufgestiegen“. Doch falls ihm das mit seinem aktuellen Club nicht gelingen sollte, kann er sich auch durchaus noch einen weiteren Tapetenwechsel vorstellen. „Auf Dauer möchte ich nicht in der Liga spielen“, erzählt er ambitioniert.

Doch zuvor steht im Juni erst einmal die Deutsche Meisterschaft in der B-Klasse in Niedersachsen an und bei guten Leistungen eventuell auch die Bayerische Meisterschaft in der A-Klasse, in welcher er jetzt antritt. „Mit seinen Anlagen und Fähigkeiten steht ihm der Weg zur Bayerischen Spitze offen“, ist sich auch Deniz sicher, dass Luca Gschlößls Weg noch lange nicht zu Ende ist.

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