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Fußball

18.10.2016

Ein Kicker zieht die Handschuhe an

Feldspieler Ulrich Grüner hielt eine Halbzeit lang das Tor des FC Mertingen sauber und half damit seinem Team zum Punktgewinn.
Bild: Dieter Mack

Mertingens Mittelfeldspieler Ulrich Grüner muss im Tor aushelfen und macht seine Sache „überragend“. Wemdings Spartenleiter über die Gründe für die Krise.

Mertingen Dass im Fußball zum Beispiel ein Verteidiger einmal ins Mittelfeld rückt, ist keine große Besonderheit. Kurios wird es allerdings, wenn ein Spieler noch weiter vom gewohnten Terrain weg agieren muss. Vor einer ganz ungewohnten Aufgabe stand am Sonntag Mertingens Ulrich Grüner. Der Mittelfeldakteur fand sich zur zweiten Halbzeit mit Handschuhen im Kasten des FCM wieder und musste nun die Rolle des Torhüters übernehmen.

Was war passiert? Ohne Ersatztorhüter waren die Mertinger zum Kreisliga-Gegner nach Holzkirchen gefahren. Und prompt bekam Hintermann Stephan Kunze einen Schlag vom Rieser Julian Rau ab. Kunze absolvierte dann noch die wenigen Minuten bis zur Pause, doch dann ging es nicht mehr. Ein Ersatzmann musste ran. „Ich habe mit unserem Kapitän Rücksprache gehalten und eigentlich kam die Entscheidung prompt und von der ganzen Mannschaft: Stell den Uli in die Kiste!“, erzählt Trainer Stefan Schwarz. Und der sagte sofort „ich mach’s“. Für den 23-Jährigen gab es da auch keine Diskussionen, wie er sagt: „Als wir gemeinsam zum Spiel fuhren, habe ich gesagt, wenn sich unser Torwart verletzen sollte, dann springe ich ein, da wir ja keinen Ersatztorhüter hatten. Dann war es soweit und mir war klar, jetzt muss ich ran!“ Ein wenig Torhüter-Erfahrung hat Grüner, in der E-Jugend hielt er bereits den Kasten sauber, bevor er auf das Feld wechselte. „Ich habe versucht meinen Kopf auszuschalten und mein Bestes zu geben“, sagt er. Dass es dann so gut klappt, damit habe er nicht gerechnet. Mit einer starken Fußabwehr rettete er dem FC Mertingen das 0:0 und damit einen Punkt.

„Bei der Fußabwehr hat er wohl zuerst wie ein Feldspieler gedacht“, lacht Trainer Schwarz und verteilt noch ein Lob: „Das hat Ulrich Grüner überragend gemacht. Der Punktgewinn ist wie ein Sieg für uns.“ Zumal der FCM eine Viertelstunde in Unterzahl spielen musste. Die Abwehrschlacht am Ende der Partie habe den Teamgeist seiner Elf richtig aufleben lassen. „Ich bin stolz auf meine Truppe und hoffe das puscht noch für die letzten beiden Vorrundenspiele gegen Alerheim und Pfaffenhofen. Falls dann wieder einmal kein Torwart zur Verfügung stehen sollte, zieht Ulrich Grüner eben wieder die Handschuhe an. (sut)

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Wemding Die Vorrunde der Bezirksliga Nord ist seit dem Wochenende abgeschlossen. Und für den TSV Wemding ist es ein äußerst trister Oktober: Vorletzter Tabellenplatz, zuletzt zehn Spiele ohne Sieg, sieben Punkte Abstand zum rettenden Ufer. Das 0:2 im Lokalderby gegen den SV Wörnitzstein-Berg war im negativen Sinne der passende Schlusspunkt der Hinserie. „Die Bilanz ist mehr als dürftig“, bilanziert auch Spartenleiter Manfred Spenninger. Nach einem ordentlichen Saisonstart habe sich mit zunehmender Dauer gezeigt, dass der nötig gewordene Umbruch im Sommer wohl zu groß war. „Der Kader ist zu klein, wir haben sehr wenig Alternativen und somit auch keinen Konkurrenzkampf.“ Ein Beispiel sei etwa die momentane Verfassung von Rudolf Dahms, im Vorjahr noch einer der herausragenden Akteure. „Eine Frechheit“ urteilten am Sonntag mehrere Zuschauer über das lustlose Auftreten des zur Pause eingewechselten Offensivspielers. „Er ist aber nicht der einzige, der momentan enttäuscht“, meint Spenninger. Doch Alternativen zu ihm hat Spielertrainer Elvir Letica keine. Den jungen Kickern, die direkt aus der Jugend nachrückten, könne man mangelnden Einsatz nicht vorwerfen, bei ihnen fehlt jedoch die Erfahrung.

Den Coach zu wechseln, ist für Spenninger derzeit noch kein Thema. „Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, aber an ihm liegt es mit Sicherheit nicht. Die Spieler müssen ganz einfach ihre Einstellung ändern.“ Wer nur einmal pro Woche trainiere, könne in der Bezirksliga eben nicht bestehen. Aufgrund der zahlreichen Schichtarbeiter möglicherweise ein Vormittags-Training für Spätschichtler einzuführen, wäre laut Spenninger durchaus sinnvoll. Dieses Modell gab es auch in der Vergangenheit schon einmal. Aber dies müssten die Spieler unter sich regeln und organisieren. Neben den hausgemachten Problemen kommt auch noch Pech dazu: „Wenn wir am Sonntag das 1:0 machen, gewinnen wir“, hadert Spenninger mit einigen verpassten Chancen in der ersten Hälfte. Jetzt gilt es, in den fünf Spielen bis zur Winterpause das bestmögliche herauszuholen, um im Frühjahr mit einem eventuell nachgebesserten Kader anzugreifen. (unf)

Buchdorf Auch nach dem dritten sieglosen Spiel in Folge bricht beim FSV Buchdorf in der A-Klasse Nord keine Panik aus. „Wir sind absolut im Soll“, sagt Trainer Johannes Kastner und ergänzt „wir wussten von Beginn an, das es keine einfache Saison wird. Das Ziel ist nicht abzusteigen.“ Im Sommer gab es einen großen Umbruch im Team. Zahlreiche Leistungsträger, allen voran die beiden Torjäger Andreas Maier und Armin Janik, verließen den Verein in Richtung Kaisheim. Für ihren neuen Klub treffen die beiden in der B-Klasse Nord wie am Fließband –Qualität, die den Buchdorfern aktuell fehlt. „Wir wussten, dass wir die beiden nicht 1:1 ersetzen können“, sagt Kastner, der vor dieser Saison 15 Jahre als Jugendtrainer im Verein tätig war.

Umso schwerwiegender war der Ausfall seines Sohnes Nikolai, der bereits elf Tore erzielte und die vergangenen drei Spiele gesperrt war. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft, da ist es klar, dass uns in einigen Situationen die Erfahrung und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor fehlt“, resümiert der Übungsleiter. Auch bei der 0:2-Niederlage in Megesheim wäre bei besserer Chancenverwertung durchaus mehr drin gewesen. (weda)

Staudheim Nach neun sieglosen Spielen konnte der FC Staudheim in der Kreisklasse Neuburg nun den ersehnten ersten dreifachen Punktgewinn einfahren. Beim 3:1 gegen Rennertshofen ließ sich die Mannschaft selbst vom frühen Rückstand nach zehn Minuten nicht einschüchtern, sondern spielte weiter nach vorne. „Wir haben bisher immer zu viele Gegentore bekommen und unsere Chancen zu selten genutzt. Doch das haben wir auch schon vergangene Woche beim 1:1 gegen Joshofen besser gemacht“, erklärt Abteilungsleiter Roland Haschner. Er hoffe, dass der Erfolg nun auch psychisch den nötigen Aufwind bringe. „Der Klassenerhalt ist unser großes Ziel“, sagt Haschner.

Gegen den Tabellenletzten, den SV Baar, geht es am kommenden Sonntag ins Kellerduell. Dort wolle man gewinnen und den Abstand auf den SV Baar vergrößern, der nur einen Punkt hat. Den Staudheimern spielt in die Karten, dass in dieser Saison nur eine Mannschaft absteigt. Umso wichtiger wäre es daher, den SV Baar weit hinter sich zu lassen. (sut)

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