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Fußball

22.10.2018

FC Mertingen ist dem Bezirksliga-Traum ein Stück näher

So sieht pure Freude aus: Nach dem Sieg gegen Tabellenführer Wertingen feierten Mertingens Torhüter Aivaras Brazinskas, Sebastian Schroll und ihre Teamkollegen ausgelassen die Herbstmeisterschaft.
Bild: Szilvia Izsó

Mertingen feiert die Herbstmeisterschaft, Trainer Schuster warnt aber vor dem nächstem Gegner. Wie Riedlingen die 1:8-Pleite verarbeitet.

Mertingen Die Laune von Bernhard Schuster ist prächtig. Aber was könnte es für einen Fußball-Trainer auch Schöneres geben, als zur Halbzeit der Saison den Tabellenführer vom Thron zu stoßen und vor mehr als 300 Fans die Herbstmeisterschaft zu feiern? So geschehen am Sonntag in Mertingen, als der heimische FC Ligaprimus TSV Wertingen mit 3:2 bezwang. „Das war etwas einmaliges für den FC Mertingen“, freut sich der Übungsleiter. Danach wurde logischerweise ordentlich gefeiert. „Die Mannschaft war noch etwas länger in der Kabine und ein paar sind später noch ins Rieser Tanzzentrum“, verrät der 29-jährige Übungsleiter. Er selbst sei aber nicht mehr mitgegangen, schließlich musste er am Montag wieder arbeiten.

Schuster freut es besonders, dass seine Mannschaft – wie auch Gegner Wertingen – ein richtig gutes Spiel abgeliefert hat. „Der Name Topspiel war da absolut verdient“, findet er. Natürlich hatte sein Team auch ein wenig Glück, denn Wertingens Daniel Laubmeier köpfte zweimal ins eigene Tor. Aber Schuster ist sich sicher, dass seine Elf den Sieg dennoch verdient hatte: „Neben dem Wertinger Verteidiger wäre auch ein Mertinger bereit gewesen einzuköpfen. Wir hatten noch mehr größere Chancen.“

Stolz zeigt sich der Spielertrainer besonders angesichts der Tatsache, dass sein Team zweimal trotz der schnellen Wertinger Tore zum Ausgleich – „das waren schon Nackenschläge“ – weitermachte und sich nicht beeindrucken ließ. Am Ende sorgte dann das zweite Eigentor Laubmeiers in der Nachspielzeit für den Mertinger Sieg und damit die Herbstmeisterschaft.

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Schuster selbst sage direkt nach einem Spiel in der Kabine nicht viel, um das Ganze noch einmal zu reflektieren. Die lobenden Worte seien vor allem von den Zuschauern gekommen. Diese hatten auch Drei-Liter-Gläser mit Bier für die Mertinger Kicker organisiert.

Angesichts der Topplatzierung zur Saisonhalbzeit drängt sich bei dem ein oder anderen möglicherweise der Gedanke an einen Aufstieg auf. „Die Bezirksliga ist natürlich ein Traum, den ich hatte, als ich im Sommer zum FC Mertingen kam. Aber ich hatte das eigentlich langfristig, in den nächsten zwei, drei Jahren in Betracht gezogen“, erklärt Schuster. Dass der Aufstieg doch so früh zumindest im Bereich des Möglichen liegt, überrasche ihn. Dennoch wolle er noch nicht vom Aufstieg sprechen, sondern nur versuchen, den ersten Platz so lange wie möglich zu halten.

Lange Zeit zum Feiern bleibt dem FCM nun nicht. Schon am kommenden Sonntag steht das nächste Spiel gegen den TSV Unterthürheim auf dem Programm. Dann gehe es laut Schuster darum, erneut die Leistung wie gegen Wertingen abzurufen.

Unterthürheim steht auf dem elften Rang, vermeintlich eine einfachere Aufgabe, doch Schuster warnt: „Wenn nach einem schweren Gegner ein vermeintlich leichterer kommt, tun sich viele Teams oft schwer, das kennt man auch aus dem Profi-Bereich.“ Er werde deshalb das Training sogar noch weiter verschärfen. Dass es in der Kreisliga keine leichten Gegner gibt, sei spätestens mit dem Sieg von Schlusslicht Alerheim gegen Wörnitzstein klar geworden. Deshalb wolle man das Heimspiel gegen Unterthürheim nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Es wäre ja auch extrem schade, wenn wir unseren ersten Platz gleich wieder verspielen.“

Viele Gegentore wirken demoralisierend

Riedlingen Einen rabenschwarzen Kreisliga-Spieltag muss die SpVgg Riedlingen verarbeiten. 1:8 stand es am Ende gegen den bis dato fünftplatzierten FSV Reimlingen. Besonders hart dürfte das Ergebnis die Riedlinger Fans deshalb getroffen haben, da die SpVgg eine Woche zuvor Alerheim noch mit 4:0 abgefertigt hatte. Spielertrainer Michael Jenuwein versucht das Spiel zu erklären: „Dass der Gegner eine starke Offensive um Torjäger Dominik Kohnle hat, war klar. Der gegnerische Trainer hat uns bescheinigt, dass wir in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft waren. Doch erst bekommen wir einen klaren Elfmeter nicht und dann nutzen wir mehrere Chancen nicht, durch die wir hätten führen müssen. Wir kamen unzufrieden aus der Pause und kassierten dann drei Tore, das ist natürlich demoralisierend.“

Dennoch sagt Jenuwein ganz klar: „Dass wir dann noch mal drei Tore bekommen, das geht nicht!“ Nun müsse man das Spiel aufarbeiten. Dafür gelte es, die Fehler klar anzusprechen und den Spielern Verbesserungsansätze mitzugeben. Schließlich steht am kommenden Wochenende das Stadt-Derby mit dem SV Wörnitzstein-Berg auf dem Programm. „Wir müssen dazulernen und dann im Derby eine Reaktion zeigen. Gegen Wörnitzstein muss ich niemanden zusätzlich motivieren“, ist er sich sicher. Das 1:8 werde dann kein Thema mehr sein. Vor allem nicht, wenn man vor einer tollen Kulisse mit vielen Fans im Stauferpark-Stadion spiele.

FSV Buchdorf verliert das Spitzenspiel hat aber noch dieselben Ziele

Buchdorf Ebenfalls ein Spiel um die Herbstmeisterschaft hatte am Sonntag der FSV Buchdorf zu bestreiten. Im Heimspiel gegen den Erstplatzierten der A-Klasse Nord, den TSV Mönchsdeggingen, hatte der FSV auch allerbeste Chancen zu gewinnen. Doch diese wurden haufenweise kläglich vergeben. Trainer Johannes Kastner: „Wir hatten eine desolate Chancenverwertung! Im Fünf-Minuten-Takt hatten wir Möglichkeiten, das waren vermeintlich sichere Tore. In der zweiten Hälfte waren wir klar überlegen.“ Dennoch nahmen am Ende die Rieser mit einem 2:1-Sieg drei Punkte mit.

„Unserer sehr jungen Mannschaft fehlt es da auch noch ein bisschen an Erfahrung“, erklärt Kastner. Er betont aber auch, abgesehen von der Chancenverwertung habe seine Mannschaft super gespielt und er habe seine Jungs auch dahingehend gelobt. „Draufhauen bringt ja auch nix!“, findet er.

Kastner ist klar, Mönchsdeggingen hat die beste Mannschaft der Liga. Dahinter kommen zwei, drei Teams, die um den Aufstieg mitkämpfen. Dazu gehören seiner Ansicht nach neben der eigenen Truppe auch der BC Huisheim. Einige zum Teil schwer verletzte Spieler erschweren die Situation für die Buchdorfer allerdings derzeit. Das Saisonziel sei deshalb – nach dem dritten Platz in der Vorsaison – unter die besten vier Teams zu kommen und gute Fußballspiele abzuliefern. Die Entwicklung der jungen Mannschaft stehe weiterhin im Vordergrund.

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