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Radpsort

07.09.2018

Friedrich Meingast: Zum Abschied deutscher Meister

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Friedrich Meingast (Zweiter von links) feiert mit seiner Mannschaft den deutschen Meistertitel im Zeitfahren.
Bild: Marcel Hilger

Der Wemdinger feiert in seinem letzten Rennen im Leistungssport den Titel im Mannschaftszeitfahren. Den Weg bis zum Teamerfolg gestaltet er maßgeblich mit.

Sein letztes Rennen und damit den Abschied vom Leistungssport bescherte dem Wemdinger Rennradfahrer Friedrich Meingast, der jetzt seinen Wohnsitz in Bamberg hat, den langersehnten und herausragenden Erfolg: Bei der deutschen Meisterschaft im Mannschaftszeitfahren über 47 Kilometer, die in Genthin (nördliches Sachsen-Anhalt) ausgetragen wurde, gelang dem „Herrmann Radteam“, für das der 33-Jährige seit einigen Jahren fährt, der große Wurf, es holte den Titel. „Damit hat im Vorfeld keiner von uns gerechnet. Vor allem meine fünf jüngeren Teamkollegen waren sehr gerührt“, freut sich Meingast.

Nach dem achten Rang im Vorjahr hatte im Wettkampf niemand das fränkische Amateurteam aus Baiersdorf auf der Rechnung. Aber die sechs „Herrmänner“ glaubten an sich und wuchsen nach einer sehr gründlichen Vorbereitung in Bereich der Taktik und Aerodynamik über sich hinaus.

Bereits nach der ersten von zwei zu fahrenden Runden lagen sie deutlich vor den eigentlichen Favoriten, dem Team „Lotto Kern Haus“ und dem „Team Heizomat“, beide gespickt mit KT-Fahrern (Kontinentalteam). „Wir sind das Rennen ein bisschen flott angegangen. Aber dann haben wir uns super gefunden und waren konstant mit hoher Geschwindigkeit unterwegs“, schildert Meingast den Rennablauf. Bis ins Ziel konnten die Franken mit ihrer gelungenen Wechseltaktik und konstantem Tempo (Durchschnitt 54,2 Stundenkilometer) ihren Vorsprung noch ausbauen. Am Ende lagen sie 20 Sekunden vor den Zweitplatzierten und 39 Sekunden vor Platz drei, was selbst Bundestrainer Ralf Grabsch (Ex-Zeitfahrweltmeister) mit Bewunderung und großem Lob registrierte.

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Der Titel im Mannschaftszeitfahren ist umso höher einzuordnen mit dem Wissen, dass die Teamdisziplin Meingast eigentlich gar nicht zusagt, wie er gestehen muss: „Mannschaftszeitfahren ist das Schlimmste. Man kann nicht sein eigenes Tempo fahren, das ist sehr anstrengend.“

Meingast, in seinem mittlerweile 17. Rennjahr, hatte als Zeitfahrspezialist nicht nur als Tempomaschine großen Anteil am Erfolg, sondern war auch maßgeblich an der Gestaltung des Trainings und an der technischen Vorbereitung im Bereich Aerodynamik beteiligt. „Dem Rennen vorausging ein ganzes Jahr Training. Unser Wunsch war, möglichst gut abzuschneiden“, sagt der 33-Jährige. Deshalb habe sich das Team ein bis zweimal pro Monat getroffen, denn beim Mannschaftszeitfahren komme es auf viel mehr als nur Schnelligkeit an, wie er erklärt: „Zu sechst mit 60 Stundenkilometer unterwegs sein, mit nur zwei, drei Zentimeter Abstand zueinander ohne dem Vordermann hinten draufzufahren – das muss man trainieren.“

Mit dem deutschen Meistertitel in seinem letzten Rennen hat er sich einen Traum erfüllt. Nach einer Reihe von Top-Ten-Platzierungen bei deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren und auf der Bahn, mehreren bayerischen Meistertiteln im Zeitfahren, Kriterium und verschiedenen Disziplinen auf der Bahn fand er nun mit diesem Meistertitel den idealen Absprung vom Leistungssport. „Da gibt es auch kein weinendes Auge. Die vergangene Saison war von der Motivation her extrem anstrengend. Diese so lange aufrecht zu erhalten fiel mir extrem schwer“, gibt er zu. Nach seiner 17. Saison voller harter Arbeit im Radrennsport reiche es nun. Nun wolle er die neu gewonnene Freizeit mit seiner Frau und dem eine Woche alten Sohn genießen. Und der kleine Mann hält seinen Papa schon jetzt auf Trapp: „Wenn ich mir die vergangenen zwei Nächte anschaue, möchte ich auch gar nicht ans Trainieren denken“, sagt Meingast lachend.

Trotz des Abschieds aus seiner aktiven Zeit als Athlet, bleibt er dem Radsport erhalten. Vor drei Jahren rief der Lehrer an einer Gesamtschule dort eine Mountainbike AG ins Leben und betreut darin rund 30 Kinder, die an Schulwettkämpfen teilnehmen. Ein Team hat sich sogar für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Zudem hat Meingast bereits einige Trainerstufen durchlaufen, weshalb er eine Zukunft in diesem Bereich nicht ausschließen will. Er könne sich durchaus vorstellen einmal für den bayerischen Radsport-Verband als Trainer zu arbeiten. (dz)

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