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Triathlon

05.05.2016

Für 12850 Kilometer

In der Natur sein – das macht für Theresa Wild den Reiz am Triathlon aus. Den Pokal für die Sportlerin des Jahres durfte sie nun wieder mit nach Wittesheim nehmen. Dort bekundeten auch die hofeigenen Kühe ihr Interesse, wie unser Bild zeigt.

 Theresa Wild stellt sich 2015 dem Ironman Hawaii und wird Deutsche Meisterin. Unsere Leser wählten sie erneut zur Sportlerin des Jahres

von Stephanie Utz

Monheim-Wittesheim Eine Titelverteidigung ist immer etwas besonderes – auch für die inzwischen überaus erfolgreiche Triathletin Theresa Wild. 12850 absolvierte Kilometer, die Deutsche Meisterschaft und die Teilnahme am renommierten Ironman Hawaii waren für die Leser der Donauwörther Zeitung gute Gründe, die 24-Jährige erneut zur Sportlerin des Jahres zu wählen. Eine Auszeichnung, über die sie sich sehr freut. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Leute hinter einem stehen und es honorieren, wenn ein Sportler aus dem Kreis eine gute Leistung zeigt“, sagt sie. Erneut gewählt zu werden, habe ihr sogar noch mehr bedeutet als die Auszeichnung im vergangenen Jahr.

Damals konnte sie schon auf beachtliche Erfolge blicken, wie der Deutschen Meisterschaft über die Mitteldistanz in der Altersklasse 20, die sie 2014 überraschend erreichte. Aber der Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere sollte erst im Oktober 2015 kommen: die Teilnahme am Ironman Hawaii. „Ein unbeschreibliches Gefühl dort am Start zu stehen“, erinnert sich die Wittesheimerin. Nach rund elfeinhalb Stunden, in denen sie etwa 3,9 Kilometer schwamm, 180 Kilometer auf dem Rad und danach noch einen Marathon von rund 42 Kilometern bewältigte, war die Erleichterung im Ziel dann riesengroß: „Es war das schönste Gefühl, nicht mehr weiterlaufen zu müssen.“ Noch immer wundert sich die junge Triathletin darüber, wie glatt es für sie im vergangenen Jahr lief. „Es kam mehr dabei heraus, als ich jemals gedacht hätte. Ich hatte mir diese Ziele nicht gesteckt und mich nur leiten lassen“, erklärt Wild. Vielleicht war auch diese Unbekümmertheit das Erfolgsrezept, vermutet sie. Auf jeden Fall wäre nichts möglich gewesen, hätte nicht ihre Gesundheit so gut mitgespielt, wie die 24-Jährige weiß. Keine Verletzung störte das Training und die Wettkampfsaison. Und bei allem sportlichen Aufwand blieb sogar noch Zeit auf dem heimischen Bauernhof mitzuhelfen.

Nach ihren Erfolgen und Titeln ist sie heute kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bei Wettkämpfen werde sie häufig als Favoritin bezeichnet. „Da macht man sich schon mehr Druck als früher“, muss sie zugeben. Auch bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz zählt sie zu den Favoriten, schließlich gewann sie im vergangenen Jahr. „Den Titel zu verteidigen wäre klasse“, sagt Wild. Auch bei den Europameisterschaften über die Mitteldistanz im August in Wiesbaden will sie teilnehmen. Dort peilt sie einen Rang im vorderen Feld an und will möglichst mit einer Zeit unter fünf Stunden finishen. Bisher sieht es dafür gar nicht schlecht aus. „Das Training läuft gut. Ich hatte auch schon ein paar Wettkämpfe und habe persönliche Bestzeiten aufgestellt“, sagt sie. Dies sei nur durch die Unterstützung ihres Arbeitgebers MKR Metzger in Monheim möglich. Die freien Mittwochnachmittage nutzt sie fürs Training. Dann steht auch mal eine 160-Kilometer-Einheit mit dem Rad auf dem Programm.

„Das Schöne am Triathlon ist, dass man immer draußen ist und viele neue Gebiete in der Natur kennenlernt“, findet Wild. Gerne würde sie noch mehr Menschen für ihren Sport begeistern, wobei sich – zumindest was den Laufsport angeht – in den vergangenen Jahren schon viel getan habe. Zum Beispiel die Jedermannsläufe haben viel mehr Teilnehmer, als noch vor einigen Jahren. „Ich finde es super, dass es hier im Kreis einen kleinen Lauf-Boom gibt. Natürlich ist es schön, die erste Frau aus dem Kreis Donau-Ries zu sein, die beim Ironman Hawaii teilgenommen hat. Aber es würde mich auch sehr freuen, wenn das noch mehr Leute schaffen würden“, sagt sie. Dasselbe gelte für die berühmte Roth Challenge, ebenfalls ein Triathlon über die Ironman-Distanz. Im Juli nimmt Wild daran teil, allerdings nur als Schwimmerin in der Staffel. Im nächsten Jahr will sie dort allein angreifen – und ihrer Kilometerbilanz einen weiteren absolvierten Ironman hinzufügen.

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