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Fußball

15.10.2020

Geteilte Meinungen im Kreis Donau-Ries zum Ligapokal

Der normale Ligaspielbetrieb im Kreis Donau pausiert schon jetzt und im Kreis Augsburg ab Ende des Monats. Dafür startet nun der sogenannte Ligapokal. Die Meinungen bei den Fußball-Vereinen über diesen Wettbewerb gehen stark auseinander.
Bild: Simon Bauer

Plus Für die einen ist es ein „Füller-Wettbewerb“, andere wollen Selbstvertrauen tanken. Im Kreis Donau erfolgt nun der Start. Viele Rückzieher im Kreis Augsburg.

„Es wäre schön gewesen, wenn wir die Punktrunde jetzt zu ende spielen hätten können.“ Was Spartenleiter Klaus Berger von der Spielgemeinschaft Gundelsheim/Weilheim-Rehau so deutlich sagt, denken derzeit wohl viele Amateurfußballer in der Region. Denn nach vier Spieltagen geht es in der Punktrunde erst im April 2021 weiter. Jetzt folgt ein „Füller-Wettbewerb“. Am kommenden Wochenende startet der Ligapokal mit Mannschaften aus der Kreisliga und niedrigeren Klassen. Die Meinungen darüber gehen auseinander.

TSV Bäumenheim nimmt den Ligapokal ernst

Berger empfindet den Ligapokal als lästig. Andere wiederum sehen darin eine Chance, sich in diesem Wettbewerb Selbstvertrauen zu holen. „Wir haben richtig Bock auf den Ligapokal“, sagt Ilhan Sönmez. Der Trainer des TSV Bäumenheim verspricht sich von einem Erfolg im Ligapokal neuen Schwung. Der Kreisklassen-Tabellenletzte freut sich auf den Wettbewerb, könne man dadurch doch die Vergangenheit zurücklassen. „Wir nehmen den Ligapokal ernst“, sagt Sönmez. Es sei ein großer Ansporn.

Ähnlich sieht es Alexander Schuster. Der Spartenleiter des BC Huisheim freut sich auf den Wettbewerb. Gerade für Mannschaften, die zuletzt nicht so erfolgreich gewesen seien, böte sich die Möglichkeit, „die Saison doch noch zu retten“. Das Team gehe mit großer Motivation an die Aufgabe heran und verspreche sich ein erfolgreiches Abschneiden.

Aufstieg über den Ligapokal möglich

Die Mannschaften sollten den Ligapokal durchaus ernst nehmen, denn es lohnt sich: Wer den Ligapokal in seiner Klasse gewinnt, kann sich somit einen Aufstiegsplatz in die nächst höhere Liga sichern. Theoretisch könnte somit ein durch die Liga feststehender Absteiger somit den bitteren Gang in die untere Liga vermeiden. Um den Modus der einzelnen Ligapokale zu verstehen, bedarf es allerdings etwas Geduld. Die Wettbewerbsbestimmungen auf der Homepage des BFV umfassen alleine für den Kreis Donau schon 24 Seiten.

Vereinfacht erklärt, ziehen in der A-Klasse, B-Klasse und Kreisklasse jeweils 24 Mannschaften nach der Vorrunde in eine Zwischenrunde ein. In vier Sechsergruppen werden dann die Teilnehmer der Ko-Runde mit Viertel-, Halb-, und Finale ermittelt.

Die Kreisligen und die Kreisklassen Nord 1 und 2 absolvieren in der Vorrunde fünf Spieltage vom 18. Oktober bis 15. November. Die A-Klassen und B-Klassen bestreiten drei Spieltage vom 18. bis 31. Oktober. Die Spieltage in der Zwischenrunde: Kreisligen drei Spieltage am 22. November, 21. März und 28. März, Kreisklassen Nord 1 und 2, A-Klassen und B-Klassen jeweils fünf Spieltage vom 8. bis 22. November sowie am 21. und 28. März. In der Bayern-, Landes- und Bezirksliga geht es dagegen bis Ende Oktober um „normale“ Punkte, ehe auch dort der Ligapokal startet.

Viele offene Fragen

Grundsätzlich findet Spielgruppenleiter Wolfgang Beck den Wettbewerb durchaus reizvoll, aber logistisch für schwierig, weil man ausgefallene Partien nur schwer nachholen kann. „In einem Ligamodus kann man einen Spieltag leichter nachholen als in einem Turniermodus. Fällt nur ein Spiel aus wird es schon problematisch“, erklärt Beck und verdeutlicht dies an einem Szenario. „Was macht man, wenn ein Halbfinal-Teilnehmer einen positiven Corona-Fall in der Mannschaft hat?“

Außerdem findet der erfahrene Spielgruppenleiter die Tatsache, dass die 16 ausgeschiedenen Mannschaften der Zwischenrunde kurzfristig Testspiele ausmachen müssen, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen, für schwierig. Auch die Frage nach der Fairness stellt sich Beck. „Klar ist es ein langer Weg, aber ist es verdient sich über einen Pokal einen Aufstiegsplatz zu sichern, während andere Mannschaft eine komplette Saison Leistung bringen müssen?“, so Beck. Es bleiben also viele Fragen offen, wie so oft wird erst die Praxis zeigen, ob der Ligapokal Fluch oder Segen ist.

Viele Spielausfälle im Kreis Augsburg

Im Fußballkreis Augsburg stand die Durchführung des Wettbewerbs offenbar generell etwas auf der Kippe. Der dortige Kreisspielausschuss hat nun aber trotz der Vielzahl von Spielausfällen in den vergangenen Wochen beschlossen, den Ligapokal durchzuführen. Nach einer Rückfrage bei den Vereinen haben 34 Klubs ihre Teilnahme wieder abgesagt, doch mit insgesamt 223 Teilnehmern (25 Kreisliga, 60 Kreisklasse, 77 A-Klasse, 61 B-Klasse) sei das Interesse der Vereine am Ligapokal nicht zu vernachlässigen, teilte Kreisspielleiter Reinhold Mießl mit. Unter anderem der SV Holzheim II und der SV Feldheim II haben sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen.

Neue Einteilung nach Rückzug einiger Teams

Der erste Spieltag des Ligapokals findet hier am Samstag, 31. Oktober, statt. Die Gruppenspiele werden ebenfalls in einer Einfachrunde gespielt. In der Kreisklasse, A-Klasse und B-Klasse finden am 22. und 29. November die Partien der Zwischenrunde noch heuer statt, ehe es im März mit dem Achtelfinale weitergeht. Dann wird auch die Zwischenrunde in der Kreisliga ausgetragen. Die Halbfinals und Endspiele sind für Anfang April terminiert, ehe am 18. April die Punktspiele wieder beginnen sollen.

Nach dem Rückzug einiger Vereine wurde die Vorrunde teilweise neu eingeteilt. Die neuen Gruppen mit Mannschaften aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung im Überblick:

Kreisliga SV Feldheim, TSV Burgheim, SV Thierhaupten, TSV Pöttmes.

Kreisklasse SV Münster, SV Holzheim, SV Echsheim-Reicherstein, SV Straß.

A-Klasse, Gruppe B: SV Bayerdilling, SV Echsheim-Reicherstein II, FC Staudheim; Gruppe T: SV Nordendorf, VfL Westendorf, FC Langweid, SV Achsheim

B-Klasse, Gruppe B: SV Münster II, TSV Burgheim II, SV Thierhaupten II; Gruppe O: VfL Westendorf 2, FC Langweid 2, TSV Herbertshofen 2, TSV Ellgau

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