DZ-Fußball-Nachlese

07.05.2013

Historischer Abstieg

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Bild: AZ-Grafik

Zum ersten Mal seit 1984 spielt der VfB Oberndorf in der kommenden Saison niedriger als in der Kreisliga. Donaumünster/Erlingshofen verliert Spiel und Torwart

Donauwörth 1984 trat Jupp Derwall als Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück, Helmut Kohl war seit zwei Jahren Bundeskanzler und der Autor dieser Zeilen gerade mal acht Jahre alt. Im gleichen Jahr stieg der VfB Oberndorf von der B- in die A-Klasse auf und pendelte in den folgenden 29 Jahren immer zwischen dieser Klasse und der Bezirksliga. Diese stolze Serie gehört seit Sonntag der Vergangenheit an. Nach der 1:6-Niederlage in Möttingen steht der Abstieg des VfB in die Kreisklasse nun auch rein rechnerisch fest. Elf Punkte in 23 Spielen – so lautet die magere Ausbeute einer insgesamt enttäuschend verlaufenden Saison. Spartenleiter Robert Seitz, der 1984 als blutjunger Kicker übrigens beim A-Klassen-Aufstieg dabei war – richtet den Blick aber bereits wieder nach vorne. „Der Verein ist gefestigt. Jetzt wollen wir wieder etwas aufbauen“, so Seitz. Mit der Verpflichtung des Trainerduos Berkant Oral und Helmut Gruschka wurde die Nachfolge von Thomas Bartl, der aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, frühzeitig geregelt und auch ein deutliches Zeichen gesetzt. Schließlich ist Oral in der Region noch bestens bekannt, weil er vor ein paar Jahren mit dem FC Donauwörth von der Kreisklasse in die Bezirksliga marschierte und nur ganz knapp am Aufstieg in die Bezirksoberliga scheiterte. Der ehemalige Mittelstürmer kann gut mit Talenten arbeiten und übernimmt beim VfB laut Seitz eine „blutjunge Mannschaft“. Nach derzeitigem Stand bleibt das Team bis auf David Schiele, der in München seinen Lebensmittelpunkt hat, und Michael Weinberger (Spielertrainer SV Mauren) zusammen. Dazu kommen noch zwei hoffnungsvolle Akteure von den A-Junioren. „Unser Ziel ist es, in der Startelf einen Stamm von acht, neun Oberndorfern zu haben und zudem noch die eine oder andere Verstärkung von außerhalb zu bekommen“, gibt Robert Seitz die Strategie vor. (mer)

Eggelstetten freut sich bereits auf die Derbys

Die Vorrunde verlief beim SV Eggelstetten nicht nach Plan. Der Kreisklassist, der in den beiden Vorjahren jeweils als Vizemeister nur in der Relegation den Aufstieg in die Kreisliga verpasst hatte, dümpelte im Mittelfeld und kam nicht richtig voran. Was auch an zahlreichen verletzten Leistungsträgern lag. Doch zuletzt hat der SVE eine imposante Serie hingelegt. Seit der letzten Niederlage am 4. November 2012 beim FC Mertingen folgten sieben Siege und zwei Unentschieden. Im Frühjahr 2013 holte man 16 von 18 möglichen Zählern. Inzwischen rangiert Eggelstetten auf Platz drei – hat allerdings sieben Punkte Rückstand auf Pfaffenhofen und acht auf Tabellenführer Flotzheim. „Völlig aufgegeben haben wir uns noch nicht, aber wir bleiben natürlich realistisch“, meint dazu Spartenleiter Hubert Buchart. Zwar gastiert man noch in Pfaffenhofen und könnte im direkten Duell aufholen. Doch eines der beiden Top-Teams müsste in den verbleibenden vier Spielen schon gehörig ins Stolpern kommen. „Wir haben unsere Chancen natürlich in der Vorrunde verpennt“, blickt Buchart kritisch zurück. Insgeheim schaut man schon auf die kommende Saison, will dafür jetzt noch Schwung und Selbstvertrauen holen – zum Beispiel am morgigen Mittwoch im Toto-Pokal-Halbfinale gegen den Kreisligisten FC Maihingen. Das Trainer-Duo Marco Fuchs/Stefan Wersinger bleibt dem SVE erhalten und – so hofft Buchart – auch der Großteil der Mannschaft. Besonders heiß ist man bereits auf das Derby gegen den Kreisliga-Absteiger VfB Oberndorf. An ein Duell der Ortsrivalen im Liga-Betrieb können sich in Eggelstetten nur noch die älteren Fans erinnern, auch für Buchart sind diese Partien Neuland. (unf)

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Bezirksliga-Debüt mit 65 Jahren

Eigentlich hatte Schiedsrichter Hans Breuer seinen Arbeitstag am Sonntag nach der Leitung des Benefizspiels zwischen den Mond-Spritzern und den Alten Herren des FC Donauwörth bereits beendet. Frisch geduscht verstaute er seine Tasche im Auto und wollte dann ganz entspannt das Bezirksliga-Heimspiel des FC gegen Wiesenbach verfolgen. Daraus wurde aber nichts, weil ein Schiedsrichterassistent beim Warmmachen einen Schwächeanfall erlitt – mittlerweile geht es ihm wieder besser – und er nicht einsatzfähig war. Die Partie schien zu platzen, also erklärte sich Breuer bereit, einzuspringen. Routiniert stand der 65-Jährige an der Linie und erhielt nach dem Spiel Lob von allen Seiten. „Beide Mannschaften, der Beobachter und der leitende Schiedsrichter Carsten Spindler waren mit mir sehr zufrieden“, freute sich Breuer nach seinem Bezirksliga-Debüt, das die Gastgeber mit 4:1 gewannen. Denn in den knapp 25 Jahren, seitdem er als Schiedsrichter im Einsatz hatte er es noch nie in die höchste schwäbische Spielklasse geschafft. „Mein Ziel ist jetzt die WM in Brasilien“, witzelte Breuer gestern gegenüber der DZ. (mer)

Ein Feldspieler muss bei Donaumünster ins Tor

„An der Ausgangslage hat sich nichts geändert.“ Alfred Rauch, Spartenleiter des SV Donaumünster/Erlingshofen, ist auch nach der 0:8-Pleite seines Teams in Bubesheim zuversichtlich, „dass wir den Klassenerhalt schaffen“. Dass das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Ettenbeuren ein Schlüsselspiel wird, sei Spielern wie Verantwortlichen schon lange klar. Die Spielplanung der Bezirksliga Nord will es so, dass der SVDE ausgerechnet am vorletzten Spieltag einen direkten Kontrahenten zu Gast hat. Zwei Punkte trennen die Donautaler vom Relegationsplatz – den im Moment eben Ettenbeuren einnimmt. Mit einem Sieg könnten sich der SVDE deutlich Luft verschaffen, die auch notwendig wäre, denn zum Finale gegen den FC Donauwörth rechnet sich auch der Spartenleiter nicht viel aus. Aber immerhin: Auch in dieser Partie hat Donaumünster/Erlingshofen Heimrecht. Im Spiel gegen Ettenbeuren wird Hendrik Massink das Tor hüten. Er ist der Torwart der A-Junioren der JFG Donauwörth, der der SVDE angehört, war aber bei der Niederlage in Bubesheim nicht dabei. So musste Johannes Gruber als Feldspieler zwischen die Pfosten, weil der etatmäßige Keeper Florian Baierl nach einem „unschönen Wortwechsel“ mit dem Unparteiischen die Rote Karte sah. Gruber, früher selbst auch Torhüter, stand auf verlorenem Posten, weil die Bubesheimer ihre Überzahl gnadenlos ausnutzten. (bih)

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