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Nachlese

03.12.2019

Jahresabschluss hat verbales Nachspiel

Viel Diskussionsstoff lieferte das Regionalligaspiel zwischen dem TSV Rain und dem SV Heimstetten, das die Hausherren 2:1 gewannen. Gästetrainer Christoph Schmitt, hier im Austausch mit dem Schiedsrichter, hatte nach dem Spiel allerdings keinen Gesprächsbedarf mehr. Die Pressekonferenz ließ er sausen. Das wiederum konnte Rains Coach Alexander Käs (Bildmitte) nicht verstehen. Und auch sein Sportlicher Leiter Alexander Schroder meldete sich noch zu Wort.
Bild: Gerd Jung

Trainer des SV Heimstetten schwänzt die Pressekonferenz. Das kritisiert der Coach des TSV Rain. Dessen Sportlicher Leiter aber sieht mangelndes Fair Play auch beim eigenen Team

Als sich Rains Trainer Alexander Käs am Samstagnachmittag auf seinen Platz bei der Pressekonferenz setzte, blieb der für seinen Kollegen Christoph Schmitt vorgesehene Stuhl leer. Ungewöhnlich lange hatten die Gäste im Sportheim des TSV Rain gewartet. Eine dreiviertel Stunde nach Abpfiff startete dann die obligatorische Runde, bei der im Normalfall beide Cheftrainer ihre Einschätzung zum Spiel abgeben und Fragen beantworten. Nach dem 2:1-Heimsieg der Rainer über den SV Heimstetten, der aus einer durchaus hitzigen Partie heraus entstand, ließ sich der Gästetrainer aber entschuldigen. Die Brisanz der Regionalliga-Begegnung war natürlich auch dem Tabellenstand geschuldet. Rain verbesserte sich nach dem Erfolg, den Doppelpacker Tjark Dannemann sicherstellte, auf Rang zwölf in der Tabelle mit vier Punkten vor Heimstetten, das auf einem Abstiegsrelegationsplatz überwintern muss.

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Gästetrainer Schmitt haderte wohl mit mehreren Aktionen der Hausherren, die mit allen Mitteln versucht hatten, den Sieg über die Zeit zu bringen. Freilich ist es deutlich angenehmer, nach einem Sieg zur Pressekonferenz zu gehen als nach einer Niederlage, jedoch schien Schmitt an diesem Nachmittag nicht nur ein Problem mit der Auswärtspleite zu haben, sondern auch mit dem Verhalten der Heimmannschaft.

Und so nahm Alexander Schroder schließlich bei der Pressekonferenz statt Schmitt neben Käs Platz. Rains Sportlicher Leiter verteidigte den Gästetrainer: „Ich bitte hier schon darum, Christoph Schmitt ein bisschen zu verstehen. Ich stand mit ihm nach dem Abpfiff eine Viertelstunde draußen und habe mich mit ihm unterhalten. Es waren schon, auch wenn es für uns am Ende glücklich ausgegangen ist, Aktionen von uns dabei, die nicht das Fair Play zeigen. Das gilt für drinnen wie auch für den Bereich außerhalb des Spielfelds.“

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Zudem forderte er mehr Disziplin auf dem Platz. Seiner Meinung nach bestehe dort beim TSV Rain noch Verbesserungsbedarf, so Schroder weiter. Er verwies auf mehrere Platzverweise in der Hinrunde und den damit verbundenen Meldungen. Dennoch räumte er ein: „Am Ende muss eben einer von Heimstetten kommen und sich äußern.“ Schroder selbst hatte, wie er im Sportheim erzählte, in der vergangenen Saison den ehemaligen Rainer Trainer Daniel Schneider nach dem Spiel in Hankofen vertreten. Dieser hatte sich ebenfalls geweigert, sich nach der Partie Fans und Medienvertretern zu stellen.

TSV-Trainer Alexander Käs fand hingegen vor Schroders Appell schon sehr deutliche Worte und kritisierte das Auftreten der Gäste: „Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich glaube schon, dass wir in der Regionalliga Bayern sind. Der Gegner hat heute gemeint, wir spielen in der Champions League. Die haben sich aufgeführt wie der FC Barcelona. Das Verhalten vom Kollegen gerade sagt alles aus. Aber damit möchte ich mich gar nicht lange aufhalten, da stehen wir drüber.“

Freilich hatte Rain in einer sehr emotionalen und aufgeheizten Schlussphase teils grenzwertig agiert, jedoch trugen auch die Gäste zur hitzigen Stimmung bei. Die beiden Platzverweise gegen Heimstetten waren gerechtfertigt, in weiteren Zweikämpfen agierten beide Mannschaften teilweise zu hart. In einem Sechs-Punkte-Spiel gegen den Abstieg, wie diese Partie im Vorfeld oft bezeichnet wurde, war fußballerischer Glanz kaum zu erwarten. Vorbildlich waren, vor allem in der Schlussviertelstunde, viele Aktionen beider Teams trotzdem nicht gerade. Eine Debatte darüber wäre nach dem Spiel möglich und wünschenswert gewesen, jedoch nicht mit Christoph Schmitt. Der blieb dem Rainer Sportheim ja fern.

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