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Fußball

17.11.2017

„Marco ist einfach ein geiler Zocker“

Fieberte zuletzt bei den Play-off-Spielen zur WM mit „seinen“ Kroaten: Marco Luburic vom TSV Rain.
Bild: Dirk Sing

In der Jugend spielte Marco Luburic bereits für den FC Augsburg, 1860 München und FC Ingolstadt. Jetzt will der 19-jährige Deutsch-Kroate beim TSV Rain durchstarten.

Rain Wenn Alexander Käs, Trainer der Bezirksliga-Mannschaft des TSV Rain, über Marco Luburic spricht, huscht spontan ein Lächeln über sein Gesicht. „Der Marco“, kommt es bei Käs wie aus der Pistole geschossen, „ist einfach ein geiler Zocker“. Angesprochen auf die Qualitäten des 1,75 Meter großen Mittelfeld-Akteurs muss der A-Lizenz-Inhaber nicht lange überlegen. „Lubu ist technisch ungemein beschlagen, verfügt über eine hohe Spiel-Intelligenz und einen erstklassigen Schuss. Auch in Eins-gegen-Eins-Duellen ist er schwer vom Ball zu trennen“, berichtet Käs.

Allesamt Attribute und Fähigkeiten, die eigentlich auf einen ausgereiften und routinierten Leistungsträger im Bayernliga-Team des TSV Rain hindeuten. Doch die Rede ist in diesem Fall von einem gerade einmal 19-jährigen jungen Mann, der in dieser Saison sein erstes Jahr im Senioren-Bereich absolviert. Auch wenn ihm sein Coach Alexander Käs eine „erstaunlich rasche Umstellung“ attestiert, sei ihm zunächst der Übergang vom Nachwuchs- in den Herren-Bereich nicht unbedingt leicht gefallen. „Gerade in Sachen Trainings-Intensität, aber auch spielerisch, körperlich und von der Geschwindigkeit her ist zwischen Jugend und Erwachsenen schon nochmals ein großer Unterschied“, berichtet Luburic.

Seine fußballerische Grundausbildung bekam der in Friedberg geborene Sohn kroatischer Eltern, der Luka Modric und Isco (beide Real Madrid) als seine sportlichen Vorbilder nennt, gleich in drei bekannten und renommierten Nachwuchs-Zentren in Bayern vermittelt. Nach seinen Anfängen als Knirps beim TSV Dasing zog es Luburic im Alter von acht Jahren zum FC Augsburg. Über die weiteren Stationen TSV 1860 München und abermals FC Augsburg landete er schließlich – nachdem er bei einem Probetraining den damaligen U17-Trainer und heutigen Chefcoach der Profis, Stefan Leitl, überzeugen konnte, für ein Jahr beim FC Ingolstadt 04.

„Natürlich war das Ganze, speziell in München und Ingolstadt, aufgrund der Entfernungen schon sehr zeitaufwendig. Aber wenn man als Jugendlicher den Traum vom Profifußball im Kopf hat, dann bringt man die Kombination aus den ständigen Auto- und Zug-Fahrten, Trainings, Spielen und Schule schon irgendwie unter einen Hut“, erklärt Luburic. Allerdings lernte er dabei auch frühzeitig die Schattenseiten des knallharten Fußball-Geschäfts bei den Profi-Vereinen kennen. „Spielerisch und technisch konnte ich eigentlich in jeder Mannschaft mithalten. Mein Problem war vielmehr, dass ich schon damals körperlich eher schmächtig war“, berichtet der Youngster. Nachdem ihm dieser Nachteil („Das habe ich von meinen Trainern immer wieder zu hören bekommen – was logischerweise schon ziemlich frustrierend war.“) zuletzt auch beim FC Ingolstadt mehr oder weniger zum Verhängnis wurde, entschied er sich für einen Wechsel zu den U19-Teams des FC Stätzling (2015-2016/Landesliga) und TSV Nördlingen (2016-2017/Bayernliga), um „endlich wieder regelmäßig zu spielen“. Eine Entscheidung, die sich letztlich als „goldrichtig“ erwies.

Luburic fand nicht nur zur alten Stärke und seinem Selbstvertrauen zurück, sondern lernte in Nördlingen den damaligen A-Jugend-Trainer Karl Schreitmüller kennen. Auch wenn ’Lubu’ dort nicht unter ihm spielte (als Luburic nach Nördlingen wechselte, ging Schreitmüller zum TSV Rain) – aus den Augen verlor man sich nie. Im Gegenteil. „Karl war sicherlich ein ganz wichtiger Grund, warum ich mich vor Beginn dieser Saison für Rain entschieden habe“, so Luburic.

In seiner Wahl sieht sich der seit rund fünf Jahren mit seiner Familie in Gersthofen lebende „Kroate und Deutsche“ („Die WM-Play-off-Partien der kroatischen Nationalelf gegen Griechenland haben mich etliche Nerven gekostet.“), der in diesem Schuljahr an der FOS in Augsburg sein Abitur macht, voll und ganz bestätigt. „Ich trainiere hier mit dem Bayernliga-Team, bekomme hin und wieder meine Kurzeinsätze und sammle zudem viel Spielpraxis in unserer Bezirksliga-Mannschaft. So kann ich mich in aller Ruhe an den Senioren-Bereich gewöhnen“, schwärmt Luburic.

Dass das „Leichtgewicht“ (rund 67 Kilogramm) diesbezüglich auf einem „erstklassigen Weg“ (Trainer Alexander Käs) ist, bewies es im bisherigen Saisonverlauf schon reichlich. Ausgerechnet im Bezirksliga-Derby gegen den VfR Neuburg (16. August) erzielte Luburic mit einem mächtigen Geschoss aus 20 Metern nicht nur den 1:0-Siegtreffer (es war zugleich sein erstes Pflichtspiel-Tor bei den Senioren). Auch gegen sein Ex-Team aus Nördlingen (2:1) sowie zuletzt gegen den SC Bubesheim (3:2) war er erfolgreich. Darüber hinaus konnte sich Luburic beim 7:1-Sieg gegen den SV Heimstetten (19. August) erstmals in der Bayernliga-Torschützenliste verewigen.

„Marco hat ohne Frage alle Voraussetzungen, um sich mittel- und langfristig in der Bayernliga zu etablieren“, meint Alexander Käs. Bis es so weit ist, soll der Youngster in der derzeit so erfolgreichen Bezirksliga-Truppe (zuletzt acht Siege hintereinander) für weitere Tore und Furore sorgen. Und das aus Rainer Sicht möglichst schon am Samstag (14 Uhr), wenn das Rückspiel beim VfR Neuburg auf dem Plan steht. An guten Erinnerungen aus dem ersten Duell wird es Marco Luburic („Das war ein richtig geiles Match.“) dabei sicherlich nicht mangeln.

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