Fußball

27.09.2016

Neun Jahre bis zum Torerfolg

Robert Strauß hat sich kurz vor seinem 30. Geburtstag selbst beschenkt. Er schoss ein Tor für den FC Heidenheim gegen Kaiserslautern.
Bild: Deniz Calagan, dpa

Robert Strauß gelingt nach langer Zeit wieder ein Treffer in der 2. Bundesliga. Dem Verteidiger ist eines aber im Spiel noch wichtiger. Mündling und Brachstadt über ihre Erfolgsgeheimnisse.

von Helmut Bissinger und Thomas Unflath

Großsorheim/Heidenheim Schon vor seinem 30. Geburtstag, den er nächste Woche feiert, hatte ein Großsorheimer Grund zur Freude: Robert Strauß steuerte zum 3:0-Sieg des FC Heidenheim in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern das dritte Tor bei. „Eigentlich ist das Toreschießen nicht meine Aufgabe“, sagt er zwei Tage danach, als er seine Eltern im Ries besucht. „Aber das Gefühl, von den Fans im Stadion bejubelt zu werden, war schon toll“, gibt er zu. Die letzten Treffer in der zweiten Liga liegen immerhin neun Jahre zurück. Damals spielte Strauß noch beim FC Augsburg. Der Start in die Saison mit dem FC Heidenheim sei „wirklich gut“ gewesen, weil man eine tolle Truppe habe und jeder wisse, dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen darf. Der Verein mischt ganz vorne mit „und mir ist es wichtig, dass die Null steht“, verdeutlicht der Rechtsverteidiger seine Einstellung. Gegen die „roten Teufel“ habe man Tore geschossen, aber vor dem eigenen Kasten auch nichts zugelassen. Wenn es die Zeit zulässt, schaut er immer wieder mal gerne in Großsorheim vorbei, gerade wenn, wie gestern, Trainer Frank Schmidt einen trainingsfreien Tag gegeben hat. Zuhause genoss Robert Strauß mit Frau und Tochter die Sonne und das gute Essen bei Mama Helene. „Da ist es immer am besten“, schmunzelt er. Bratwürste mit Kartoffelsalat stehen nicht gerade oft auf dem Speiseplan eines Profikickers. Gestern Nachmittag ging es dann gemeinsam mit dem Vater zur Baustelle: So langsam wächst das Heim des Fußballers, sodass es wohl bald bezogen werden kann.

Mündling In der B-Klasse gibt es mit der FSG Mündling-Sulzdorf einen neuen Tabellenführer, nachdem der bisherige Spitzenreiter TKSV Donauwörth völlig überraschend von der Eintracht Tagmersheim-Rögling-Blossenau mit 4:0 abgefertigt wurde. „Wir bleiben aber am Boden“, dämpft Andreas Probst die Euphorie in Mündling. Im Sommer wechselte er als Trainer der SG Flotzheim-Fünfstetten zu seinem Heimatverein. Er coacht die Mannschaft nun gemeinsam mit Georg Heckel. „Wir haben ein neues Spielsystem umgesetzt“, berichtet Probst. Man spiele nun aus einer verstärkten Abwehr heraus mit einer Viererkette. Der Erfolg hat sich bereits eingestellt: Im Gegensatz zur Vorsaison kassiert die Mannschaft wesentlich weniger Gegentore. Nur sieben Mal in sieben Spielen musste Torwart Markus Bauch hinter sich greifen. Für den Routinier und Rückhalt des Teams ein ungewohntes Gefühl. Andererseits laufe es im Sturm ausgesprochen gut, berichtet Probst. Nur der SV Kaisheim als Tabellendritter hat bislang mehr Treffer erzielt. Das Trainerduo hat den Spielern eingeimpft, „immer nur von einem zum anderen Spiel zu denken“. Bislang habe man Gegner aus der hinteren Tabellenhälfte gehabt. Aber der Herbst werde „heiß“. Da würde sich zeigen, was die bisherigen Erfolge Wert seien, ist Probst überzeugt. Er glaubt, dass die derzeit ersten sechs Teams Meisterschaft und Aufstieg untereinander ausmachen werden. Schon am kommenden Montag kommt es für die Mündlinger zum „Kracher“: Auf eigenem Platz empfängt die FSG den punktgleichen TKSV Donauwörth.

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Brachstadt-Oppertshofen Am Sonntag hat es die SpVgg Brachstadt-Oppertshofen erwischt. Nach fünf Siegen in den ersten fünf Spielen der B-Klasse West 3 unterlag das Team von Trainer Daniel Thurian der zweiten Mannschaft des FC Pfaffenhofen-Untere Zusam mit 1:3. „Wir haben die taktischen Vorgaben nicht gut umgesetzt und auch nicht diszipliniert genug gespielt“, meint Thurian über die erste Pleite. Auch das Quäntchen Glück habe diesmal gefehlt. Trotzdem ist der Coach mit dem bisherigen Verlauf mehr als zufrieden. „Die Jungs ziehen gut mit und lernen schnell dazu.“

In der vergangenen Saison kam die SpVgg – damals noch in der B-Klasse Nord – nicht über einen mäßigen neunten Platz hinaus. Was sind die Gründe des aktuellen Aufschwungs? „Hauptsächlich haben wir an unserem Spiel gearbeitet“, sagt Thurian. „Wir agieren besser als Einheit und versuchen, einfachen Fußball mit klarem Konzept zu spielen.“ Das funktioniere bisher ganz gut. Zudem gelang es, die Abgänge durch Matthias Schiele (TSV Bissingen) sowie Thurians Brüder Benedikt und Patrick zu kompensieren. Der Wechsel in die West-Gruppe habe mit dem guten Lauf aber nichts zu tun. „Da gibt es keinen Unterschied. Aber unsere Einstellung ist nun eine andere.“

Am Samstag steht nun das Spitzenspiel bei Tabellenführer VfL Zusamaltheim an. Dieser gilt als Top-Favorit auf die Meisterschaft, hat aber nach ebenfalls fünf Siegen zum Auftakt am Sonntag auch zum ersten Mal verloren. „Der Druck liegt bei Zusamaltheim, die haben das klare Ziel Aufstieg“, meint Thurian, der darauf hofft, „dass wir den Favoriten etwas ärgern können“. Die Partie habe zudem eine gewisse wegweisende Bedeutung, ob die SpVgg dauerhaft oben dran bleiben kann. Ein Saisonziel in Form eines Tabellenplatzes möchte Thurian nicht festlegen. Er gibt stattdessen als Parole aus: „Wir wollen zunächst mal ordentlichen Fußball spielen. Wenn der Verein und die Zuschauer zufrieden sind, ist alles okay. Für den Aufstieg gibt es andere Kandidaten.“ Die Partie in Zusamaltheim ist zumindest ein guter Gradmesser, wie die Kesseltaler mithalten können.

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