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Kunstturnen

16.11.2017

Olympia-Held kommt in den Landkreis

Andras Toba freut sich nach seiner gelungenen Pauschenpferd-Übung bei der WM-Qualifikation diesen Herbst in Stuttgart. Ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg zurück in die Weltklasse. Am Samstag turnt er in Nördlingen.
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Andras Toba freut sich nach seiner gelungenen Pauschenpferd-Übung bei der WM-Qualifikation diesen Herbst in Stuttgart. Ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg zurück in die Weltklasse. Am Samstag turnt er in Nördlingen.
Bild: Deniz Calagan/dpa

Andreas Toba tritt am Samstag mit dem TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau bei der KTV Ries an. Auch 14 Monate nach seiner legendären Pauschenpferdübung von Rio bewegt er die Fans.

Nördlingen Der Weg zum Ruhm war für Kunstturner Andreas Toba ein schmerzhafter und er dauerte nur ein paar Hundertstelsekunden. Bei seiner Bodenübung in der Mannschaftsqualifikation der Olympischen Spiele 2016 in Rio zog er sich im rechten Knie einen Kreuz- und Innenbandriss zu. Weil er anschließend trotzdem am Seitpferd antrat und damit dem deutschen Team den Finaleinzug sicherte, wurde er zum Olympiaheld, zum „Hero de Janeiro“. Zahllose Talkshow-Auftritte folgten, er erhielt den „Bambi“ und bei der Wahl der Sportler des Jahres 2016 einen Ehrenpreis.

Mittlerweile ist im Leben des 27-jährigen Athleten wieder leidlich Alltag eingekehrt. Alltag, das heißt für den Nationalturner auch Zweitbundesliga-Einsätze für seinen Verein TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Mit dem Club aus dem württembergischen Nachbarlandkreis ist Toba wie ein Wirbelsturm durch die Saison gefegt und hat sechs klare Siege mit unglaublichen 71:1 Gerätepunkten gesammelt. War die Liga so schwach oder sein Verein so stark? Toba, ganz der Typ höflicher Kunstturner, antwortet diplomatisch: „Die zweite Liga hat viele gute Vereine mit vielen guten Athleten. Aber wir sind im Vorjahr extrem unglücklich abgestiegen und gehören eigentlich in die erste Bundesliga.“

Ob der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau tatsächlich in die Beletage des nationalen Kunstturnens zurückkehrt (in der derzeit auch noch der TSV Monheim vertreten ist), entscheidet sich nicht am kommenden Samstag in Nördlingen, wo der siebte und letzte Wettkampftag der Saison ansteht (Hermann-Keßler-Halle, Beginn 18 Uhr). Als Meister der 2. Liga Nord stehen die Württemberger nämlich vorzeitig fest, das vermeintliche Gipfeltreffen mit dem bisherigen Tabellenzweiten TSG Grünstadt haben Toba und Co. am vergangenen Samstag hoch überlegen mit 66:5 Score Punkten für sich entschieden. Für die Rückkehr in die erste Liga ist letztlich der Aufstiegswettkampf am 9. Oktober maßgeblich, bei dem die Meister der beiden zweiten Ligen im direkten Duell aufeinandertreffen. Die 2. Bundesliga Süd führt derzeit der Stadt-Turnverein Singen knapp vor dem TSV Pfuhl an; beide können am letzten Wettkampftag noch Meister werden.

Mit welchem Vorsatz geht die KTV Ries, die als Aufsteiger mit bereits drei Siegen und dem sicheren Klassenerhalt alle Saisonziele erreicht hat, in den Wettkampf gegen das Überfliegerteam? „Ein Gerät gewinnen“, sagt KTV-Trainer Jürgen Wundel, „das wäre mehr, als die gesamte Liga geschafft hat.“ Andreas Toba macht den Riesern allerdings wenig Hoffnung: „Wir werden das sehr konzentriert angehen, einerseits als Generalprobe für den Aufstiegswettkampf, für mich persönlich aber auch als Vorbereitung für den Weltcup nächste Woche in Cottbus.“ An vier Geräten hat der Olympiaheld zuletzt in der Liga geturnt, am Boden und Sprung, wo das gerade geheilte Knie naturgemäß besonders belastet wird, noch keine konkurrenzfähigen Übungen trainieren können. „Nach so einer Verletzung muss man halt viel Geduld haben, aber immerhin geht es stetig vorwärts.“

Mit seiner neuen, ihm zunächst unangenehmen Rolle als „Hero de Janeiro“ hat sich Toba mittlerweile arrangiert, sie sei ein Lebensereignis, das ihn charakterisiere und nicht mehr stresse, sagt er. Mit seinem besten Freund Murat Yildirim als Geschäftspartner hat er vor ein paar Wochen in seiner Heimatstadt Hannover ein Café eröffnet. Es trägt den Namen „Hero’s“...

Persönliches Andreas Toba, geboren am 7. Oktober 1990 in Hannover, Sohn des deutsch-rumänischen Kunstturners Marius Toba. Olympiateilnehmer mit dem deutschen Nationalteam 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro. Dort wurde er zum „Hero de Janeiro“, als er in der Mannschaftsqualifikation trotz eines am Boden erlittenen Kreuzbandrisses noch seine Übung am Pauschenpferd turnte. 2016 deutscher Meister im Mehrkampf und an den Ringen.

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