Fußball

15.05.2018

Party auf der Krankentrage

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Kurz vor dem Abtransport des verletzten Dominik Zahner mit dem Krankenwagen gesellten sich seine Teamkollegen zu ihm, denn der SV Donaumünster-Erlingshofen spielt auch in der neuen Saison in der Bezirksliga.
Bild: Izsó

Wie sich Donaumünsters Dominik Zahner die Schulter auskugelt und trotzdem den Ligaverbleib feiern kann. Auch Münster und Riedlingen haben ein feuchtfröhliches Wochenende hinter sich. Kaisheim steht vor mehreren Relegationsspielen

Tapfheim-Donaumünster Wenn schon eine ausgekugelte Schulter, dann wenigstens noch den Klassenerhalt in der Bezirksliga feiern – dieses Trostpflaster erhielt am Samstag Dominik Zahner vom SV Donaumünster-Erlingshofen. Im Spiel gegen den TSV Meitingen fiel er in der 83. Minute unglücklich. Schnell war klar, dass Zahner ins Krankenhaus musste. „Die Schulter ist zwar gleich wieder reingesprungen, beim Röntgen sprang sie dann aber wieder raus“, sagt Zahner. Da es noch ein paar Minuten dauerte, bis der Krankenwagen eintraf, erlebte der Bissinger den Zeitpunkt des sicheren Klassenerhalts noch live mit. Der SVDE hatte zwar gegen den TSV Meitingen mit 2:3 verloren, jedoch unterlag auch der SV Wörnitzstein-Berg und kann mit vier Punkten Rückstand bei noch einem verbleibenden Saisonspiel nicht mehr an den Donaumünsterern vorbeiziehen. „Wir haben schon ein bisschen gehofft, dass Ecknach gegen Wörnitzstein gewinnt“, verrät Zahner.

Nachdem er im Krankenhaus geröntgt sowie mit einer Bandage und einer Schlinge versorgt worden war, konnte er wieder nach Hause gehen – oder ins Vereinsheim. „Wir sind am Abend noch zusammengesessen und haben eine kleine Feier veranstaltet“, sagt er. Die großen Feierlichkeiten gebe es dann nach dem letzten Saisonspiel am kommenden Wochenende gegen Bubesheim. Erst gemeinsam mit den Kickern des TSV Haunsheim (Kreisliga West, Anm. d. Redaktion), mit denen schon im vergangenen Jahr gefeiert wurde, dann noch einmal im eigenen Vereinsheim.

Beim SVDE sei man nun froh, dass es trotz vielen Rückschlägen und großen Personalsorgen schließlich doch noch mit dem Klassenerhalt geklappt hat. Zahners Dank gilt deshalb einigen Vereinskollegen, die spontan für die Verletzten einsprangen: „Toll, dass wir Spieler haben, die schon über 40 sind und trotzdem noch in der Mannschaft aushelfen.“ Für die neue Saison hofft Zahner wieder fit zu sein. Wie lange er ausfällt, ist noch unklar, ein MRT soll nun klären, ob beim Auskugeln der Schulter Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden.

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Münster Ein Wechselbad der Gefühle erlebte der SV Münster am Sonntag in der Kreisliga Ost. Beim FC Stätzling 2, der seinerseits bei einem Sieg noch Chancen auf den Nichtabstieg gehabt hätte, hatte man bei einer 2:0-Führung nach gut einer Stunde den Sieg und damit den Klassenerhalt vor Augen. Nach dem Anschlusstreffer der Heimelf (74.) begann das große Zittern – bis in die Nachspielzeit. Der Schiedsrichter hatte drei Minuten angezeigt, doch es lief schon die 95. Minute, als sich die Ereignisse überschlugen.

Ein Stätzlinger kam im SVM-Strafraum zu Fall, es folgten lautstarke Proteste der Hausherren. Der Unparteiische wollte hierfür bereits die Gelbe Karte zeigen, als plötzlich der Linienrichter eingriff. Er wollte ein Foulspiel gesehen haben. Daraufhin entschied der Schiedsrichter zum Entsetzen der Münsteraner Spieler und Zuschauer tatsächlich auf Elfmeter – 2:2. Beim folgenden Anspiel der Gäste aus Münster stürmten alle Stätzlinger nach vorne, Münsters Julian Spies steckte den Ball durch auf Markus Hörmann, der praktisch von der Mittellinie alleine auf Tor zulief und in der 96. Minute den umjubelten Siegtreffer markierte.

„Das Spiel steht sinnbildlich für die gesamte Saison. Wir hatten immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen“, resümiert Münsters Spielertrainer Bernhard Schuster. Trotz einer Serie von sieben Niederlagen in Serie zuvor habe seine Truppe nie aufgesteckt. „Sie hat jede Woche von Neuem im Training und in den Spielen Vollgas gegeben und daran geglaubt, dass man sich dadurch aus dem Tief befreit. Und genau das ist in der Nachspielzeit am Sonntag eingetreten“, ist Schuster erleichtert. „Chapeau an die ganze Mannschaft für diese Moral.“

Der 29-Jährige verabschiedet sich somit mit dem Klassenerhalt aus Münster – er übernimmt bekanntlich ab Sommer den FC Mertingen. Er blicke mit Stolz auf die zwei erfolgreichen Jahre beim SVM zurück, so Schuster. „Ich bedanke mich auch bei den Verantwortlichen für das Vertrauen und die Unterstützung.“ Sein Co-Trainer Hörmann wechselt zum SV Marienstein (Bezirksliga Mittelfranken Süd). Ab Juli geben dann beim SV Münster Denis Buja (derzeit SV Echsheim) und Florian Steppich (TSV Meitingen 2) die Kommandos.

Riedlingen Noch bevor sich am Sonntagabend ein Unwetter über Riedlingen entlud, brachen bereits zuvor am Bahnweg alle Dämme: Die SpVgg Riedlingen machte mit einem 4:1-Sieg gegen den SV Genderkingen die Meisterschaft in der Kreisklasse Nord II und den Aufstieg in die Kreisliga perfekt. Der Schlusspfiff war zugleich Startschuss für eine lange Jubelnacht. Spartenleiter Michael Braunwart wusste gestern Mittag noch gar nicht, wie lange es im Sportheim ging: „Ich habe die Feier gegen Mitternacht verlassen, unser Trainer Michael Jenuwein anscheinend etwas später.“ So mancher Kicker der Spielvereinigung habe aber wohl bis zum Morgen weitergemacht, vermutet Braunwart. Die Meisterschaft sei die Krönung einer beeindruckenden Saison gewesen, bilanziert der Spartenleiter. „Wir haben eine starke Spielzeit hinter uns. Aber natürlich war auch wichtig, dass wir lange von Verletzungen verschont blieben.“ Erst jetzt in den vergangenen Wochen hätten einige Leistungsträger gefehlt. Die wenigen Ausfälle sowie die beiden Neuzugänge Kevin Kutzner und Robert Genschel, die früher bereits in der Riedlinger Jugend aktiv waren, hätten mit dazu beigetragen, dass es dieses Jahr mit dem Titel klappte, nachdem man auch bereits vergangene Saison lange mit im Aufstiegsrennen war.

Möglich gemacht haben den Erfolg zum großen Teil Spieler, die aus der eigenen Jugend kommen. „Das ist der Weg, den wir dauerhaft gehen wollen“, erläutert Braunwart. Ein großer Teil der jetzigen Mannschaft hatte in den vergangenen Jahren bereits den Sprung von der B- und A-Klasse in die Kreisklasse geschafft. Dieser Teamgeist eines starken Jahrgangs ist ein bedeutender Schlüssel zum Erfolg. Durch den breiten Kader mit eigenen Nachwuchskräften war es auch möglich, in dieser Saison die zweite Mannschaft im Spielbetrieb der B-Klasse West III einzusetzen. Dort belegt sie einen starken vierten Rang.

Die Kreisliga sei für die Riedlinger Kicker Neuland. Deswegen gelte es, in der neuen Saison zunächst die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen, so Braunwart. Spielerisch werde man gut mithalten können, zeigt er sich zuversichtlich, doch am Ende müssten auch die Ergebnisse stimmen. Erfolgstrainer Michael Jenuwein wird das Team auch weiter betreuen. Doch zunächst steht am Pfingstsamstag der letzte Spieltag an. Da erste wie zweite Mannschaft in Dillingen antreten, werde man schon mittags gemeinsam mit dem Bus aufbrechen. Am Abend steht dann die Saisonabschiedsfeier an, bei der noch einmal auf die erfolgreiche Spielzeit angestoßen werden darf.

Die Relegation ist sicher, sonst aber nichts!

Kaisheim Die Relegation ist sicher, sonst aber nichts! Der SV Kaisheim hat sich mit einem 10:0-Kantersieg bei Schlusslicht SV Hohenaltheim den zweiten Platz in der B-Klasse Nord gesichert. „Jetzt wollen wir natürlich den Aufstieg“, sagt Spielertrainer Andreas Maier. Er hat vier der zehn Tore erzielt, Armin Janik hat sechs beigesteuert. Die Tormaschinerie der Kaisheimer läuft also auf vollen Touren. „Und weil wir wissen, was wir können, sind wir zuversichtlich“, gibt sich Maier optimistisch.

Dabei weiß er natürlich, dass die Relegation, die unmittelbar nach dem letzten Saisonspiel am kommenden Samstag wohl in der Woche nach Pfingsten ausgetragen wird, alles andere als ein Spaziergang werden wird. „Wir kennen unsere Gegner nicht“, gibt der Trainer zu. Fünf Mannschaften spielen um den Aufstiegsplatz, einige haben in der ersten Runde ein Freilos, die Kaisheimer aber nicht. Maier erwartet teilweise Fahrten bis zu 50 oder 60 Kilometer und Gegner, die niemand im Verein kennt. „Hauptsächlich sind es alles zweite Mannschaften“, sagt Maier und sieht dies als einen Nachteil, wisse man doch nicht, welche Akteure in diesen Spielen von den Vereinen eingesetzt werden. Die langen Anfahrtswege hätten große Nachteile: Bei Anpfiff um 18 Uhr und langer Anreise müssten die meisten Spieler einen halben Tag Urlaub beantragen und bekommen. Verständnis für eine solche Regelung hat man in Kaisheim deshalb nicht. Maier nennt das, was auf den SVK zukommt“, „ganz schwierig“.

Das Potenzial zum Aufstieg sei aber im Team vorhanden. In der Rückrunde habe man nur zwei Partien verloren, „das waren aber die entscheidenden“. Maier erinnert an die Niederlage gegen Meister Tagmersheim-Rögling-Blossenau, wo man noch eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben habe und die Schlappe in Mauren, als der SVK in der letzten Minute noch ein Tor hinnehmen musste, das Siegtor für den SVM. „Jetzt erst recht“ gelte nun als Devise. Jeder in der Mannschaft und jeder im Verein wollten nun aber „unbedingt“ den Aufstieg.

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