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Interview

13.05.2020

Roland Pickhard: „Viel Herzblut in unseren Vereinen“

Roland Pickhard ist Kreisvorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbands.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Roland Pickhard ist Kreisvorsitzender des Bayerischen Landes-Sportverbands. Im Interview spricht er über die Nöte der Vereine und die Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie derzeit von den Vereinen, wie ist die Situation insgesamt im Landkreis?

Roland Pickhard: Es ist für die Sportvereine eine schwierige Zeit. Bei vielen Gesprächen, aber auch im E-Mailverkehr, mit Vereinsvertretern und Übungsleitern tauchte immer wieder die Frage/Sorge auf, wann geht es mit dem Sportbetrieb und in welcher Form weiter. Daneben kommen die finanziellen Sorgen. Besonders betroffen sind Vereine, die feste Kosten haben. Ich denke hier an bestehende Verträge, wie für Geschäftsräume, Trainer usw., bei den Reitvereinen an die Futterkosten für die Pferde aber auch an die Unterhaltskosten der Sportanlagen. Einnahmen aus dem Spielbetrieb gibt es ja derzeit nicht.

Hilfe kam in den vergangenen Wochen auch durch die Verdoppelung der Vereinspauschale in Bayern von 20 auf 40 Millionen Euro...

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Pickhard: Die Verdoppelung der staatlichen Vereinspauschale in Bayern sehe ich sehr positiv. Hier erhalten die Sportvereine schnelle und unbürokratische Hilfe. Jeder Verein der heuer die Vereinspauschale beantragt hat, erhält automatisch das Doppelte. Die Anträge der Vereine wurden bereits zum 1. März eingereicht. Die Bearbeitung durch das Landratsamt ist erfolgt und das Ergebnis zum 1. April an die übergeordnete Behörde weitergeleitet. Die Arbeiten im Landkreis Donau-Ries sind erledigt. Sobald vonseiten der Staatsregierung die Fördermittel zugewiesen werden, können diese sofort durch das Landratsamt ausbezahlt werden.

Man hört immer wieder davon, dass Vereine in Deutschland über Mitgliederschwund klagen, da die Leute während der Corona-Krise ihr Geld zusammenhalten und keine Mitgliedsbeiträge mehr zahlen wollen. Gibt es dieses Problem auch in der Region?

Pickhard: Dem Bayerischen Landes- Sportverband Donau-Ries gehörten Anfang des Jahres 157 Sportvereine mit 56802 Mitgliedern an. Ein größerer Mitgliederrückgang in den Sportvereinen unserer Region ist derzeit noch nicht zu verzeichnen.

Wie sehen Sie persönlich, dass der Sportbetrieb auf Eis liegt?

Pickhard: Ich wünsche mir einen baldigen, stufenweisen Wiedereinstieg in den Sportbetrieb. Natürlich unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes. Denn Sport ist in dieser Situation für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sowie für die Gesundheitserhaltung enorm wichtig. Auch für den BLSV steht neben der finanziellen Unterstützung für den bayerischen Sport die stufenweise Wiederaufnahme im Mittelpunkt. Zusammen mit der Politik, dem DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund, Anmerkung der Redaktion), den Sportfachverbänden steht der BLSV im engen Austausch, um Vorschläge zur schrittweisen Wiederaufnahme des Sportbetriebs und zur Öffnung von Sportanlagen und -stätten zu entwickeln. Insbesondere für den Breiten- und Freizeitsport. Dass jetzt Individualsportarten wie Tennis oder Leichtathletik wieder ausgeübt werden dürfen sehe ich als sehr positives Signal. Aktuell leiden aber noch die Hallensportarten, wie Volleyball oder Basketball. Man darf ja gerade nur draußen in kleinen Gruppen trainieren.

Eigentlich müsste man da jede Sportart gesondert betrachten und über eine Lockerung entscheiden, da jede ihre Eigenheiten hat. Bei hunderten Sportarten wird das aber schwer möglich sein.

Pickhard: Deshalb müssten von den verschiedenen Fachverbänden Lösungsansätze kommen. Aber bei den Mannschaftssportarten ist das zum jetzigen Zeitpunkt natürlich schwierig. Klar ist, dass die Bundesregierung nicht alle Details ausarbeiten kann.

Glauben Sie, dass die Corona-Krise ein Vereinssterben auslöst?

Pickhard: Das hoffe ich nicht. In unseren Vereinen steckt so viel ehrenamtliches Engagement und so viel Herzblut, dass es auch nach diesen schwierigen Zeiten weitergeht. An dieser Stelle kann man sich nur bei allen Vereinsvorständen, Übungsleitern und ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement zum Wohle des Sports bedanken. Bitte haltet durch.

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