Motorsport

11.09.2018

Starker Auftritt beim Heimrennen

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5 Bilder
Spektakuläre Rennen sahen die Zuschauer auf dem Kesseltalring.
Bild: Szilvia Izsó

Ein abwechslungsreiches Programm und traumhaftes Wetter bescheren dem MC Kesseltal und über 2500 Besuchern ein hervorragendes Wochenende. Ein Fahrer liegt noch im Rennen um die Deutsche Auto-Cross-Meisterschaft.

Tapfheim-Brachstadt Am dritten Tag des Kesseltaler Auto-Cross war Bernd Spielbergers Stimme doch ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. „Vom vielen Reden und Organisieren“, sagte der Vorsitzende des Motor-Club Kesseltal ungewohnt heißer. Doch das nahm er gerne in Kauf angesichts der sehr gut gelungenen Großveranstaltung, die sich über das gesamte Wochenende gezogen hatte.

Traumhaftes Wetter, tolle Rennen und mehr als 2500 Besucher – mehr konnte sich beim MCK wohl keiner wünschen. Und auch wenn der Verein diesmal nicht das Finale im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ausgerichtet hat, war man aus sportlicher Sicht durchaus zufrieden mit dem Rennwochenende. Schließlich liegt mit Martin Fürst ein MCK-Fahrer im Kampf um den Titel immer noch ganz vorne. Der Amerdinger fuhr im vorletzten Lauf zur DM auf dem Kesseltalring mit seinem Cross Buggy (Klasse 5a) auf den ersten Platz, nahm die Höchstpunktzahl von 30 Zählern mit und liegt damit an erster Stelle in der Gesamtwertung. Doch unter Dach und Fach ist der Meistertitel noch nicht. In drei Wochen in Bautzen muss der Titelverteidiger beim Saisonfinale noch einmal die Nerven bewahren und eine gute Platzierung holen, um die Meisterschaft perfekt zu machen. Weniger Glück hatte sein Bruder Andreas – ehemals Deutscher Meister –, dessen Auto im ersten Saison-Rennen bereits zerstört wurde.

MCK-Fahrer kämpfen um möglichst gute Platzierungen

Zwar nicht um den Deutschen Meistertitel, dafür aber um gute Platzierungen ging es für die anderen MCK-Fahrer. Bei den Junioren fuhr Janik Baumgärtner aus Donauwörth in der Klasse 1a auf den fünften Platz. In der Klasse 1b schaffte es Jan Baltzer aufs Treppchen, er erreichte den dritten Platz. Der Amerdinger Marco Fürst wollte es seinem Onkel Martin Fürst nachtun. Als Führender schied er allerdings aus. Der technische Defekt an seinem Fahrzeug war offenbar eine Folgeerscheinung aus einem Unfall im Vorlauf, bei dem sich das Auto überschlagen hatte.

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Den zweiten Platz in der Klasse 2a der Junioren erreichte Julia Baltzer, während sich dahinter Steffi Geiger aus Tapfheim als Dritte einordnete. Auf Rang vier fuhr mit Philipp Zolda (Ebermergen) ein weiterer MCK-Fahrer. Lea Nattermann konnte im Finale nicht mehr starten, nachdem sie sich in einem Vorlauf überschlagen hatte, das Auto war zu stark beschädigt. „Manche Fahrer unterschätzen die Schnelligkeit der Strecke, da muss man sich darauf einstellen“, erklärte Tapfheims Bürgermeister Karl Malz, der selbst für den MCK regelmäßig Rennen fährt. Diesmal war Malz nur als Zuschauer dabei. Sein Toyota Corolla wurde vor zwei Wochen dermaßen demoliert, dass er beim Heimrennen nicht an den Start gehen konnte. Seine Saison-Bilanz sprach dennoch für ihn: drei Siege in sechs Rennen.

Einen starken Wettkampf zeigte Jürgen Fick in der Klasse 3a der Tourenwagen. Er gewann das Finale souverän. Jens Baltzer verpasste als Vierter knapp das Podest (3b). Der Erlingshofener Markus Geier hatte Pech, als er nach einem guten Start mit viel Gerangel wegen eines technischen Defektes schließlich liegen blieb. Natalie Straub und Michael Mengele wurden mit ihren Cross Cars Vierte und Neunter von insgesamt 14 Startern. Mit dem Cross Buggy (5b) gelang Michael Straub der Sieg. In dieser Klasse trat auch der ehemalige Rallye-Dakar-Fahrer Martin Behringer an. Dieser war jedoch mit seinem geliehenem Auto unzufrieden, sodass er im Finale gar nicht erst antrat.

Auch im Kesseltaler Auto-Cross-Pokal, einem vom MCK ausgeschriebenen offiziellen Wettkampf strebten die Gastgeber gute Platzierungen an. So erreichten bei den zweiradbetriebenen Supertourenwagen Benedikt Rößner, Michael Jenning und Markus Kurt die Plätze zwei, drei und vier. Jürgen Wiedemann fiel wegen eines technischen Defektes aus. Frank Wiedemann und Peter Lang fuhren mit ihren Cross Buggys auf die Plätze sechs und acht.

Kleiner Motorsport trifft auf großen Motorsport

Wer zwischen den Rennen etwas Zerstreuung oder am Abend Geselligkeit suchte, kam auf dem großen Gelände durchaus auf seine Kosten. Die Kinder tobten in der Hüpfburg, im Sandkasten oder probierten sich an den ferngesteuerten Modellfahrzeugen, die der Modellsportverein (MSV) Linsengericht mitgebracht hatte. Dafür war ein kleiner Parcours aufgebaut, über die die kleinen Autos jagden. „Es ist eine Nischensportart, aber wenn man es erst einmal ausprobiert hat, macht es richtig Spaß“, schwärmte MSV-Mitglied Sebastian Fenske. Der Verein tritt bei der Deutschen Meisterschaft an, so konnten die angereisten Mitglieder den Zuschauern zeigen, wie ein Modellauto in Perfektion über den Parcours zu steuern ist.

Oldtimer-Liebhaber konnten sich über die Ausstellung der sogenannten Rallye-Legenden freuen. Mit Manfred Pommer zeigte der ehemalige Vize-Europameister im Autocross den Zuschauern sein Können – und das mit einem über 100000 Euro teuren Auto.

Über den Erfolg und das große Publikum der Veranstaltung freute sich Bürgermeister Malz auch aus politischer Sicht. „Das ist eine Veranstaltung mit gutem Image in unserer Gemeinde, da gewinnt man schnell Freunde aus ganz Europa“, sagte er. Da er selbst häufig mitfahre und viele Rennstrecken kenne, werde er ein wenig als „Botschafter für den Rennsport missbraucht“, erklärte er schmunzelnd. Auf den Rennstrecken treffe er häufig andere Bürgermeister und Landtagsabgeordnete, die er dann vom Rennsport überzeuge.

Mindestens ebenso erfreut über ein gelungenes Wochenende war am Ende Bernd Spielberger. Das „super Wetter“ bedeutete für ihn und sein großes Team von freiwilligen Helfern auch weniger Arbeit als bei regnerischen Bedingungen. „Wir sparen uns beim Abbau einen Tag, weil wir nicht so viel putzen müssen“, erklärte er lachend.

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