Fußball

09.05.2017

Titel, Träume, Torwart-Tore

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„#alles für den Traum“ steht auf den Meisterschafts-T-Shirts der Spieler der FSG Mündling-Sulzdorf. Mit dem Titelgewinn wurde der Traum nun wahr.
Bild: Probst

Wie Mündling die Meisterschaft in der B-Klasse feiert und warum Wörnitzstein die Spitzenteams der Bezirksliga besonders liegen. Monheims Torwart erklärt seinen Treffer per Abschlag.

von Stephanie Utz und Thomas Unflath

Harburg-Mündling Die erste Meisterschaft eines DZ-Teams in der aktuellen Saison ist unter Dach und Fach: Die FSG Mündling-Sulzdorf zeigte am vergangenen Spieltag beim Fünften der B-Klasse Nord, dem FSV Utzwingen, keine Blöße und machte mit einem 3:0-Sieg den Titel perfekt. Für Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche gab es danach kein Halten mehr: Noch auf dem Platz wurde gefeiert.

Obwohl es für Trainer Andreas Probst nicht der erste Titel seiner Laufbahn war, stellte dieser für ihn doch etwas ganz Besonderes dar: „So etwas mit dem eigenen Heimatverein zu erleben ist sehr schön. Dass wir so souverän den Titel holen, ist glaube ich die größte Überraschung im Fußball-Kreis, das hätte wohl niemand vorher gedacht.“ Der grandiose Punkteschnitt von 2,79 sei vor allem deshalb so bemerkenswert, da die Mannschaft vor rund eineinhalb Jahren ziemlich am Ende gewesen sei. „Dieser Erfolg zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben“, sagt Probst, der die FSG im vergangenen Sommer als Trainer übernahm.

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Mittlerweile habe sich eine tolle Kameradschaft entwickelt und eine riesige Euphorie – im Verein, wie auch im Ort. „Jeder hat sich untergeordnet und sein bestes für das Team gegeben“, ist Probst spürbar stolz. Nun sei die Trainingsbeteiligung auch wieder viel höher geworden. Ein besonderes Lob spricht Probst seinem spielenden Co-Trainer Georg Heckel aus: „Er ist der kompletteste Spieler der Liga!“

Für die Mannschaft ging es nach dem Sieg in Utzwingen – und der kleinen Platz-Party in obligatorischen Meisterschafts-T-Shirts – noch ins Vereinsheim, um Titel und Aufstieg ordentlich zu feiern. Probst war sich jedenfalls nach dem Spiel sicher, dass es eine kurze Nacht werden würde.

Monheim Jahrelang war Marcel Frank für die Fußballer des TSV Monheim als Feldspieler aktiv, vor zwei Jahren wechselte er mangels Alternativen ins Tor. Seitdem steht er bei den Jurastädtern zwischen den Pfosten und absolviert dort zuverlässig seinen Dienst. Am vergangenen Sonntag hatte Frank aber einen ganz besonderen Auftritt, es war wohl der spektakulärste seiner kurzen Karriere als Keeper. Der TSV hielt in der Partie der Kreisklasse Nord II beim Aufstiegsaspiranten SV Eggelstetten bis in die zweite Hälfte ein torloses Remis, als es Strafstoß für die Heimelf gab. Doch Frank parierte den Schuss von Benedikt Steinle und hielt sein Team im Spiel. Wenig später gelang Eggelstetten dann doch die Führung, aber wenig später hieß es 1:1. Torschütze: Marcel Frank! Mit einem Abschlag überwand er seinen SVE-Kollegen Markus Becht und traf zum Ausgleich. „Ein Abschlag bis zum gegnerischen Strafraum ist kein Problem. Aber dass ich mal ins Tor treffe, hätte ich nicht gedacht“, meinte Frank nach seinem Ausgleichstreffer.

Bescheiden erklärt der Keeper, der auch bei den Turnern des TSV Monheim im Einsatz ist, dass für das Tor mehrere Faktoren zusammenkamen: Der Nebenplatz in Eggelstetten sei relativ klein, beim Abschlag herrschte starker Rückenwind und die Defensive des SVE habe anscheinend nicht konzentriert genug reagiert. So plumpste der Ball ins Netz. Am Ende half dies alles nichts, der TSV verlor mit 1:2, kann aber die Saison ohne Sorgen zu Ende spielen. Dann wird auch standesgemäß gefeiert. Ob er für seinen doppelten Coup als Elfer-Held und Torschütze etwas in die Mannschaftskasse zahlen muss, konnte Frank nach dem Spiel noch gar nicht beantworten.

Donauwörth-Wörnitzstein Für den Bezirksliga-Aufsteiger SV Wörnitzstein-Berg sah es lange Zeit nicht gut aus. Das Team von Trainer Volkan Cantürk steckte den größten Teil der Hinrunde tief im Tabellenkeller fest. Der Traum vom Klassenerhalt war in weite Ferne gerückt. Doch die Elf zeigte zur Rückrunde wieder bessere Leistungen und konnte sich nun, nach dem Sieg gegen die bis dato drittplatzierten Neuburger, auf den elften Platz schieben – raus aus der Abstiegszone. „Ich bin absolut zufrieden. Das Spiel war fabelhaft, unsere beste Saisonleistung“, lobt Spielertrainer Cantürk. Neuburg sei über 90 Minuten mehr oder weniger chancenlos gewesen. Und das, obwohl in der Wörnitzsteiner Startaufstellung sechs Spieler standen, die zu Beginn der Saison noch in der Jugend oder dem A-Klasse-Team des Vereins gekickt hatten.

In der Hinrunde habe man teilweise nur mit fünf oder sechs Leuten trainieren können, da es viele Studenten im Team gab, die häufig fehlten. Zudem sei der Kader generell sehr klein gewesen. Aus der zweiten Mannschaft wollten zunächst die Spieler nicht in die unbekannte Bezirksliga-Mannschaft wechseln, die wenige Monate zuvor noch als FC Donauwörth spielte, sondern das eigene Team unterstützen, erklärt Cantürk weiter. „Wir haben mit der Vereinsführung darüber gesprochen und dann einige Spieler aus der zweiten Mannschaft und der Jugend dazu bekommen“, sagt er und fügt hinzu: „ Es war allen klar was passiert, wenn wir die Spieler nicht kriegen.“ Mit personeller Unterstützung ging es dann wieder bergauf.

Dass der SVW seine Siege aber vor allem gegen vermeintlich deutlich stärkere Teams wie Neuburg oder Adelzhausen errungen hat, kann Cantürk erklären: „Das hat mit der Qualität dieser Mannschaften zu tun. Wir tun uns gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte leichter, weil sie mitspielen und Räume aufmachen. Die Möttinger etwa stehen dagegen tief und spielerisch können wir da nicht durchkommen.“

Im vorletzten Saisonspiel am kommenden Wochenende hat der SVW nun wieder ein Topteam vor der Brust, die tabellenzweiten Bubesheimer. „In unserer jetzigen Verfassung ist gegen Bubesheim alles möglich“, glaubt Cantürk. Zwar habe der SCB die besseren Einzelspieler, sieht er ein, doch wenn sein Team an die Leistung des jüngsten Spiels anknüpfen könne, habe es durchaus die Chance zu punkten. Auf Rechenspielchen zum Klassenerhalt will es der Übungsleiter aber nicht ankommen lassen: „Fußball kann verrückt sein. Wir werden einen Teufel tun und es darauf ankommen lassen.“ Doch bemerke er schon eine gewisse Lockerheit und Zufriedenheit im Team. „Wir müssen da noch einmal mit den Jungs reden, damit sie fokussiert bleiben.

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