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Turnen

19.11.2018

Versöhnliches Ende für den TSV Monheim

Kapitän Florian Lindner (Zweiter von links) verlässt den TSV Monheim in Richtung TG Saar, um dort um den Deutschen Meistertitel mitzuturnen. Von der Mannschaft und Trainer Mario Reichert (links) gab es eine herzliche Verabschiedung.
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Kapitän Florian Lindner (Zweiter von links) verlässt den TSV Monheim in Richtung TG Saar, um dort um den Deutschen Meistertitel mitzuturnen. Von der Mannschaft und Trainer Mario Reichert (links) gab es eine herzliche Verabschiedung.

Der TSV Monheim beendet die Saison in der 2. Bundesliga Nord auf dem dritten Platz. Nach dem engen Wettkampf gegen Heidelberg verabschiedet sich ein Leistungsträger – aber nur auf Zeit

Es war erneut spannend bis zum Schluss und wieder einmal behielten die Monheimer Turner die Nerven. Duelle gegen Heidelberg hatten in der Vergangenheit schon häufig besten Unterhaltungswert, bei denen die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. So auch dieses Mal beim letzten Wettkampf der Saison in der 2. Bundesliga Nord, den die Nordschwaben schließlich mit 38:30 gewannen. Durch diesen Erfolg schloss der TSV die Saison doch noch auf dem dritten Platz ab.

Dabei hatte es am Boden nicht besonders gut für Monheim begonnen. Offensichtlich schien der Respekt vor den Gästen recht groß zu sein, denn die Hausherren leisteten sich drei Stürze und verloren das Bodenturnen mit 0:9. Auch am Pferd konnten die Monheimer zunächst ihre Nervosität nicht ablegen, sodass sie zwischenzeitlich sogar mit 0:15 in Rückstand gerieten. Erst Florian Lindner und Jan Lederer holten die ersten Punkte und verkürzten das Ergebnis auf 8:15. Dies war die Initialzündung für eine starke Phase der Gastgeber.

TSV Monheim holt an den Ringen Punkte auf

Sehr souverän präsentierten sie ihre Ringeübungen, was ihnen folgerichtig einen deutlichen Gerätegewinn und sogar die Pausenführung von 20:18 einbrachte. Am Sprung folgte dann eine Saisonpremiere. Zum ersten Mal gelang den Monheimern in diesem Jahr der Gewinn der Sprungwertung, wobei sie vor allem bei drei von vier Duellen vom höheren Ausgangswert profitierten. Am Barren bauten Lukas Schlotterer und Florian Lindner den Vorsprung zunächst weiter aus. Als Julius Rabenstein allerdings ein grober Fehler unterlief, war Heidelberg in Person von Daniel Morres zur Stelle, der fünf Punkte holte. Im abschließenden Duell konnte Artjem Weimer etwas überraschend ein Unentschieden gegen Jimmy Verbaeys erturnen, obwohl der Heidelberger eine starke Übung mit deutlich höherem Ausgang zeigte. Somit betrug der Vorsprung vor dem Reck noch sechs Punkte.

Monheim präsentierte sich weiterhin souverän und erhöhte vor den beiden letzten Duellen auf 34:27. Die Heidelberger versuchten noch einmal, Druck aufzubauen, indem sie im dritten Duell ihren stärksten Turner setzten. Doch Norik Friedel konterte durch eine solide Übung, sodass er nur drei Punkte den Gästen überlassen musste. Mit fünf Punkten im letzten Duell hätte Heidelberg noch an Monheim vorbeiziehen können. Allerdings ließ Robert Alexandru-Pasca gegen Marvin Rauprich nichts mehr anbrennen und sicherte den Sieg. Außerdem belegte er mit neun Punkten Platz zwei der Topscorerwertung und musste nur Florian Lindner mit 13 Punkten den Vortritt lassen. Damit erreichte der Rumäne als bester Monheimer den dritten Platz in der Saisongesamtwertung.

Unterstützung kommt aus Brasilien

Auch wenn die Qualifikation für das Aufstiegsfinale am 8. Dezember in eigener Halle bereits vor dem Wettkampf verpasst worden war, unterstützten die eigenen Fans die Turner leidenschaftlich und lautstark. Unter ihnen befand sich auch Monheims langjähriger Bundesligaturner Charley Malewschik aus Brasilien, der nach zehn Jahren wieder einmal zu Besuch nach Deutschland kam und sich freute, langjährige Freunde wiederzusehen.

Großer Dank vonseiten des TSV Monheim ging an die Fans, denn diese hatten die Turner in der schwierigen Saison, die durch eine umfassende Verletzungsproblematik geprägt war, jederzeit unterstützt. Am Ende mussten die Fans jedoch noch eine schlechte Nachricht verkraften. Mit dem letzten Saisonwettkampf wurde Kapitän Florian Lindner verabschiedet, der vier Jahre lang für den TSV Monheim geturnt hatte und als Mehrkämpfer ein absoluter Leistungsträger der Mannschaft war. Er wird in den nächsten beiden Jahren für Erstligist TG Saar an den Start gehen und dort versuchen, seinen Traum vom Deutschen Meistertitel zu verwirklichen. „Ich fühle mich superwohl hier, mir ist die Entscheidung sehr schwergefallen“, erklärte Lindner angesichts einiger Pfiffe der zunächst etwas enttäuschten Monheimer Fans. Mit der Versicherung „ich werde danach gerne hierher zurückkommen und meine Karriere hier beenden“, hatte Lindner die Fans aber wieder auf seiner Seite. Spartenleiter Peter Bullinger bedankte sich bei Lindner und übergab ihm eine Fotocollage („damit du uns nicht vergisst!“).

TSV Monheim II schließt Saison auf Rang vier ab

So wurde aus der anschließenden Saisonabschlussfeier auch eine kleine Abschiedsfeier für den Teamkapitän. Grund zur Freude hatte auch die zweite Mannschaft des TSV Monheim in der 3. Bundesliga , hatte sie doch vor dem Wettkampf der ersten ebenfalls einen Erfolg feiern können. Mit 44:28 hatte sie sich gegen Unterföhring durchgesetzt. Stolz kann sie damit auf eine starke Saison und Platz vier zurückblicken. (sber, sut)

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