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Tennis

11.05.2020

Verwässerter Wettbewerb in der Sommersaison 2020?

Seit Montag darf wieder Tennis gespielt werden. Allerdings machte das regnerische Wetter den Spielern einen Strich durch die Rechnung. Am 8. Juni startet dann die neue Saison. Auf- und Absteiger wird es aber nicht geben.
Bild: Karl Aumiller

Plus Der Spielbetrieb beginnt am 8. Juni mit einer sogenannten Übergangssaison. Angepasste Bedingungen bieten Vor-, aber auch Nachteile.

In der vergangenen Woche hat die bayerische Landesregierung die Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelockert. Profitieren wird dadurch auch der Sport, denn kontaktlose Individualsportarten dürfen seit Montag ausgeübt werden – und darunter fällt auch das Tennis. Der Bayerische Tennis-Verband (BTV) hat die kommende Sommerspielrunde zur Übergangssaison erklärt. Diese startet am 8. Juni, allerdings nicht in gewohnter Form.

Der Verband hat Hygiene- und Verhaltensregeln sowie Organisationshinweise herausgegeben, mit denen ein sicherer Spielbetrieb gewährleistet werden soll. Die Abstandsregeln gelten natürlich weiterhin, ebenfalls in den Bestimmungen des BTV aufgeführt sind etwa der Verzicht auf das Händeschütteln, dass Duschen und Umkleiden geschlossen zu halten sind oder der Hinweis, dass maximal fünf Personen einen Tennisplatz gleichzeitig nutzen dürfen.

Es gibt weder Auf- noch Absteiger

Daneben ändert sich auch einiges bei den Bestimmungen des Mannschaftswettbewerbs. Zwar werden die Meister der jeweiligen Ligen ausgespielt, jedoch gibt es weder Auf- noch Absteiger. Die aktuelle Gruppeneinteilung der Sommersaison 2020 ist laut Verbandsseite somit auch die Grundlage für die Mannschaftsmeldung im kommenden Jahr. Zudem können Teams während der Saison ohne Strafen zurückgezogen werden.

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Tennis-Kreisvorsitzender Hannes Hingst ist einerseits froh, dass man nun langsam wieder zur Normalität zurückkehre. Andererseits findet er auch: „Wer die Saison nicht zu Ende spielt, muss keine hohen Strafen fürchten. Vom Sportlichen her verwässert das den Wettbewerb. Das hat dann doch eher Freizeitcharakter.“ Er befürchtet, Spieler könnten ihre Partien vielleicht auch vorschnell verloren geben und nicht mehr um den Sieg kämpfen, da es ja keine Absteiger gibt: „Vom sportlichen Aspekt her ist das nicht so toll.“

Hannes Hingst freut sich über die Lockerungen

Verstehen könne er die Entscheidung des BTV jedenfalls, den Spielbetrieb stattfinden zu lassen. „Der Verband braucht mit Sicherheit die Gelder, die über den Spielbetrieb zustande kommen, um den ganzen Betrieb aufrechtzuerhalten. Wenn nicht gespielt wird, verlieren die Leute vielleicht auch das Interesse am Tennis“, vermutet er.

Er selbst und auch viele andere Tennisspieler hätten nie verstanden, warum die Sperrung der Sportstätten auch Tennisplätze betroffen hatte. „Man kann ja Abstand halten und in der Freizeit zumindest Einzel spielen“, sagt er. Deshalb freue er sich nun, dass in den Lockerungen auch der Tennissport Platz fand. Bei der Jugend sehe die Sache wieder etwas anders aus: „Da ist es nicht so leicht, die Abstände zu kontrollieren, vor allem bei den Kleinen“. In den Bestimmungen des Verbands steht deshalb „es liegt in der Einschätzung des Trainers, Kindergruppen gegebenenfalls auf eine geringere Anzahl zu reduzieren und entsprechende Trainingsformen zu wählen“, damit sollen die Hygieneregeln eingehalten werden können.

Geselligkeit als wichtiger Teil des Tennissports

Positiv sieht Hingst, der selbst beim TSV Harburg spielt und die Tennisabteilung leitet, dass ab dem 18. Mai dann auch Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürften. Schließlich spiele die Geselligkeit auch im Tennissport eine große Rolle, insbesondere wenn ein Team für eine Auswärtsbegegnung eine lange Fahrt in Kauf nehmen muss. Das Zusammensitzen nach den Matches – wenn auch mit Abstand zueinander – nehme einen wichtigen Teil des Sports ein.

In Zeiten von Corona müssen Tennisspieler also – zumindest nach derzeitigem Stand – nur wenige Abstriche in Kauf nehmen. Was allerdings noch nicht geregelt ist, ist der Turnierbetrieb. „Bei einem Kreisturnier befinden sich 30, 40 Leute auf einer Anlage. Es ist möglich, dass heuer die gesamte Turnierlandschaft ausfällt. Von Regierungsseite fehlt uns da noch eine genaue Auskunft. Das macht es natürlich schwer, zu planen“, sagt Hingst.

Infos zur Sommersaison im Tennis auf der Homepage des Bayerischen Tennis-Verbands unter www.btv.de.

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