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Buchdorf

17.02.2021

Wie Sportschützen im Lockdown zu Heimwerkern werden

Auch die Sportschützen stecken tief im Lockdown fest. Manche Vereine nutzen die wettkampffreie Zeit für Arbeiten an ihren Schützenhäusern.
Bild: Christof Paulus (Symbolfoto)

Plus Corona heißt für die Schützen im Landkreis: Keine Königsschießen, keine Wettkämpfe, keine Einnahmen. Wie manche Vereine den Lockdown sinnvoll nutzen.

Für die Adlerschützen war der Lockdown das Ende einer vielversprechenden Saison. Mit zwei Mannschaften lagen die Buchdorfer auf Platz eins der Tabelle, waren gut in die Wettkämpfe gestartet. Dann zwangen die steigenden Infektionszahlen die Schützen genauso wie viele andere Sportarten oder Gastronomen und Händler in eine Pause. Der Schießsport hat seine Saison inzwischen abgebrochen. Sobald die Pandemie es zulässt, möchten die Verantwortlichen eine neue Saison planen. Und so sagt Uwe Schwertberger, obwohl seine Athleten sich noch kürzlich von Sieg zu Sieg schossen: „Hoffen wir, dass die nächste Saison wieder erfolgreicher wird.“ Schwertberger ist Schützenmeister der Buchdorfer Adlerschützen. Nicht nur Gewehre und Pistolen müssen die Schützen derzeit in ihren Tresoren lassen. Auch ihre Kostüme bleiben 2021 in ihren Kisten.

Denn Corona bremst auch die Theatertradition in Buchdorf aus. Wenn der Verein – so wie viele andere – zu Jahresbeginn normalerweise seinen Schützenkönig kürt, unterhalten die Vereinsmitglieder ihre Gäste mit einer Schauspieleinlage. Was dieses Jahr gespielt worden wäre, weiß Schützenmeister Schwertberger gar nicht. „Wir haben mit der Planung gar nicht erst begonnen“, sagt er.

Wenn den Schützen wichtige Veranstaltungen fehlen, fehlt auch Geld

Dass die Situation bis ins neue Jahr keine Veranstaltungen im Schützenheim zulasse, sei ihm bereits im Herbst klar gewesen. Da Königsproklamation und Königsschießen heuer ausfallen mussten, würden dem Verein einige Einnahmen durch Verkauf und Spenden entgehen. Allerdings wolle man sich an den Veranstaltungen ohnehin keine goldene Nase verdienen, sagt Schwertberg. „Wir sind für das Dorf und die Gemeinschaft da“, sagt er.

Dennoch: „Die Vereine bestreiten mit solchen Einnahmen auch ihre Unkosten“, erklärt Gauschützenmeisterin Rita Schnell. Auch der Übungsbetrieb ist in der Pause, die Bewirtung in den Schützenhäusern fehlt den Vereinskassen ebenso. Für Schnell ist die Zeit aktuell keine ruhige: Sie berate sich regelmäßig in Online-Tagungen mit Vertretern von Vereinen und anderen Gauen. Dabei geht es auch ums Geld: Die Schützen kämpften derzeit um finanzielle Hilfen. Was die sportlichen Planungen anbelangt, müsse man derzeit noch warten, doch eine bayerische Meisterschaft und Gaumeisterschaften sind weiterhin vorgesehen. Nur wann, das sei noch offen.

Schützengilde Donauwörth und Hubertus Tapfheim rüsten Schützenheim auf

Ähnlich sieht es mit den Donauwörther Stadtmeisterschaften aus. Markus Sommer, der Schützenmeister der Königlich-Privilegierten Schützengilde, strebt nach wie vor an, die Meisterschaft mit Teilnehmern aus allen Vereinen der Großen Kreisstadt noch 2020 auszutragen. Dass das so früh im Jahr noch nicht funktionieren würde, sei absehbar gewesen, sagt er. Deshalb habe man gar keinen Termin angesetzt. Die Zeit ohne Betrieb im Schützenheim nutze die Gilde, um Sanierungsarbeiten im Haus voranzutreiben. „Wir haben eine Bahn mit 100 Metern Länge“, sagt Sommer. Bei dieser Größe gebe es „immer etwas zu tun“.

Auch beim Schützenverein Hubertus Tapfheim kommt die Zwangspause nicht völlig ungelegen. Vereinsvorstand Ludwig Schnepf erzählt, dass das Schützenhaus derzeit aufgerüstet werde. „Wir installieren eine elektronische Anlage“, schildert er die Arbeiten. In kleinen Gruppen nutzten die Vereinsmitglieder die schießfreie Zeit, um zu werkeln. „Dafür haben wir das letzte Geld investiert, das noch da war“, sagt er mit einem Lachen. Auch seinem Verein fehlen derzeit die Einnahmen: Königsschießen, Faschingsball und Bürgerschießen seien abgesagt, „bis in den Sommer braucht man nicht planen“, lautet Schnepfs Einschätzung. Außer warten bleibe ihm nichts übrig, sagt er. Und zu hoffen, dass die Tapfheimer ihr Zielwasser nicht verlegen, im Lockdown, wenn sie es nicht brauchen.

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