Tierheim Hamlar bei Asbach-Bäumenheim mit Kaninchen überlaufen
Bäumenheim
Hunde, Katzen und viele Kaninchen: Tierheim kämpft mit hoher Auslastung
Mehrere hundert Tiere nimmt das Tierheim Hamlar bei Asbach-Bäumenheim jährlich auf. Derzeit sind es Kaninchen, die die Mitarbeitenden besonders herausfordern.
Immer wieder ist das Tierheim Hamlar ausgelastet - meist mit Hunden und Katzen. Doch diesmal sind es flauschige Kaninchen, die den meisten Platz einnehmen.Foto: Imke Rauhut
Vier Hundewelpen sind der neueste Zuwachs im Tierheim Hamlar. Bobbi, Bibbi, Berta und Berti haben die Mitarbeitenden sie getauft. Die Welpen sind gerade erst zwei Monate alt, seit etwa fünf Wochen leben sie im Heim. Man habe sie gefunden - wie fast alle Tiere, die hier abgegeben werden.
Etwa 600 Tiere betreut das Tierheim jedes Jahr. Katzen und Kleintiere werden besonders häufig abgegeben. Leiterin Sonja Hoffmeister geht davon aus, dass viele dieser angeblichen „Findlinge“ eigentlich von nicht kastrierten Haustieren stammen. „Viele scheuen die Tierarztkosten“, sagt sie. Diese sind in den letzten Jahren stark gestiegen. „Man merkt das auch bei der Vermittlung: Es geht schleppend.“
Viele adoptierte Haustiere werden bald wieder im Tierheim abgegeben
Die zwei Monate alten Hundewelpen Bobbi, Bibbi, Berta und Berti wurden erst vor wenigen Wochen abgegeben.Foto: Imke Rauhut
Eine spürbare Häufung an Abgaben gebe es besonders in den Sommermonaten. „Die Tiere werden über die Sommerferien abgegeben“, sagt Hoffmeister, „und danach holen sie sich ein neues Tier“. Viele würden unbedacht Haustiere für ihre Kinder adoptieren und diese austauschen, wenn sie zu alt oder zu langweilig werden. „Den Eltern muss bewusst werden, dass sie die Verantwortung tragen.“
Jetzt, zur ersten Jahreshälfte, halte sich die Zahl noch in Grenzen. Doch immer wieder sei das Tierheim ausgelastet. Im vergangenen Jahr waren rund 200 Katzen der Grund dafür - um die 70 von ihnen warten derzeit noch immer auf ein passendes Zuhause. Doch auch hier gibt es bereits Neuankömmlinge: Die Kätzchen Fanek, Fillip, Fabio und Franzi halten die Mitarbeitenden seit Anfang April auf Trab. Die vier Geschwister wurden vermutlich erst im März geboren, sind aber jetzt schon munter und verspielt.
Die Kätzchen Franek, Fillip, Fabio und Franzi wurden Anfang April im Tierheim abgegeben.Foto: Imke Rauhut
Tierheim Hamlar mit Kaninchen ausgelastet: „Sind gerade eine Herausforderung.“
Einige der Fundtiere dürfen sich auch draußen aufhalten. Das spart nicht nur Platz, sondern hilft auch bei der Integration. Die Freigänger sind bei ihrer Ankunft im Tierheim meist scheu, erklärt Mitarbeiterin Paulina Wach. So wie Katze Puschi. Die zwei Jahre alte Samtpfote habe sich lange Zeit nicht anfassen lassen. Jetzt ist sie zutraulich geworden. Das hilft natürlich bei der Vermittlung. Doch je älter die Katze, desto geringer seien die Chancen, ein geeignetes Zuhause für sie zu finden. „Wenn sie älter als fünf Jahre ist, dann ist es schon vorbei“, bedauert die Tierpflegerin.
Freigängerin Puschi läuft gerne draußen herum. Die einst scheue Katze ist mittlerweile zutraulich geworden.Foto: Imke Rauhut
Das sei auch bei den Hunden nicht anders. Hier beschränkt sich die Zahl derzeit auf 25. Im Vergleich zu den normalerweise 40 Spürnasen, die das Tierheim jährlich beherbergt, seien das noch sehr wenige, sagt Wach. Es gibt also ausreichend Platz - sollte man meinen. Doch momentan ist das Hundehaus anderweitig belegt.
Ein überraschender Einsatz vor drei Monaten bescherte die Einrichtung mit mehreren Kaninchen. Das Veterinäramt habe 70 der Tiere aus einem Haus geholt, wo man sie wohl „gehortet“ hatte. 20 von ihnen nahm das Tierheim Nördlingen auf, der Rest kam nach Hamlar. Dort kam es noch einmal zu überraschenden Geburten, wodurch sich die Zahl auf 64 erhöhte. „Das ist das erste Mal, dass wir so viele Kaninchen haben“, sagt Hoffmeister.
Um die über 50 Kaninchen unterbringen zu können, haben die Mitarbeitenden das Hundehaus neu eingerichtet.Foto: Imke Rauhut
Jetzt befinden sich die Nager in der Obhut des Tierheims, wo die Mitarbeitenden ebenfalls an ihre Grenzen stoßen. „Die Kaninchen sind gerade eine Herausforderung“, sagt Hoffmeister. Zwar seien sie relativ leicht zu vermitteln, doch es kämen auch regelmäßig neue Tiere hinzu - über 50 seien aktuell noch übrig. Die Einrichtung bittet deshalb besonders jetzt um Sachspenden. Diese können täglich vorbeigebracht werden. Vor allem über Nassfutter für Kaninchen würden sich die Mitarbeitenden - als auch die Fellnasen - freuen. Mehr Informationen über Spenden und Adoption gibt es auf der Internetseite des Tierheims.
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