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Corona-Pandemie
30.07.2021

Wie gut sind die Kitas für den Corona-Herbst gerüstet?

Die Inzidenzzahlen steigen wieder. Was heißt das für den Betrieb in Kindertagesstätten?
Foto: Monika Skolimowska, dpa

Viele Experten empfehlen PCR-Pool-Tests, um den Betrieb in den Kindertagesstätten aufrecht zu erhalten. Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner setzt jedoch auf ein anderes Konzept.

Die Kitas gehen bald in die Sommerpause und die Eltern treibt die Frage um: Wie sicher sind die bayerischen Kindertagesstätten im Herbst angesichts steigender Inzidenzen? Im Gespräch mit unserer Redaktion machte Sozialministerin Carolina Trautner deutlich, dass sie die Kindertagesstätten für gut gerüstet und sicher hält. „Ich würde mein Kind in die Kita schicken“, sagte die CSU-Politikerin.

Ihr Schutzkonzept setze auf bewährte Hygienemaßnahmen, freiwillige Schnelltests von Kindern und pädagogischem Personal sowie auf möglichst viele freiwillig Geimpfte im Umfeld der Kinder, um die Kleinen vor einer Ansteckung zu bewahren. Bei höheren Inzidenzen seien Pflichttests für ungeimpftes Personal nicht ausgeschlossen. Unter keinen Umständen solle es wieder eine Notbetreuung geben müssen, sagte Trautner.

PCR-Pool-Tests, die das Robert- Koch-Institut erst diese Woche erneut wieder als wirksame Schutzmaßnahme für die Kleinsten empfiehlt und die auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von den Bundesländern fordert, seien an Kitas nicht geplant, erläutert Trautner. Die Tests seien zwar gut, weil hochsensitiv, doch der logistische Aufwand momentan zu groß, um die fast 10.000 Kitas in Bayern zwei Mal wöchentlich mit dem hochsensitiven PCR-Verfahren zu screenen. Man werde jetzt beobachten, wie das Pooling im Herbst an den Grundschulen laufe, ob die Laborkapazitäten dafür reichen und dann weitersehen.

 

Mit Pool-Tests werden alle Kinder auf einmal getestet

Durch das Pooling können alle Kinder einer Gruppe mit einem einzigen Test getestet werden. Ein weiterer Vorteil: Die PCR-Tests gelten als so empfindlich, dass sie auch Infektionen bei Asymptomatischen erkennen. Weil Kita-Kinder keinen Mindestabstand halten können und keine Masken tragen, würden diese Tests nach Ansicht von Fachleuten nicht nur für mehr Sicherheit, sondern auch für mehr Normalität in Kitas sorgen.

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Als nicht ausreichend kritisiert die Bildungsgewerkschaft GEW Trautners Sicherheitskonzept. „Ich kann es nicht mehr hören, dass das Pool-Testen nicht gehen soll. Man weiß seit langem von dieser Möglichkeit. Man muss es einfach mal angehen und mutig sein“, sagte Gerd Schnellinger, stellvertretender GEW-Vorsitzender, der seit Monaten Pool-Tests fordert. Wie schnell eine Logistik möglich sei, zeige eine Initiative in Lauf an der Pegnitz. Dort haben Unternehmen, Ämter, das Krankenhaus, Kommunen, Apotheken und das BRK ein eigenes PCR-Labor auf die Beine gestellt. Täglich können dort 300 Klassen oder Kita-Gruppen getestet werden – ab September zwei Mal wöchentlich rund 35.000 Kinder.

Das Sozialministerium setzt auf Schnelltests

Fachmann Wolfgang Schramm kritisiert, dass das Sozialministerium noch immer auf Antigen-Schnelltests setze, obwohl diese erwiesenermaßen nicht sicher genug seien, um eine Corona-Infektion bei kleinen Kindern frühzeitig zu erkennen. Für die Kitas seiner Enkel hatte der international renommierte Experte für Blutgerinnung, der im Ries lebt, bereits ein Pool-Test-Konzept auf die Beine gestellt, das auf Eigenverantwortung beruht.

Seiner Meinung nach ist es nicht zu verantworten, auf dieses genaue Testverfahren zu verzichten und die Kinder der aktiven Immunisierung auszusetzen. Die notwendige Logistik müsse schrittweise aufgebaut werden, nicht auf einen Schlag. Durch Pooling bekomme man den Überblick über das Infektionsgeschehen in Kitas. „Als Vater und Opa will ich doch von einer Infektion wissen, das Kind beobachten und rechtzeitig etwas unternehmen können“, sagt Schramm. Durch PCR-Tests gewinne man wichtige Zeit im Kampf gegen das Coronavirus.

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30.07.2021

Es braucht kein Testkonzept für die Kinder. Ich kenne kein Land, wo schon Kita-Kinder zwangsgestest werden sollen. Entscheidend ist, dass die BetreuerInnen geimpft sind oder sich regelmäßig testen und wenn sie krank sollten sie natürlich zu Hause bleiben. Die Äußerungen der GEW-Funktionäre sind, auch im Hinblick zu den Schulen, aus meiner Sicht nicht tragbar. Man hat aus deren Reihen viel zu viel Panik geschürt. Deshalb ist bei Erziehern und Lehrern das gefühlte Ansteckungsrisiko viel höher als es tatsächlich ist!

Ansonsten wäre es ja nicht so, dass das nicht schon wissenschaftlich untersucht wäre: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.02.04.21250670v2
Die Ansteckungsrate in Kitas ist nach einer Studie des Untersuchungsamtes Rheinland-Pfalz und des Heidelberger Institute of Global Healthaus Deutschland zwar 2,9 mal höher als in Schulen. Allerdings sorgten in den Kitas vorwiegend die Betreuerinnen und Betreuer für die Corona-Infektionen.

Auch von anderen Studien weiß man, dass die Infektionen z. B. von Schülern eher von Lehrern in die Klassen eingetragen werden bzw. die Schüler eher außerhalb der Schulen anstecken. Die absoluten Fallzahlen sind aber im Vergleich zu anderen Settings (Kranken- und Pflegebereich und auch im häuslichen Umfeld) deutlich geringer:
https://www.laekh.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/2021/Aktuelles_2021_05_06_Heudorf_Gottschalk.pdf
https://www.laekh.de/fileadmin/user_upload/Heftarchiv/Einzelartikel/2021/07_08_2021/Corona-Sommer.pdf?fbclid=IwAR2FQGNSNNE2OZGjg69HxfE067vzp3hfY16gF_exqnqsr6TkQ0D6M-Z-PBI

Dazu kommt, dass von Politik und Medien niemals klargestellt worden ist, dass Kitas und Schulen keine gefährlichen Orte sind und sich wie die folgende Studie bei Lehrern zeigt, eine stark verzerrte Risikoeinschätzung eingestellt hat: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.06.17.21258956v1.full bzw. allgemein verständlich unter https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/professor-kritisiert-so-hat-die-corona-angstmache-unseren-kindern-geschadet-76860152.bild.html

Testkonzepte braucht es für das Betreuungspersonal, nicht für die Kinder. Sinnvoll sind die Tests für Kinder nur, wenn sie Symptome zeigen und es um die Frage geht, ob die laufende Nase ein harmloser Schnupfen oder doch eine Reaktion auf eine C-Infektion ist. D. h. Kinder sollten individuell und nicht zwangsgetestet werden.

Lasst die Kinder endlich in Ruhe!!!





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