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Familienalbum
12.11.2021

"In München fühlt man sich mit 29 fast wie eine Teenie-Mutter"

Kristina Weber lebt mit ihrer Familie in München. In dem ruhigen Wohngebiet gibt es für ihre Söhne viele andere Kinder zum Spielen und viel Freiraum zum Austoben.
Foto: Leon Baatz, Bayerischer Rundfunk

Kristina Weber ist 39 und hat drei Söhne. Wichtig ist im Familienalltag für sie, Aufgaben gleichberechtigt aufzuteilen und die Bedürfnisse der Familienmitglieder zu berücksichtigen.

Was bedeutet Familie heute? Was macht sie aus? Und was hält sie zusammen? Wir stellen diese Fragen denen, die sie am besten beantworten können. In unserer Serie "Familienalbum" erzählen Menschen aus der Region, wie sie leben, was ihre Familie besonders macht und auf welche Art sie den Alltag organisieren. Diesmal mit Podcast-Host und Journalistin Kristina Weber. Die 39-Jährige und ihr Mann haben drei Söhne. Für Kristina Weber, die im BR-Podcast „Eltern ohne Filter“ mit Eltern über Familienthemen spricht, ist es wichtig, dass Familienmitglieder sich über ihre Bedürfnisse austauschen und diese im Alltag ausleben können. 

Familie: Zu meiner Kernfamilie gehören mein Mann und meine drei Söhne. Die sind fast zehn, sechs und fast eins. Mein Ältester und mein Jüngster haben am gleichen Tag Geburtstag. Die werden jetzt dann zusammen eins und zehn. Ansonsten gehören glücklicherweise ganz viele Omas und Opas zur Familie: Ich habe noch Großeltern und Bonusgroßeltern. Und meine Eltern und die Eltern von meinem Mann sind noch sehr fit. Wenn alle in der Nähe wohnen würden, wäre es noch besser, aber es sind schon ein paar da, vor allem die Omas. Wir haben eine gute Unterstützung. 

Anfänge: Ich bin in Regensburg aufgewachsen, mein Mann kommt aus der Nähe von München. Als wir zusammengekommen sind, hat mein Mann schon gearbeitet und ich habe noch studiert. Wir sind in München zusammengezogen. Für unser persönliches Umfeld haben wir relativ schnell Kinder bekommen. Mit 29 und 31 waren wir allein auf weiter Flur. In München fühlst du dich mit 29 in einem Geburtsvorbereitungskurs fast wie eine Teenie-Mutter. Da sind die meisten deutlich über 30. Wir haben am Anfang ein bisschen gebraucht, um uns in diese Elternrolle einzufinden, aber nicht wegen unserem Kind, sondern weil unser Umfeld noch so anders war. Unsere Freunde fanden es spannend, dass wir ein Kind bekommen haben. Aber sie waren noch nicht selbst an diesem Punkt. Und wir hatten dann irgendwie gar keine Lust, unser Kind auf jede Party mitzuschleppen. Wir waren einfach happy mit unserem Baby. 

Partner in Elternzeit: prägende Erfahrung für die ganze Familie

Als mein Sohn neun Monate alt war, habe ich ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk begonnen und hatte 40 Wochenstunden plus X, und mein Mann ist aus einem Vollzeitjob in die Elternzeit gegangen. Das war für unsere Familie das Coolste und Prägendste. Ich glaube deshalb überhaupt nicht an diesen Instinkt, nach dem Mama weiß, wie alles geht, und Papa der Lehrling ist. Ich war weg, mein Mann war Experte. Bei uns war es nach einem Monat so, dass ich am Wochenende gefragt habe: Passt unserem Sohn das noch?

Und so ist es bei unserem dritten Kind wieder. Wir haben gerade wieder diesen Rollentausch gemacht. Ich muss manchmal über meinen Schatten springen und akzeptieren, dass alles ohne mich klappt. Dieses Ideal der Mama ist schon sehr prägend in unserer Gesellschaft. Und eine Mama, die sich gut lösen kann und die auch ohne ihre Kinder irgendwo hingeht, provoziert bei manchen Leuten immer noch ein Fragezeichen. Der Papa, der alles zuhause kann und sich um die Kinder kümmert, gilt hingegen als ganz toll. Ich finde das spannend, weil wir auch in unserem Bayern-2-Podcast Eltern ohne Filter immer wieder mit diesen Rollenerwartungen konfrontiert sind. Alle leiden darunter. Aber sich komplett davon freizumachen, ist in unserer Gesellschaft sehr schwierig.   

Mittlerweile hat sich aber zumindest im Straßenbild etwas verändert. Vor zehn Jahren habe ich quasi keine Papas gesehen, die mit einer Babytrage und einem Kinderwagen vom Supermarkt kamen. Jetzt ist das ein normales Bild. Noch schöner finde ich, dass man mittlerweile teilweise zwei Papas miteinander sieht, die sich mit ihren Babys miteinander treffen und miteinander quatschen. Elternschaft vereinzelt ja schon Mütter in dieser Baby- und Kleinkindzeit. Und für Männer gibt es auch kaum Angebote. Aber es tut sich was.  

Alltag: Mein Mann ist gerade noch in Elternzeit. Ich gehe aus dem Haus und er kümmert sich ums Baby. Das ist gerade in der Krippeneingewöhnung und er geht für eine Stunde am Vormittag mit hin. Wenn wir beide arbeiten, ist mein Mann viel mehr im Homeoffice als ich, weil das in seinem Beruf in der IT leichter möglich ist. Unsere beiden Schulkinder sind beide um 7.40 Uhr aus dem Haus. Und der Kleine ist hoffentlich dann in Zukunft um halb 9 in der Kita. 

Vollzeitjobs, Schule, Hobbys: Zeit für Familienleben ist vor allem am Abend

Mein Mann und ich haben beide Vollzeitjobs. Das finden viele Leute ein bisschen bekloppt. Aber wir arbeiten beide gerne. Das macht uns Spaß. Wir versuchen deshalb, uns viel Unterstützung zu holen. Es kommt mal meine Mutter, mal die Mutter von meinem Mann. Eine Oma holt den Großen zum Beispiel vom Hort und bringt ihn zum Cello-Unterricht. Und wir sind wir alle so um 17 Uhr zuhause. Die Jungs haben noch ziemlich viele Hobbys nach dem Hort und eigentlich spielt sich das komplette Familienleben in zweieinhalb Stunden am Abend ab.  

Wir wohnen in München in einer Genossenschaftswohnung. Das Haus hat einen riesigen Innenhof. Und von knapp 50 Wohnungen in unserer Genossenschaft bewohnen die Hälfte Familien. Das ist großartig für die Kinder, die sich nie verabreden müssen und immer Spielkameraden und Kameradinnen haben. Gerade in Bezug auf die Luft, die uns als Eltern zwischen Job und Kindern bleibt, ist das eine große Entlastung. Wir waren vorher die klassischen Innenstadtmünchner mit kleiner Wohnung in einem hippen Viertel und wollten eigentlich auch nie raus. Aber wir haben so von dem Umzug vor drei Jahren profitiert, weil diese freie Kindheit uns auch so viel Freiheit gibt. Die Kinder sind einfach unterwegs. Wo wir wohnen, ist ein Grüngürtel, und in dem Neubaugebiet sind wenig Autos. Wenn die Kinder alleine rausgehen, ist es nicht gefährlich. Ich finde das für so eine Kindheit in der Stadt ziemlich geil, was wir da jetzt haben.  

Auszeit: Ich habe mal ein schönes Bild gehört, das ich mir zu Eigen gemacht habe: Wir hatten uns vor den Kindern gut aufgetankt in der Beziehung. Und wir vermissen das nicht so. Wir reden viel. Wir haben ähnliche Schmerzpunkte, die uns ärgern in der Gesellschaft, wir diskutieren, schauen zusammen eine Serie oder was Lustiges. Wir tanken uns immer wieder ganz gut auf aneinander. Klar hätten wir manchmal gerne mehr Zweisamkeit. Aber wir haben uns dieses trubelige Leben ja auch ausgesucht. 

Kristina Weber ist Journalistin und Podcast-Host.
Foto: Bayerischer Rundfunk/Julia Müller

Und wir als Paar klopfen immer wieder ab: Wie machen es andere? Und reden dann darüber. Wir sind froh, dass wir den Alltag so gleichberechtigt hinkriegen, und sind ein Stück weit stolz darauf. Denn wir bekommen aus unserem Umfeld auch manchmal mit, dass diese ungleiche Arbeitsteilung frustrierend sein kann, vor allem für die Frauen.  

Streitthema: Der hauptsächliche Streitpunkt ist, dass wir drei sehr unterschiedliche Kinder haben, was Charakter und Energielevel betrifft. Die kriegen sich oft in die Haare. Wenn wir einen langen Tag hinter uns haben und die Energie wegsackt, kommen manchmal nicht alle auf ihre Kosten. Der eine will toben, der andere in Ruhe ein Gespräch mit Mama führen. Dann knallt es. Die Abende sind nicht einfach, weil da so viel noch passieren muss. 

Wochenenden ohne große Pläne

Deswegen brauchen wir Wochenenden ohne große Pläne. Wir können nicht jedes Mal einen Ausflug machen, weil wir am Wochenende auch manchmal einfach Raum für ein Gespräch brauchen oder mal was spielen. Ich finde es aber auch manchmal schade, dass wir dadurch wenig mit anderen Familien unternehmen können und unsere Freunde so wenig sehen.  

Und ich würde in Zukunft gerne den Kindern am Wochenende mehr Zeit allein einräumen und mal mit dem einen und mal mit dem anderen Kind Zeit verbringen. Das ist im Moment noch schwierig, weil ein Erwachsener sich im Moment komplett um das Baby kümmern muss. Aber später würde ich schon gerne mit meinen großen Jungs mehr Sachen unternehmen, die nur dem einen oder nur dem anderen Spaß machen.  

Glücksmomente: Ich mag eine Sache, die viele Eltern hassen: die Einschlafbegleitung. Erst lesen wir lange vor und dann bleiben wir noch bei den Kindern, meistens, bis sie einschlafen. Ich finde diese Momente so schön, mit den Kindern in einem dunklen Zimmer nochmal ins Gespräch zu kommen. Oft kommen da erst die Geschichten raus, die sie erlebt haben. Das sind Momente, die ich genieße, denn diese Zeit geht vorbei. Im Alltag bin ich oft froh, dass die Kinder größer werden und aus dem Gröbsten raus sind. Aber beim Einschlafen denke ich mir: Das wird es nicht auf Dauer geben. Irgendwann freuen sich die Kinder nicht mehr, dass du dich zu ihnen ins Bett legen und mit ihnen quatschen willst. Und solange sie das noch mögen, finde ich das schön.

Es geht natürlich auch auf Kosten der gemeinsamen Zeit als Paar. Aber es ist auch gut zum Auftanken, mal um 9 ins Bett zu gehen.  

Was für mich wichtig ist: Das Thema Bedürfnisse ist für mich wichtig: Wer hat welche Bedürfnisse und wie können wir die in unserem Alltag unterbringen? Ich würde mir wünschen, dass das Thema Bedürfnisse für mehr Familien im Mittelpunkt steht. Dass man sagen kann: Für mich ist es das Schlimmste, jeden Tag einkaufen zu müssen. Und nur weil ich zufällig die Frau bin, mach ich es nicht trotzdem automatisch. Oder weil ich halt den Halbtagsjob hab. Ich finde es wichtig, das zu suchen, was einem eigentlich liegt, und das auszuleben. Das tut einfach gut. Auch den Kindern. Wir versuchen hinzuschauen, was ihre Interessen sind und was sie für ein Umfeld brauchen, um sich zu entfalten. Das kann ganz unterschiedlich sein. Die Kinder dürfen viel ausprobieren, damit sie finden, was ihnen Spaß macht. Und wenn es ihnen keinen Spaß mehr macht, dürfen sie auch wieder aufhören. Dass man es für Erwachsene und Kinder innerhalb einer Familie schafft, Bedürfnisse und Vorlieben zu finden und zu erfüllen, finde ich wichtig.

Den Internetauftritt von „Eltern ohne Filter“ finden Sie hier. Am Freitag, dem 12. November, startet die zwölfte Staffel.

Was ist Ihre Geschichte? Wollen Sie auch von Ihrer Familie erzählen und verraten, was Sie und Ihre Lieben besonders macht? Dann melden Sie sich – gern mit einer Telefonnummer – unter der Mail-Adresse familienalbum@augsburger-allgemeine.de. In der Serie "Familienalbum" erzählen wir die Geschichten von großen und kleinen Familien, von Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien oder Mehrgenerationenfamilien, kurz: von jedem, der sich als Familie fühlt. Alle Artikel aus der Reihe finden Sie gebündelt auf einer Sonderseite.

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