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15-Minuten-Takt: Für die Paartalbahn drängt die Zeit

Kommentar Von Ute Krogull
20.02.2021

Plus Ein schlechteres Angebot der Paartalbahn zwischen Augsburg und Friedberg? Nicht vorstellbar, wo alle den Nahverkehr preisen? Leider besteht die Gefahr trotzdem.

Den 15-Minuten-Takt der Paartalbahn von Augsburg nach Friedberg abzuschaffen, wäre ein Anachronismus. Wir leben im 21. Jahrhundert, Umweltschutz ist das weltweit bestimmende Thema, Deutschland baut öffentlichen Nah- und Fernverkehr aus, der Ballungsraum München-Augsburg-Ingolstadt kämpft mit den negativen Folgen seines wirtschaftlichen Erfolgs - gleichzeitig streicht man Züge, die essenziell sind für den Pendelverkehr der Großstadt Augsburg mit ihrem Umland. Paradox! Trotzdem ist der Kampf noch nicht gewonnen.

Politiker aller Parteien fahren zu dem Thema einiges an Optimismus auf - hoffentlich kein Zweckoptimismus. Immerhin: Die Region steht geschlossen da, unabdingbare Voraussetzung, sich durchzusetzen. Dabei baden diejenigen, die jetzt kämpfen, Versäumnisse der Vergangenheit aus. Man hat beim viergleisigen Ausbau München-Augsburg auf ein Überwerfungsbauwerk verzichtet. Jetzt ist es zu spät, also muss ein Maßnahmenbündel zusammengebastelt werden, damit Nah- und Fernverkehr inklusive Güterzüge auf der immer stärker befahrenen Strecke Platz haben.

Paartalbahn Augsburg-Friedberg: Die Zeit drängt

"Dichter, schneller, flexibler" lautet das Ziel. Dafür wird über die Region hinaus politischer Konsens nötig sein - und eine Menge Geld. Die Bestellung der Nahverkehrszüge obliegt dem Freistaat - er ist bei dem Thema im Boot. Wie die Bahnstrecke ausgestaltet wird, ist aber Sache des Bundes. Und die Signale des Bundesverkehrsministeriums dazu wirken nicht ermutigend. Ob das geplante Zugbeeinflussungssystem (statt Signalanlagen) auf dieser Strecke tatsächlich so viel bringt, inwieweit in Weichen investiert wird und vor allem, ob und bis wann eine Elektrifizierung der Strecke durchgeführt wird - all das muss diskutiert werden. Und das schnell und mit Bereitschaft, die Konsequenzen zu ziehen, von allen Seiten. Die Zeit drängt. Zehn Jahre sind nichts, vor allem in Maßstäben des Bahnausbaus, wie andere Projekte beweisen.

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