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Trauergottesdienst

25.02.2011

Adelzhausen trauert in Regen um Gefallenen

„Wenn man denen ins Gesicht geschaut hat, lief es einem eiskalt den Buckel runter.“Bürgermeister Lorenz Braun
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„Wenn man denen ins Gesicht geschaut hat, lief es einem eiskalt den Buckel runter.“Bürgermeister Lorenz Braun
Bild: Foto: dpa

Über 2000 Menschen gedenken in der niederbayerischen Stadt der in Afghanistan getöteten Soldaten. Die Stimmung in der Stadtpfarrkirche ist sehr gedrückt. Die Trauerrede hält Karl-Theodor zu Guttenberg

Adelzhausen/Regen In der niederbayerischen Stadt Regen haben gestern über 600 Menschen am ökumenischen Trauergottesdienst für die drei gefallenen Soldaten teilgenommen.

Darunter waren Angehörige des jungen Hauptgefreiten aus Adelzhausen, der bei dem Anschlag in Afghanistan ums Leben kam. Die Trauerfeier fand in Regen statt, weil alle Opfer dem Panzergrenadierbataillon 112 angehörten, das in der Stadt stationiert ist.

Die offizielle Trauerrede hielt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Anschluss an den Gottesdienst. „Wir alle verneigen uns vor ihnen in Dankbarkeit und in Anerkennung“, sagte er. „Sie wollten helfen, den Menschen in Afghanistan den Weg in eine bessere Zukunft zu bereiten. Verloren haben sie dabei ihre eigene Zukunft.“

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Noch vor der Trauerfeier soll der Verteidigungsminister der Familie des Gefallenen aus Adelzhausen persönlich sein Beileid ausgesprochen haben.

Während des Gottesdienstes waren die Angehörigen in der Kirche von den übrigen Anwesenden abgeschirmt. Sie wurden von ungefähr 40 Freunden des 21-jährigen Soldaten aus Adelzhausen begleitet. Für die Gruppe waren Plätze in der Kirche reserviert. Laut Bürgermeister Lorenz Braun waren die Trauergäste aus seiner Gemeinde mit einem Bus der Bundeswehr von Adelzhausen nach Regen gefahren worden. Der Bürgermeister ist mit seinem eigenen Auto angereist.

Auch Angela Merkel war unter den Trauergästen

Die Stimmung in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Michael zu Regen war sehr gedrückt und still. Vor den Särgen der Getöteten hielten junge Soldaten Wache. „Wenn man denen ins Gesicht geschaut hat, lief es einem eiskalt den Buckel runter“, sagte Lorenz Braun, der Bürgermeister von Adelzhausen. Man habe ihnen anmerken können, dass sie das auch nicht gewohnt seien.

Zu den Trauergästen in Regen gehörten neben dem Verteidigungsminister auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Außerdem war der Ministerpräsident Baden-Württembergs, Stefan Mappus, vor Ort, weil einer der Gefallenen aus Backnang im Rems-Murr-Kreis kam.

Auf dem Stadt- und Markplatz von Regen hatten sich rund 1500 Menschen, darunter mehr als 800 Soldaten aus Bayern, versammelt. Sie wohnten der Trauerfeier auf Videoleinwänden bei, die in der Stadt aufgestellt waren.

Der Sarg des Adelzhauseners wurde direkt nach der Trauerfeier verladen und noch am gestrigen Abend in seine Heimatgemeinde gebracht. Dort wird er heute um 10 Uhr auf dem Friedhof bei der Pfarrkirche beerdigt. (mit dpa)

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