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03.03.2011

Ärger an der Zapfsäule

Kunden wollen neuen Kraftstoff nicht

Friedberg Auch die Friedberger Tankstellen haben jetzt auf den Biosprit E10 umgerüstet – zum Ärger vieler Autofahrer. „Ich tanke lieber weiterhin Super, obwohl mein Auto auch den neuen Sprit vertragen würde“, sagt Florian Fiedel. Er fürchtet, mit E10 wegen des höheren Verbrauchs doch teurer wegzukommen. Ähnliche Sorgen macht sich Elisabeth Trinkl aus Eurasburg, die ihren Wagen erstmals mit E10 betankt hat. „Ich habe zuvor den Hersteller angerufen, um sicherzugehen, dass ich keine Schäden am Auto zu befürchten habe.“ Trotzdem hat sie Bedenken, dass sich der Wagen schneller abnutzt.

Wenigstens diesen Zweifel kann der Autohändler Michael Reichhold ausräumen: „In Schweden wird schon seit vielen Jahren mit höherem Ethanolanteil gefahren und die Schäden sind auch bei uralten Autos minimal.“ Trotzdem ist die Verunsicherung groß. Täglich kontaktieren ihn zwei bis drei Kunden, um sich über E10 zu informieren.

90 Prozent der deutschen Kraftfahrzeuge sind für das neue Gemisch von Benzin und Ethanol geeignet. Klaus Dirschinger fährt ein Auto, das zu den anderen zehn Prozent gehört. „Die ganze Neuerung ist kriminell“, ärgert er sich über die gestiegenen Preise für Superbenzin: „Einen ökologischen Vorteil bringt E10 auch nicht. Es fällt ganz im Gegenteil eine Wahnsinnsbelastung für die Umwelt während der Produktion des Biosprits an.“

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Auch Bund Naturschutz hat Bedenken

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz steht dem neuen Benzin kritisch gegenüber. Der Kreisvorsitzende Helmut Schenke bemängelt, dass große Flächen für den Anbau der Biomasse statt für Lebensmittel genutzt würden. Viel billiger und effektiver dagegen seien Wind- und Sonnenenergie. (rza)

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