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Friedberg

03.03.2020

Ärger wegen Busfahrern: Eltern haben Angst um Kinder

Sind Kinder in den Bussen zur Schule sicher unterwegs? Eltern aus Friedberg-Rederzhausen stellen das nun infrage.
Bild: Franziska Kraufmann, dpa (Symbol)

Plus Ist der Bus von Rederzhausen nach Friedberg zu unsicher für Schulkinder? Eltern zufolge seien Fahrer unvorsichtig. Was sagen AVV und Busunternehmen dazu?

Nach mehreren Unfällen mit Schulbussen in Deutschland wurde kürzlich der Ruf nach einer Anschnallpflicht für die Kinder und Jugendlichen laut. Als unsere Zeitung darüber berichtete, meldeten sich Eltern bei der Redaktion, die ganz andere Probleme haben.

Stefanie Kreisel aus dem Friedberger Ortsteil Rederzhausen berichtet, dass manche Busfahrer während der Fahrt telefonieren, dass der Fahrstil gefährlich sei und die Busse manchmal nicht einmal alle Haltestellen anfahren. „Von der Anschnallpflicht sind wir weit entfernt“, bemängelt die besorgte Mutter.

Schulbusfahrer benutzen während der Fahrt ihr Handy

Ihre Tochter besucht die 6. Klasse des Gymnasiums in Friedberg. Jeden Morgen um 7.35 Uhr steigt die Sechstklässlerin am Hachingerring in Rederzhausen in die AVV-Regionalbuslinie 208, die sie nach Friedberg in die Schule bringen soll. Ihre Mutter hat da allerdings oft kein gutes Gefühl. Sie beklagt die Sicherheitsprobleme für Kinder auf der Regionalbuslinie. Teilweise hielten die Busse nicht an der Haltestelle Hachingerring in Rederzhausen oder kämen einfach gar nicht, sagt sie. „Eltern, die nicht berufstätig sind, mussten dann schon als Fahrdienst einspringen“, erzählt Stefanie Kreisel.

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Dass Kinder weinend aus dem Bus aussteigen, weil sie aufgrund der harschen Fahrweise der Busfahrer gegen die Fensterscheiben und Türen gedrückt werden, sei ebenfalls kein Einzelfall. Ihre Tochter berichte außerdem von Fahrern, die während der Fahrt ins Handy schauen oder den Kindern Videos zeigen. Es sei sogar schon vorgekommen, dass ein Schüler dem Busfahrer zeigen musste, wo er abzubiegen hat. Kreisel ist besorgt: „Muss denn immer erst was passieren, damit sich was ändert?“, fragt sie sich.

Friedberg: Ist in den Bussen genug Platz für die Kinder?

Ende 2018 haben sie und eine weitere Mutter, die nicht namentlich genannt werden möchte, erstmals Kontakt mit der Stadt Friedberg aufgenommen. Über mehrere Stationen landeten sie dann schließlich beim zuständigen Verantwortlichen des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV). Mitte Januar 2019 wurde eine Fahrgasterhebung in Auftrag gegeben. An zwei Tagen fuhren AVV-Mitarbeiter bei den beiden Frühfahrten der Linie 208 (6.55 Uhr ab Asbach und 7.24 Uhr ab Ried, Stand 01/2019) mit. Sie zählten, wie viele Personen an den verschiedenen Haltestellen ein- und aussteigen. Das Ergebnis der Erhebung ergab zum Bedauern der Eltern, dass auch in den Stoßzeiten die vorhandenen Sitz- und Stehplätze ausreichen.

Diese neuen Busse befördern Fahrgäste durch Friedberg.
Bild: Tom Trilges (Archiv)


Nicht einkalkuliert wurde dabei laut Kreisel , dass jedes Kind noch einen Schulranzen auf dem Rücken trägt und diese nicht wenig Platz beanspruchen. Seit der Erhebung im Januar 2019 sind beim AVV nach Angaben der Pressesprecherin Irene Goßner keine Beschwerden mehr über Fahrtausfälle oder Ähnliches eingegangen.

Auf Nachfrage bei dem verantwortlichen Busbetreiber Demmelmair in Friedberg gab das Unternehmen an, dass auch hier Probleme dieser Art nicht bekannt seien. Vorkommnisse, dass Busfahrer während der Fahrt ihr Handy benutzen oder sich gar verfahren, seien der Firma bislang noch nicht zu Ohren gekommen.

Erneute Fahrgasterhebung in Friedberger AVV-Bussen

„So etwas dulden wir nicht“, betont Gerhard Bestele , der Inhaber der Firma Demmelmair. Bei solchen Vergehen drohen seiner Aussage nach Vertragsstrafen. Konfrontiert mit den aktuellen Vorwürfen haben die Firma Demmelmair sowie der AVV nun eine erneute Fahrgasterhebung in Auftrag gegeben.

Betroffen von dem Problem in den Linienbussen sind in erster Linie Schüler, die weiterführende Schulen besuchen. Es gibt nach Angaben der Stadtverwaltung Friedberg für die südlichen Stadtteile auch einen reinen Schulbusverkehr zwischen Bachern, Rohrbach , Ottmaring , Rederzhausen , Friedberg Ludwigstraße und Friedberg-Marienplatz am Morgen vor Schulbeginn sowie am Nachmittag nach Schulschluss in umgekehrter Richtung. Befördert werden hier Schüler der Mittelschule Friedberg und der Johann-Peter-Ring-Grundschule Ottmaring.

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