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16.04.2019

Agrarpolitik auf dem Irrweg

Europaabgeordneter Klaus Buchner spricht bei der ÖDP über die Landwirtschaft der Zukunft

20 Prozent der Geförderten bekommen 80 Prozent der Zuschüsse. Damit werde die industrielle Landwirtschaft einseitig gefördert, sagte der ÖDP-Europaabgeordnete Klaus Buchner bei einer Veranstaltung der ÖDP Aichach-Friedberg zum Thema „Bauer sucht Zukunft – Agrarwende jetzt“.

Obwohl innerhalb von 15 Jahren 80 Prozent der Betriebe die Viehhaltung aufgaben, wurde ca. 50 Prozent mehr Fleisch produziert. Bei der Massentierhaltung etwa die fünffache Menge an Antibiotika eingesetzt, die in der Humanmedizin Verwendung findet. Eine Folge davon sei das wachsende Problem multiresistenter Keime, die sich durch das Ausbringen der Gülle verbreiten. Die Überproduktion sei nur möglich durch Futtermittelimporte mit katastrophalen Folgen für das Klima, etwa durch das Abholzen des Regenwalds; gleichzeitig subventioniere die EU den Nahrungsmittelexport nach Afrika und in andere Länder. Dies wiederum ruiniere die dortige heimische Landwirtschaft und sei eine der Fluchtursachen.

Buchner setzt sich im EU-Parlament dafür ein, die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und eine europaweite einheitliche Kennzeichnung der Fleischprodukte einzuführen. Eine einheitliche Kennzeichnung hat auch bei Eiern dazu geführt, dass von Privathaushalten kaum noch Eier nachgefragt würden, die aus Massentierhaltung stammen.

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Als weitere Folge der industriellen Landwirtschaft nannte Buchner das dramatische Artensterben, z. B.: 80 Prozent Rückgang der Wildkräuter, 75 Prozent Rückgang der Masse der Fluginsekten. Das von der ÖDP initiierte Volksbegehren zum Artenschutz sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und zeige, dass die Bürger durchaus die Möglichkeit hätten, die Politik zu beeinflussen.

In der anschließenden lebhaften Diskussion kam auch die Kritik auf, dass das Volksbegehren mit der Einschränkung der frühen Mahd gerade den Milchbauern, die auf das eiweißreiche Futter angewiesen sind, schaden würde. Buchner: „Es musste ein Kompromiss gefunden werden, um das Artensterben wirksam zu bekämpfen.“

Josef Niedermeier, Biobauer aus Ottmaring berichtete: „Früher konnte ein Landwirt von 30 Kühen, die ohne Soja auskamen gut leben. Statt Sojaimport könnte z. B. Kleegras angebaut werden.“ Das Problem sei doch, dass der Weg „immer mehr, immer billiger“ in die Irre geführt habe. (FA)

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