Newsticker
Hälfte der Bundesländer mit Inzidenzwert unter 100
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Aichach-Friedberg: Notarzt-Mangel in Aichach und Friedberg ist noch dramatischer als angenommen

Aichach-Friedberg
09.01.2020

Notarzt-Mangel in Aichach und Friedberg ist noch dramatischer als angenommen

An den Notarztstandorten Aichach und Friedberg fallen weiter Schichten aus – Landrat Metzger erhöht den Druck auf die Verantwortlichen.
Foto: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Plus Seit Weihnachten fehlt in Aichach fast jeden Tag stundenlang ein Notarzt. In Friedberg fallen ebenfalls Schichten aus. Innenminister Herrmann ist eingeschaltet.

Die Versorgung mit Notärzten im Landkreis Aichach-Friedberg ist noch schlechter als bisher bekannt (wir berichteten) – das war nicht nur über die Weihnachtstage so, sondern hält bis heute an. Dies belegt eine Auflistung, die Landrat Klaus Metzger (CSU) unserer Zeitung hat zukommen lassen. Sie bildet den Abschluss eines Schreibens an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). Darin appelliert Metzger, eine adäquate Gesundheitsversorgung zu gewährleisten und sieht „dringenden Handlungsbedarf“. Zusätzlich wandte sich der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko (CSU) bereits an den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Landtagsabgeordnete Christina Haubrich (Grüne) fordert dringend Abhilfe.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

12.01.2020

Kompliment, gut recherchierter Artikel - die Bezahlung ist tatsächlich € 20,50 pro Stunde Bereitschaft und € 59,50 pro Einsatz brutto. Wir arbeiten freiberuflich also muss da von Steuern über Krankenversicherung über Sozialabgaben alles drin sein. Wer hüpft dafür nachts um 3 aus dem Bett, wenn man als Facharzt tagsüber durchaus in anderen Dimensionen verdienen kann? Stimmt, nachts gibt's € 10 Zuschlag für den Einsatz. Aber wenn man die € 69,50 brutto ins Verhältnis stellt zur Ausbildung und Verantwortung des Notarztes als Letztverantwortlichem im Rettungswesen fällt es schwer das als angemessen zu rechtfertigen. Oder?

Die € 10 Zuschlag gibt es übrigens auch an den Weihnachtsfeiertagen - genauso wie an jedem Samstag. Klar fühlt man sich seinem Standort verpflichtet. Aber jedes Jahr der Familie erklären dass man halt "lieber" arbeitet als Weihnachten zu feiern?

Das Schlimme ist dass das Jammern quasi auf hohem Niveau ist - viele im Rettungsdienst und vor allem in den Feuerwehren auf dem Land sind noch viel häufiger im Einsatz - und für unendlich weniger, nämlich für lau.

Wenigstens gibt es ab 2020 € 120 für die vorläufige Leichenschau. Also verdiene ich jetzt drei mal so viel wenn mein Patient stirbt wie wenn ich ihn lebendig ins Krankenhaus bringe. Das ist ja mal ein Anreiz.

Permalink
10.01.2020

Wieviele Ärzte aus Deutschland sind die letzten Jahre in Länder mit attraktiveren Arbeitsbedingungen wie der Schweiz ausgewandert?

Permalink
09.01.2020

Ich weiß zwar nicht wer in der Umfrage zum Notarzt Mangel mit Nein stimmt, aber scheinbar haben diese Personen noch nie akut ärztliche Hilfe benötigt. Ich hätte am 26.12. für meinen Sohn (20) wegen einer akuten internistischen Erkrankung den Notarzt gebraucht. Obwohl dieser gezielt bei der Notfallmeldung in der ILS angefordert wurde kam keiner. Nach Rückfrage beim eintreffenden Notfallsanitäter wo der Notarzt bleibt wurde nicht ehrlich geantwortet.... im nachhinein haben wir dann über die sozialen Medien erfahren, dass gar kein Fahrzeug besetzt war. So darf das nicht weiter gehen.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren