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Merching

12.07.2018

Alles bereit für den Damm

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2 Bilder
Eine Luftaufnahme des geplanten des Damms in Steinach. Der Unterboden ist weggeschoben worden, nun ist sehr gut erkennbar, wo der Damm in Zukunft verläuft.
Bild: Wasserwirtschaftsamt Donauwörth

Das Projekt in Steinach geht voran. Auf dem Luftbild ist der Verlauf bereits gut erkennbar. Zurzeit werden die Zufahrtswege befestigt.

Weil die Firma einen Engpass hatte, verzögerte sich der Start um ein paar Tage. Seit Mittwoch werden aber die Feldwege in Steinach für das Mammutprojekt Hochwasserschutz befestigt. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth errichtet östlich des Gewerbegebiets am Lerchenberg einen Damm, der 720 Meter lang und teilweise über fünf Meter hoch werden soll.

Um das Material aufzuschütten, müssen die Feldwege zur Baustelle befestigt werden. Allgemein ist das geplante Rückhaltebecken ein Reizthema in der Gemeinde Merching. Die Landwirte fürchten um ihre Ernte durch Staubbelastung auf den Feldern. Den Anwohnern graut vor Lastwagen, die unter Umständen durch die Ortsmitte rollen werden, um das Metrial zum Aufschütten abzuladen.

Im Hinblick auf die Feldwege, die zur Baustelle führen, hatten sich die Landwirte und der Gemeinderat letztlich gegen die angebotene Asphaltierung ausgesprochen. Wie Projektleiter Peter Schoder vom Wasserwirtschaftsamt erklärt, wird nun zunächst die Grasnarbe in der Mitte der Wege abgetragen. Dann wird Schotter ohne Feinanteil, also kleine Partikel, ausgebracht. „Um die Staubbildung zu minimieren“, erklärt Schoder. Außerdem sei geplant, in sehr trockenen Phasen die Strecke zu bewässern. So sollen die angrenzenden Felder möglichst wenig belastet werden.

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Bald sollen die Feldwege befestigt sein

In zwei Wochen werden die Wege laut Schoder befestigt sein. Dann rücken bald die Laster mit der neuen Erde für den Damm an. Schon jetzt sind aber Arbeiter neben der Baustelle zugange. Dabei geht es um die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen. „Die müssen zeitnah fortgeführt werden“, sagt Schoder. Konkret wird zurzeit ein neues, naturnaheres Bett für den Steinbach ausgehoben, um den Fluss aus seinem strengen Korsett zu befreien.

Im Hinblick auf den Damm selber hat sich die Planung laut Schoder verändert. In Luftaufnahmen ist der Verlauf bereits gut erkennbar. Die obere Schicht des Erdreichs musste weg, um einen tragfähigen Grund für den Damm zu schaffen. Laut Schoder gibt es aber gerade um den Steinbach herum torfiges Erdreich, das durch „gutes Material“ hätte ersetzt werden müssen. Insgesamt handle es sich um 20000 Kubikmeter. Die Behörde habe das Ganze jedoch noch einmal geostatisch überprüfen lassen. Das Ergebnis: Der Torfboden darf drin bleiben.

Er wird nun durch Schroppen verstärkt. Das sind etwa faustgroße Kalksteine, die im Erdreich verteilt werden. Zudem wird der Damm mit Geogittern aus Kunststoff versehen, die ebenfalls stabilisierend wirken. Auch wird er höher aufgeschüttet. „Damit sich der Damm während der Bauzeit setzen kann.“ Zu viel aufgeschüttetes Material soll dann bei der Errichtung des Auslassbauwerkes umgeschichtet werden. Dieser Bereich direkt beim Steinbach bleibt vorerst frei. Der Grund: Sollte es während der Bauarbeiten zu einem Hochwasser kommen, kann es an dieser Stelle abfließen. Der Oberboden, der bisher ausgehoben worden ist und zurzeit neben der Dammfläche gelagert wird, soll nach der Ernte auf einem Feld in der Nähe ausgebracht werden.

Änderungen im Plan bringen Vorteile

Laut Schoder bringen diese Änderungen drei Vorteile: Eine Kostenersparnis für die Behörde, eine Bodenverbesserung für den Landwirt und vor allem eine Minimierung des Baustellenverkehrs. Der Projektleiter sagt: „Der Materialtransport wird nahezu halbiert.“ Allerdings müsse immer noch Füllmaterial für ein Volumen von etwa 50000 Kubikmetern angeliefert werden. Beim Aushub des bisherigen Bodens kam auch belastetes Material zu Tage. Anscheinend hat sich auf dem Gelände früher eine Mülldeponie befunden. Genau lasse sich das heutzutage nicht mehr nachvollziehen. Die Entsorgung des belasteten Erdreichs könnte teuer werden. Es handelt sich um ein Grundstück der Gemeinde. Die befürchtete deshalb, die Entsorgung übernehmen zu müssen. Nun sagt Schoder: „Die Kosten zahlen wir.“

Durch den Fund gab es laut dem Projektleiter eine Verzögerung von zwei Wochen. Im Grunde liege die Behörde aber im Zeitplan. Die Bauarbeiten am Auslassbauwerk, also dem Herzstück der Anlage, sollen im September beginnen. Mit dem Durchlass wird die Wassermenge, die durch den Steinbach in die Paar fließt, gesteuert. Für den Bau muss die Stromleitung, die über der Stelle verläuft, umgeleitet werden. Das geschieht mit provisorischen Masten. Dauerhaft müssen sowieso zwei Strommasten erhöht und ein dritter ganz ausgetauscht werden. Das soll alles ab September umgesetzt werden. Der Zeitplan sieht laut Schoder vor, dass die Arbeiten am Auslassbauwerk Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden. Für die technische Ausrüstung wird dann noch etwa ein halbes Jahr gebraucht, so dass Ende 2019 alles fertig sein soll.

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