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Dasing

01.07.2010

Allgäuer Agenten in der Western-City

Ein Publikumsrenner war die Autorenlesung mit den Allgäuer Krimiautoren Volker Klüpfel (links) und Michael Kobr (Mitte) in der Western-City von Fred Rai (rechts) in Dasing. Fotos: Bernhard Weizenegger
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Ein Publikumsrenner war die Autorenlesung mit den Allgäuer Krimiautoren Volker Klüpfel (links) und Michael Kobr (Mitte) in der Western-City von Fred Rai (rechts) in Dasing. Fotos: Bernhard Weizenegger

Der Allgäuer ist dem Altbayern ja nicht ganz so fremd, jedenfalls was die Sprache anbelangt. Und so war es am Mittwochabend in der Westernstadt in Dasing für die Erfolgsautoren Volker Klüpfel und Michael Kobr ein Leichtes, den Besuchern die Eigenarten des Bergvolkes zu erklären. Von Eva Weizenegger

Dasing Der Allgäuer ist dem Altbayern ja nicht ganz so fremd, jedenfalls was die Sprache anbelangt. Und so war es am Mittwochabend in der Westernstadt in Dasing für die Erfolgsautoren Volker Klüpfel und Michael Kobr ein Leichtes, den Besuchern die Eigenarten des Bergvolkes zu erklären. Dass die Western-City für die beiden "eher eine ungewöhnliche Kulisse" darstellte, zeigte schon die kurze Einlage des Hausherrn Fred Rai, der die Autoren und die Zuhörer mit seinem Pferd "Spitzbub" in der Arena der Süddeutschen Karl-May-Festspiele begrüßte: "Ich bin mir sicher, dass es den beiden gelingen wird, Sie genauso spannend zu unterhalten, wie es schon Karl May vormachte."

"Es wird wohl mehr ein Alpenwestern", scherzte das Autorenduo. Dass es Klüpfel und Kobr aber trotz gefühlter 30 Grad gelang, die Zuhörer in die tief verschneiten Allgäuer Alpen zu versetzen, zeugt von deren Sprachtalent, das sie bereits in ihren fünf Kriminalromanen unter Beweis stellten. Nicht umsonst sind die Lesungen der beiden Allgäuer ein Publikumsrenner. Mit unglaublicher Bühnenpräsenz und Wortwitz erwecken die Autoren, die mit dem aktuellen Roman "Rauhnacht" die Spiegelbestsellerliste stürmten, ihre Protagonisten zum Leben. Diesmal muss ihr Hauptdarsteller Kluftinger (sein Vorname wird wieder nicht verraten) einen Mord an einem Hotelgast aufklären. Aus einem "mörderischen Spiel" wird bitterer Ernst. Wer den eigenbrötlerischen, grantelnden Kluftinger aber unterschätzt, hat nicht mit dessen kriminalistischem Spürsinn gerechnet.

Die Wortgefechte mit "Kluftis" Erzrivalen Dr. Langhammer, die Klüpfel und Kobr mit verstellten Stimmen und verschiedenen Dialekten sich liefern, bringen das Publikum zum Rasen, sodass das von den Autoren mitgebrachte "Gscheidometer" mit 99 Punkten Höchstwert ausschlägt. Als "Agenten des Allgäus" verstehen sich die beiden und als Journalist (Klüpfel) und Deutschlehrer (Kobr) haben sie es auch auf die Eigenheiten ihres Dialekts abgesehen. Wer glaubt, "Is it he" bedeute die englische Version von "Ist es er", der irrt gewaltig. "Richtig betont heißt das im Allgäu: Es ist nicht kaputt", erklärt Kobr. "Ich dachte, du hast Deutsch studiert", so der Einwand von Klüpfel. "Ja, aber in Franken", lautete die prompte Antwort von Kobr. In dieser Manier schenkten sich die beiden bei ihrer kabarettistischen Lesung kräftig ein. Und gelesen wurde natürlich dazwischen immer wieder auch.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Autoren live zu erleben, hat dazu am Mittwoch, 7. Juli, beim Tollwoodfestival in München die Gelegenheit. "Ja, wir trau'n uns das, auch wenn dann vielleicht die Nationalelf kickt", sagten die beiden. Angst vor leeren Plätzen müssen sie jedenfalls nicht haben.

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