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Personalie in Mering

28.06.2018

Als „Facility Manager“ Gottes ist er im Paradies

Oliver Kosel, der neue Mesner in St. Michael, bei einer typischen Mesnertätigkeit, dem Anzünden der vielen Lichter am Hochaltar. In Mering begeistert ihn der reiche Kirchenschatz.
Bild: Heike John

Oliver Kosel ist nach 18 Jahren in Kissing der neue Mesner in Merings Pfarrei St. Michael. Warum ihn die Kirchenschätze in der Marktgemeinde so begeistern.

Er ist Hausmeister, Gärtner, Florist, Putzkraft, Einkäufer, Techniker, Ministrant, Lektor, Kommunionhelfer und noch vieles mehr. So vielfältig ist die Arbeit von Oliver Kosel, der seit 1. Mai als Nachfolger von Gregor Danek die Stelle des Mesners von St. Michael übernommen hat. „Es gibt viel zu tun in Mering“, stellt er voller Befriedigung über sein neues Amt fest. „Auf neudeutsch bin ich so was wie der Facility Manager Gottes“, fasst Oliver Kosel zusammen und lacht. Mit 45 Jahren könne man noch mal wechseln, dachte sich der Kissinger, als er sich auf die Mesnerstelle in Mering bewarb.

18 Jahre lang war er als Mesner in der Kissinger Kirche St. Bernhard tätig. „Hier in Mering bin ich schwerpunktmäßig wieder mehr in liturgische Dienste eingebunden“, so erklärt er den Unterschied. In der wesentlich kleineren Pfarrei in Kissing war er zusätzlich als Hausmeister in der Kindertagesstätte St. Elisabeth tätig. „Der Umgang mit den Kindern geht mir schon etwas ab“, gibt er zu, „aber sonst bin ich hier oben auf dem Kirchhügel mitten in Mering rundum zufrieden.“

Vor allem der prachtvolle Kirchenbau von St. Michael versetzt ihn täglich in Begeisterung, gibt er zu. „Hier in der frisch renovierten Kirche komme ich mir vor wie in einer Basilika und fühle mich wie im Paradies“, schwärmt Oliver Kosel. „Mich fasziniert die Nähe zu den Wittelsbachern und Kurfürst Albrecht, dem großen Förderer dieser Kirche“, erklärt der historisch Interessierte. „Mering als ehemaliger Königshof ist einfach ein geschichts-trächtiger Ort und dies schlägt sich auch in der Kirche nieder“, erklärt er.

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Eigentlich kam der gelernte Textilmeister, der in Kissing zusammen mit seinem Bruder noch eine Spulerei, Schärerei und Bandweberei betreibt, eher zufällig zum Mesneramt. „Ich habe bei Dierig in Augsburg gelernt und war auch einige Jahre als Textilunternehmer selbstständig.“

Als Pfarrer Bernd Schaller in Kissing einen Aushilfsmesner suchte, meldete sich Oliver Kosel. „An einem Samstagabend wurde ich eingelernt und kam am Sonntag noch mal in die Kirche, um zuzuschauen“, erinnert er sich. „Da sagte der Mesner, ,i bin heut nit gut beinand, übernimm du glei‘ und schon hatte ich das Amt“, erinnert sich Oliver Kosel. Mittlerweile ist es sein Traumberuf, vor allem auch weil er so vielfältig ist. Die Heizungs-, Lautsprecher- und Glockenanlage erfordere viel technisches Wissen, dazu kommen rund 10000 Quadratmeter Rasenfläche, die gemäht werden müssen. „Ich fühle mich wie ein kleiner Landwirt in Mering“, stellt Kosel voller Vergnügen fest.

Auch Einkäufe für Hostien, Kerzen und Putzmittel sind immer wieder nötig. Vorausschauend müsse man auch beim Blumenschmuck sein, denn Hortensien oder Weihnachtssterne sollten bereits vier Monate im Voraus bestellt werden. „Und liturgisch ist hier auch ganz schön was los“, sagt Kosel. Beeindruckt zeigt er sich vor allem, wie viele Gläubige an der Prozession zu Fronleichnam teilnahmen. Rund 100 Beerdigungen, 50 Taufen und 15 Hochzeiten stehen in St. Michael jährlich an, dazu kommen sechs heilige Messen pro Woche, „alle gut besucht“, wie Oliver Kosel bereits feststellte.

Die Meringer Katholiken sind ihm nicht fremd, ist er doch schon seit 16 Jahren als Andechswallfahrer mit dabei. „Mit dem Abold Leo verband mich eine echte Freundschaft. In seine Fußstapfen will ich treten und das Mesneramt in St. Michael in seinem Sinne weiterführen“, so hat sich Kosel vorgenommen.

Darum ist er auch froh, dass ihm nach wie vor Abolds Witwe Johanna Abold zur Seite steht. Sie ist Teil eines gut funktionierenden Teams, zu dem auch Aushilfsmesner Bernd Rother, der frühere Dommesner Karl Müller und neuerdings auch Brigitte Barmer, die ehemalige Mesnerin von St. Stephan in Kissing, gehören.

Zudem gebe es ein gutes Miteinander mit den Mesnern der Fililalkirchen, die zur Pfarrei St. Michael gehören. „Ich bin in Mering auf jeden Fall schon angekommen“, freut sich der Kissinger: „Beim gemütlichen Zusammensein am Volksfest wurde ich gleich als Mitglied in den Veteranenverein aufgenommen.“

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