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Mering

25.01.2020

„Altes Kloster“ in Mering soll besser gepflegt werden

Diese historische Ansicht zeigt das „alte Kloster“ in früheren Jahren, als der Blick auf das eindrucksvolle Gebäude noch unverstellt war. Heute bröckelt der Putz, und in der Gemeinde weiß keiner so recht, was aus dem geschichtsträchtigen Anwesen werden soll.
Foto: Heimatverein

Plus Die Grünen haben eine neue Debatte um den historischen Bau angestoßen. Auch SPD und CSU  fordern eine ordentliche Instandhaltung kommunaler Gebäude.

Das „alte Kloster“ im Herzen Merings soll erhalten und besser gepflegt werden, fordern die Grünen. Doch nicht nur der kleinsten Rathausfraktion ist das über 100 Jahre alte Gebäude ein Anliegen. Auch CSU und SPD sprechen sich dafür aus, das Anwesen für Mering zu bewahren, wie die Fraktionssprecher auf Anfrage unserer Zeitung erklären.

Wie berichtet, haben die Grünen eine Kampagne für das „alte Kloster“ gestartet, Denkmalpfleger Tobias Listl hat sogar eine eigene Internetseite mit Fotos und den Vermessungsdaten, die er aktuell aufnimmt, veröffentlicht. Seine Aufnahmen zeugen von einer gewissen Vernachlässigung im Außenbereich: offensichtlich verstopfte Regenrinnen, aus denen schon das Unkraut sprießt, abgeplatzter Putz und große Schösslinge aus den Lichtschächten der Kellerfenster. Wie der Architekt im Gespräch erläuterte, ist das Gebäude im Inneren deutlich besser instand gehalten. Doch wenn gerade die Schäden im Putz nicht beizeiten ausgebessert werden, kann die Substanz darunter leiden.

Das "alte Kloster" in Mering ist außen nicht besonders gut gepflegt.
Foto: Tobias Listl

SPD: Ausstellungsräume oder Trauzimmer im „alten Kloster“

SPD-Fraktionssprecher Markus David hat sich selbst schon viel den Kopf über das „alte Kloster“ zerbrochen. Auch er möchte es bewahren und weiß, dass es den Meringern sehr am Herzen liegt. Allerdings sei es nicht so einfach, eine sinnvolle Nutzung zu finden. Er selbst hatte es als neuen Standort für das Heimatmuseum ins Spiel gebracht. Allerdings sind die Räumlichkeiten nicht ideal, und ein entsprechender Umbau wäre deswegen sehr aufwendig, zumal die Auflagen beispielsweise in Bezug auf den Brandschutz bei öffentlich genutzten Gebäuden besonders hoch sind.

Vorstellen könnte sich David auch Räume für Ausstellungen oder ein repräsentatives Trauzimmer. „Wir müssen uns überlegen: Wie wollen wir es nutzen, was kostet das und ist es uns das wert?“, fasst David zusammen. Auch ein Verkauf sei schon einmal im Raum gestanden. „Darüber hat sich die SPD auch schon mit den Grünen unterhalten“, merkt er an.

Pfleglicher mit Merings Immobilien umgehen

Den momentanen Zustand des Anwesens sieht auch David kritisch. Er regt an zu prüfen, was es kosten würde, das „alte Kloster“ außen so weit herzurichten, dass es nicht weiter herunterkommt. „Die Schäden im Putz ausbessern sowie die Regenrinnen und Kellerschächte säubern – da könnte uns der Markbaumeister mal eine grobe Schätzung geben“, meint David. Und er wird noch deutlicher: „So viele eigene Immobilien haben wir nicht. Da sollten wir mit denen, die wir haben, schon etwas pfleglicher umgehen!“

Als sogenannte Anlass- oder Ereigniskarte gab es auch eine Ansicht vom ersten Meringer Wochenmarkt vom 2. Juli 1927.
10 Bilder
So sieht Mering auf alten Postkarten aus
Foto: Archiv Franz Mrasek

CSU-Fraktionssprecher Georg Resch hängt als alter Meringer, wie er sagt, an dem Gebäude. Verschiedene Nutzungen wie etwa für Ausstellungen oder auch Vereine seien unter Umständen denkbar. Allerdings fällt Resch eine nahezu unendliche Liste an Problemen ein – unter anderem die beiden Hortneubauten, Verkehrsraumgestaltung am Schulzentrum und der Rathausneubau –, die es dringender anzupacken gilt als die Zukunftsfrage für das „alte Kloster“. Nachdem sich die Kommune von der großen Vision 2025 verabschiedet habe, stehe ein Abriss des Anwesens aktuell auch nicht mehr zur Debatte.

CSU: Ausweichräume beim Neubau des Meringer Rathauses sichern

Damit das „alte Kloster“ aber in einem brauchbaren Zustand ist, wenn der Markt Mering so weit ist, sich damit zu befassen, fordert auch Resch eine ordentliche Pflege. In dieser Hinsicht hapere es leider in Mering immer wieder. Das habe er bereits bei der alten Sportgaststätte erlebt. Wie berichtet, wäre es so aufwendig geworden, das Gebäude für einen neuen Pächter zu sanieren, dass sich die Gemeinde für einen Abriss entschieden hat, nachdem der alte Wirt aufgehört hatte. In Bezug auf das „alte Kloster“ gab Resch zu bedenken, dass die Kommune möglicherweise noch darauf angewiesen sein könnte, während der Neubauphase fürs Rathaus dort Ausweichräume zu nutzen.

Das "alte Kloster" Mering im Überblick:

Bau Das genaue Baudatum des repräsentativen Gebäudes an der Klostergasse ist nicht bekannt. Es wurde um das Jahr 1900 errichtet.

Entwicklung Seit der Entstehung wurde das „alte Kloster“ mehrfach umgebaut und erhielt den Anbau, in dem sich der Hort „alte Burg“ befindet.

Verwendung Früher beherbergte der Bau eine Mädchenschule, die von Klosterschwestern betrieben wurde. Heute nutzt der Hort den Anbau und auch einige Räume im älteren Teil. Die Planungen für einen Neubau laufen jedoch bereits. Außerdem gibt es auch Wohnungen, die noch vermietet sind.

Denkmalschutz Im Zuge der Vision 2025 der Marktgemeinde Mering wurde auch über einen möglichen Abriss diskutiert. Auf Antrag des Meringers Renatus Scheglmann prüfte damals der Denkmalschutz, ob er das Gebäude auf seine Liste nehmen würde. Wegen der vielen Umbauten, die im Laufe der Jahre erfolgt sind, sahen die Experten das Gebäude jedoch nicht mehr als denkmalschutzwürdig an.

Internet Tobias Listl hat eine Internetseite zum „alten Kloster“ erstellt. Unter der Adresse www.tlistl.wixsite.com/mering-altes-kloster gibt es Fotos und die aktuellen Vermessungsdaten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mering geht mit seinen Gebäuden schlecht um

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