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Friedberg

06.07.2010

Altstadtfest: Am Dinzeltag dürfen Kinder mit Hand anlegen

Das historische Handwerk soll hochleben am ersten Altstadtfest-Sonntag, 11. Juli: Dieser Dinzeltag wird als Versammlungstag der Zünfte besonders den Handwerkern gewidmet - in der Tradition des 18. Jahrhunderts. Folgendes ist geplant.Von Gabriele Raab

Friedberg Das historische Handwerk soll hochleben am ersten Altstadtfest-Sonntag, 11. Juli: Dieser Dinzeltag wird als Versammlungstag der Zünfte besonders den Handwerkern gewidmet - in der Tradition des 18. Jahrhunderts. Folgendes ist geplant:

Festgottesdienst Davor versammeln sich bis 9.55 Uhr vor dem Westportal der Stadtpfarrkirche St. Jakob die Cordonisten, Stadtwache, Schützen und Zöllner, dazu alle Handwerker mit ihren Zunftstangen. Um 10 Uhr erfolgt der feierliche Einzug. Das historische Seelenamt wird als feierlicher Festgottesdienst gefeiert. Festzelebrant und Festprediger ist der Provinzial der Pallottiner, Pater Hans-Peter Becker. Der Kirchenchor St. Jakob und das Collegium Musicum führen unter der Leitung von Peter Schnur die Orgelsolo-Messe von Mozart für Chor, Soli und Orchester auf.

Weihe Nach dem Gottesdienst werden die sieben neuen Zunftstangen geweiht. Die Handwerker mit ihren Zunftstangen stellen sich mit der Segnung ihrer Zunftstangen unter den besonderen Schutz ihres Patrons.

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Patrone Der Uhrmacher Dieter Sanders trägt die Zunftstange mit dem heiligen Petrus. Der Heilige wird mit zwei Schlüsseln dargestellt, einem goldenen zum Aufschließen des Himmels und einem schwarzen für die Hölle. Das fahrende Volk hat sich von Josef Kauth die heilige Sara schnitzen lassen. Die Schwarze Sara wird von den katholischen Zigeunern als Schutzpatronin verehrt.

Die Schutzpatronin der Artilleristen ist wegen ihrer Standhaftigkeit die heilige Barbara. Mit ihrer Hilfe wurden die maurischen Besatzer Südeuropas zurückgedrängt. Die Böllerschützen tragen die Zunftstange mit der heiligen Barbara.

Die Schneiderinnen haben als Zunftheiligen den heiligen Stephanus gewählt, wohl weil die Menschen bei der Steinigung des Heiligen ihre Kleider zu Füßen des Saulus gelegt haben.

Bienen und Honig hatten im 18. Jahrhundert eine große Bedeutung. Als der heilige Ambrosius noch ein Kind war, hatte sich ein Bienenschwarm auf seinem Gesicht niedergelassen. Deshalb wird er oft mit einem Bienenkorb dargestellt. Die Imker tragen deshalb auf ihrer Zunftstange den hl. Ambrosius.

Glasermeister Karl Burger trägt auf seiner Zunftstange eine originale Statue aus dem 18. Jahrhundert. Da dieser Hausheilige keine Attribute mehr hat, lässt es sich nicht mehr feststellen, welcher von den mehreren Patronen der Zinngießer und Glaser dargestellt ist.

Die heilige Magdalena, die Jesus die Füße salbte, ist bei den Kräuterfrauen noch in Bearbeitung.

Zunftmahl Nach dem feierlichen Auszug der Handwerker aus der Kirche bieten einige Wirte ein besonderes Zunftmahl an: Ein original "Friedberger Bauernbratl" gibt es bei den Wirten Fuß und Lorenz, beim Wirt Zech einen Honigbraten mit Krautschupfnudeln und beim Wirt Waltner eine gefüllte Ente am Spieß mit Blaukraut und Knödel. Das "Friedberger Bauernbratl" ist ein Gericht typisch für das Wittelsbacher Land. Es hat die Lechgrenze auch heute noch nicht überschritten. Fleisch und Gemüse gehören dazu. Das Würzmittel, das das Gericht zum originalen "Bauernbratl"-Geschmackserlebnis macht, können die Feinschmecker am Dinzeltag herausfinden.

Handwerker-Aktionen An dem Sonntag, 11. Juli, lohnt es sich besonders, an den Ständen der Handwerker vorbeizuschauen. Für den Nachmittag haben sich einige etwas Besonderes ausgedacht: Am Stand der Spengler können Kinder und Erwachsene von 14 bis 18 Uhr mit Blech werken. Die Maurer der Firma Lindermayr bieten von 12 bis 16 Uhr eine Aktion für Kinder an unter dem Motto "Die Maurer bauen mit Steinen und Mörtel". Material und Werkzeuge werden gestellt.

Die Fischer küren an diesem Tag den Fischerkönig und nehmen auch noch andere Ehrungen vor.

Blauer Montag Auf den Dinzeltag folgt der Blaue Montag, an dem sich die Handwerker des Kniefalls zum Feiern versammeln. Sie haben es sich verdient. An den Stadtfesten 2004 und 2007 haben sie auf Anregung von Dr. Hubert Raab Kniefälle wieder an den Stellen errichtet, wo sie auch im 18. Jahrhundert standen. Bei diesem Altstadtfest vollenden sie ihr Werk mit dem dritten Kniefall.

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