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Mering

07.05.2018

An der Meringer Sportanlage bewegt sich nichts

Die Meringer Sportanlage ist so marode, dass sie wie schon im vergangenen Jahr für die Bundesjugendspiele wieder gesperrt wurde.
Bild: Eva Weizenegger

Ein weiteres Jahr sagen die Schulleiter die Bundesjugendspiele ab. Die Zustände sind so schlecht, dass die Kinder dort nicht gefahrlos Sport treiben können. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler räumt Missstände ein

 Auch nach über einen Jahr hat sich an den Sportanlagen am Meringer Schulzentrum nichts geändert. Während Schulleiter Josef Maisch von Meringer Gymnasium noch diplomatisch zurückhaltend bleibt, es aber sehr bedauert, dass auch dieses Jahr wieder keine Bundesjugendspiele veranstaltet werden können, findet der Realschulleiter Andreas Pimpl deutliche Worte: „Es ist sehr enttäuschend, dass es nicht möglich ist, innerhalb eines Jahres die Situation zum Wohl der Kinder zu ändern.“

Tiefe Rillen ziehen sich entlang der 400-Meter-Bahn. Im Bereich der Kugelstoßanlage hebt sich der Belag derart, dass sich eine Mondkraterlandschaft bildet. Gefährlich sind vor allem die fehlenden Seitenabdeckungen entlang der Außenbahnen. Wer in den Entwässerungsschacht gerät, hat sich schnell den Fuß verknackst oder gar noch mehr. Auch die Sprunganlage ist so marode, dass hier nicht guten Gewissens Sportunterricht abgehalten werden kann. „Das sind alles Bereiche der Leichtathletik, die wir nicht mehr anbieten können“, bedauert auch Josef Maisch vom Meringer Gymnasium. Sein Kollege Andreas Pimpl von der Realschule fügt hinzu, dass auf der Laufbahn zudem zwei Unterstellmöglichkeiten für die Trainer am Fußballhauptplatz fest installiert wurden. „Diese Bahnen sind für uns damit nicht mehr zu nutzen“, moniert Pimpl.

Auch Susanne Geiger, Schulleiterin der Grundschule an der Ambérieustraße ist mit ihrem Lehrerkollegium auf die Anlagen am Sportplatz angewiesen. „Wir haben schon seit längerem uns dafür entschieden, dass wir die Kinder nicht auf das Freigelände lassen, weil es einfach zu gefährlich ist.“ Dabei sei für den Sportunterricht an der Grundschule lediglich auf eine 50-Meter-Laufbahn und eine funktionierende Sprunganlage notwendig. „Wenn das alles in einwandfreiem Zustand wäre, könnten wir Bundesjugendspiele abhalten“, so Geiger. Alle Schulleiter betonen, dass die Bundesjugendspiele keine Spaß- sondern eine Pflichtveranstaltung seien und es auch gemeldet sowie begründet werden muss, wenn diese nicht durchgeführt werden.

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Seit 1979 gibt es einen Beschluss der Kultusministerkonferenz, der eine verbindliche jährliche Durchführung der Bundesjugendspiele bis zur 10. Jahrgangsstufe an allen allgemeinbildenden Schulen fordert. In Mering fallen jedoch diese sportlichen Wettkämpfe wieder fast an allen Schulen aus. Nur die Grundschule an der Luitpoldstraße, die über eine eigene Sportanlage verfügt, kann sie durchführen.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler weiß seit einigen Jahren über die Missstände Bescheid. Bereits noch unter Landrat Christian Knauer habe man darüber diskutiert, wer wie viel Geld für eine neue Sportanlage zahlen muss. Der Landkreis ist Sachaufwandsträger für die Realschule und seit 2013 auch für das neue Gymnasium. Die Marktgemeinde Mering übernimmt den Anteil für die Grundschule und ist Besitzer der gesamten Freisportanlage. „Damals sah der Landkreis die Einrichtung nicht nur als Schul- sondern auch ein Freizeitsportanlage“, so Kandler. Das bedeute nach Auffassung des Landratsamtes, dass die Gemeinde sich mit einem höheren Anteil an den Kosten beteiligen müsse als der Kreis. Kandlers Auffassung nach, werde die Anlage hauptsächlich von den Schulen genutzt. „Als Sachaufwandsträger für die Grundschule müsse die lediglich eine 50 Meter Laufbahn sowie ein Sprungbecken vorhalten“, rechnet Kandler vor. Nachdem für Realschule und das Gymnasium weitaus höhere Anforderungen im Bereich Leichtathletik haben, sei es sehr wohl zu vertreten, wenn sich der Kreis mit bis zu 80 Prozent beteilige.

Die Schulleiter haben sich nun ein weiteres Mal an das Landratsamt gewandt und darum gebeten, dass man sich schnell einige. „Uns wurde erklärt, dass der Landkreis sehr wohl bereit sei, sich an den Kosten zu beteiligen, aber man vonseiten der Marktgemeinde endlich einmal aktiv werden müsse“, sagt Andreas Pimpl.

Kandler erklärt, dass man sich bewusst sei, dass etwas geschehen müsse. Bereits Ende 2016 im Gemeinderat darüber beraten und ein Projektbetreuer bereits eingeschaltet wurde. „Auch hier war noch zu klären, in welchem Umfang dieser Betreuer arbeiten wird.“ Schon damals hatte der Münchner Landschaftsarchitekt Hubert Wendler, der als Planer eingeschaltet ist, dem Sportgelände ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: „Der Platz hätte eine Generalsanierung vielleicht schon vor zehn Jahren verdient.“ Und er legte nach, dass aus Haftungsgründen hier „eigentlich gar kein Schulsport stattfinden dürfe. Kandler räumt ein: „Natürlich hatten wir in den vergangenen zwölf Monaten wieder einiges anderes zu tun und nicht nur die Sportanlage im Blick.“

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