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Ankerdependance in Mering: Kleinere Einrichtungen sind besser

Kommentar Von Philipp Schröders
28.08.2020

Plus Die Regierung von Schwaben setzt inzwischen auf kleinere Einrichtungen, was richtig ist. Dennoch bleibt das System mit den Ankerzentren umstritten.

Bei den Ankerzentren stehen sich meist gegensätzliche Meinungen felsenfest gegenüber. Befürworter heben die schnelleren Asylverfahren hervor, Kritiker verweisen auf soziale Spannungen und Missstände in den Unterkünften. Doch die Regierung hat sich für dieses System entschieden. Die Ankereinrichtungen werden in absehbarer Zeit nicht aufgelöst.

Ein nüchterner Blick auf die Gegebenheiten im Regierungsbezirk Schwaben zeigt Folgendes: Vor der Schließung des Ankerzentrums Donauwörth waren dort 800 Menschen untergebracht. In der Vergangenheit gab es immer wieder Konflikte zwischen Bewohnern, mit dem Sicherheitspersonal und der Polizei. Die Strategie der Regierung von Schwaben, auf mehrere kleinere Einrichtungen zu setzen, ist besser. In Mering ist es seit der Belegung der Ankerdependance ruhig geblieben, auch nachdem dort allein reisende Männer untergebracht worden sind. Für die Regierung ist es leichter, in kleineren Unterkünften ein friedliches Zusammenleben und eine gute Betreuung zu gewährleisten.

Flüchtlinge in Mering: Asylhelfer sind weiterhin wichtig

Bei Migranten, die bereits einen festen Status in Deutschland haben, hängt weiterhin viel von den Helferkreisen ab. Das zeigt sich in Mering. Die Ehrenamtlichen unterstützen im Alltag bei Behördengängen und der Job- und Wohnungssuche. Das zahlt sich aus. Beispielsweise arbeiten und studieren viele der Flüchtlinge, die vor fünf Jahren erstmals in der Unterkunft in der Kanalstraße untergebracht worden sind, inzwischen in der Region. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass statistisch gesehen die Hälfte der Flüchtlinge, die in den Jahren 2013 bis 2016 nach Deutschland gekommen sind, noch keine Arbeitsstelle hat.

Allgemein es ist lobenswert, wenn Ehrenamtliche Migranten dabei helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Man kann aber nicht von jedem erwarten, sich dazu berufen zu fühlen. Um einen toleranten Umgang sollte aber jeder bemüht sein.

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