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Mering

14.03.2019

Ankerzentrum: Kleine Zugeständnisse für Mering

Bis zu 176 Flüchtlinge könnten in den beiden Gebäuden an der Hörmannsberger Straße 18 untergebracht werden. Sie sollen jedoch nicht bis zum Limit belegt werden. Das hat ein Gespräch der örtlichen Mandatsträger mit Innenminister Joachim Herrmann ergeben.
Bild: Eva Weizenegger

Die Unterkunft in Mering soll nicht voll belegt werden. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs mit Innenminister Herrmann.

Für bis zu 176 Flüchtlinge ist das Gebäude an der Hörmannsberger Straße 18 angelegt. Wie berichtet, will die Regierung von Schwaben hier eine Außenstelle des Ankerzentrums Donauwörth einrichten. Auch ein Krisengespräch mit Innenminister Joachim Herrmann hat an dieser Situation nicht grundlegend etwas geändert. Einige kleinere Zugeständnisse waren jedoch das Ergebnis.

Darüber berichtete Bürgermeister Hans-Dieter Kandler in der Bürgerversammlung am Donnerstag, obwohl zum Ankerzentrum noch eine eigene Info-Veranstaltung geplant ist. Ihm sei bewusst, dass das Thema derzeit alles andere überlagere, sagte er. Und das war auch nicht zu übersehen.

Kandler dankte zu Beginn seiner Ausführungen dem CSU-Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko, der das Gespräch mit dem Innenminister vermittelt hatte. Laut dem Meringer Bürgermeister sei dieses im Wesentlichen so verlaufen, wie erwartet. Die Regierung von Schwaben habe noch einmal die Notwendigkeit erläutert. Und daran werde sich selbst dann nichts ändern, wenn die leer stehende Kaserne in Kempten als Ersatz für das Donauwörther Ankerzentrum belegt werde, erklärte Kandler.

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Ankerzentrum Mering: Eingang nicht zum Wohngebiet hin

Dennoch habe das Gespräch kleine Verbesserungen bewirkt. So soll der Eingang der Anker-Dependance verlegt werden. Diese öffne sich dann nicht mehr direkt zur angrenzenden Wohnbebauung, sondern zur Hörmannsberger Straße hin. „Das sind so kleine Dinge, die aber an der Tatsache an sich nichts ändern“, sagte Kandler. Weiter solle es eine verstärkte Polizeipräsenz vor Ort geben. Außerdem sollen eben die verfügbaren 176 Plätze nicht belegt werden. Kandler schätzt, dass sich die Zahl bei etwa 120 bis 130 Personen bewegen werde. „Aber eine genaue Obergrenze wurde nicht benannt“, schränkte er ein.

Auch ging es um die Zielgruppe in der Meringer Ankerunterkunft. Es soll sich vorwiegend um türkische Familien handeln, die mittlerweile verstärkt vor Staatschef Erdogan flüchten. „Das sind teils gut situierte Leute, die durchaus eine Bleibeperspektive haben“, erklärte Kandler. Diese seien auch in anderer Hinsicht besonders unproblematisch. Denn viele haben in Deutschland Bekannte und Vewandte. Sobald sie ein Aufenthaltsrecht haben, würden sie daher eine Bleibe finden, vermutet der Bürgermeister.

Doch Sozialwohnungen in den leeren Häusern in der Hartwaldstraße

Seinen Bericht über das Treffen bestätigt auch Landrat Klaus Metzger in einer offiziellen Stellungnahme. Er selbst und alle anderen Teilnehmer des Treffens seien mit dem Ergebnis hoch zufrieden, so sein Fazit. Noch einen unerwarteten Effekt hatte das Gespräch in München nämlich. Zur Sprache kam auch die ungeklärte Zukunft der Gumpp-Häuser in der Hartwaldstraße. Wie berichtet, hatten sich Gemeinde und Landkreis monatelang vergeblich bemüht, diese als Sozialwohnungen für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Dies scheiterte jedoch an haushaltsrechtlichen Schwierigkeiten.

Nach Informationen unserer Zeitung plante die Regierung von Schwaben deswegen zuletzt, dort ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge zu schaffen, die in Deutschland bleiben können. Der Innenminister habe jedoch eingesehen, dass es in Anbetracht der Ankerunterkunft hilfreich wäre, hier auch Wohnmöglichkeiten für die Einheimische Bevölkerung zu schaffen. Von seinen Mitarbeitern auf die rechtlichen Schwierigkeiten angesprochen, habe er laut Kandler gemeint: „Das kann’s doch nicht sein!“. Nach dem Ministermachtwort solle es in drei bis vier Wochen eine Lösung geben, um die vier Häuser für die einheimische Bevölkerung anzumieten. „Das trägt wesentlich zur Entlastung des Wohnungsmarktes rund um Mering bei.“, freut sich Landrat Metzger.

Mietvertrag für Ankerzentrum in Mering läuft sogar bis 2027

Indessen hat die Regierung von Schwaben die Angaben bezüglich der Anker-Dependance an der Hörmannsberger Straße noch einmal korrigiert. Da die Häuser erst ab Fertigstellung angemietet wurden, geht der Mietvertrag noch bis 2027 und nicht wie zuvor mitgeteilt bis 2025.

Vor dem Eingang zur Mehrzweckhalle hatten sich etliche Meringer versammelt und Flugblätter für die Bürgerinitiative (BI) gegen das Ankerzentrum in Mering verteilt Darauf weist die BI ausdrücklich darauf hin, dass eine Beteiligung rechter Gruppierungen und der AfD ausgeschlossen ist. Letztgenannte Partei befasst sich ebenfalls mit dem Vorhaben in Mering. So stellt die Fraktion im Landtag aktuell einen Dringlichkeitsantrag, in dem sie sich gegen die Einrichtung einer Außenstelle in Mering ausspricht.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: „Ankerzentrum für Flüchtlinge in Mering sorgt für Ärger“

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