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31.03.2008

April, April: Läuse, Dreck und Ibidum

Alexander (9) und Lenard (8) müssen noch überlegen, wie sie heute ihre Mitschüler in den April schicken. Im vergangenen Jahr waren sie mit kessen Sprüchen erfolgreich. Alexander hatte einem Freund zugerufen: "Hey, du hast ja Dreck im Gesicht!"

So viel Spaß wie die beiden Grundschüler, die den Hort des Kissinger Vereins Regenbogenkinder besuchen, haben zahlreiche Buben und Mädchen im südlichen Landkreis - vor allem, weil nach den Osterferien am Montag die Schule wieder begonnen hat. Wolfgang Aggensteiner, Rektor der Staatlichen Realschule Mering, macht sich auf einiges gefasst. Gerade in der Früh liefen sein Lehrpersonal und er Gefahr, Opfer von Aprilscherzen zu werden. "Im Laufe des Tages bin ich dann vorsichtiger." Einmal habe man aber auch den Spieß umgedreht: Da habe ein Lehrer einen Schüler in den Physiksaal geschickt, um einen recht schweren Gegenstand zu holen, sagt Aggensteiner und schmunzelt. April, April!

Ingeborg Pfaffinger, Rektorin der Meringer Hauptschule, hält Aprilscherze für eine "nette Sache". Meistens werde sie unnötigerweise ans Telefon geholt. "Die Presse will mit Ihnen sprechen", heißt es etwa. Damit dieser Streich funktioniert, müssen sich allerdings die Schüler mit den Sekretärinnen absprechen.

Über Aprilscherze gesprochen haben auch die Kinder des AWO-Kindergartens Kunterbunt in Kissing. Leiterin Gertrud Kefer-Gröb sagt zwar, dass ihre dreijährigen Schützlinge zu jung dafür seien. Eine Vorstellung haben sie jedoch allemal. "Da ist ein Fleck auf deiner Hose. - April, April!" finden sie zum Beispiel recht witzig. Gleichzeitig sei ihnen wichtig, niemanden zu verletzen oder Angst einzujagen, sagt Gertrud Kefer-Gröb. Einen Aprilscherz aus ihrer Kindheit wird sie nie vergessen: "Ich sollte für zehn Pfennige im Kramerladen Ibidum kaufen." Die Verkäuferin habe daraufhin herzhaft gelacht und geantwortet. "Du bist wirklich dumm, da hat dich jemand in den April geschickt." Ibidum - "Ich bin dumm".

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Pfarrer Michael Würth aus Ried war nur selten von Aprilscherzen betroffen. An das letzte Mal kann er sich kaum erinnern. Nur das: Er sei vor einigen Jahren ein paar Schülern in die Falle gegangen, die ihm von einer ausgedachten Krankmeldung erzählten. Steffen Schubert, sein evangelischer Kollege aus Kissing, sei bisher ebenfalls glimpflich davongekommen, sagt er. Nicht so seine eigenen Kinder: Die schickt er liebend gerne in den April. Wie, das wusste er gestern aber noch nicht. Vielleicht hätte er Christina Schneemayer, die erste Vorsitzende der Merchinger Mandicho-Schützen, fragen sollen. Sie und ihre Mitschüler haben ihren Lehrern regelmäßig Streiche gespielt, unter anderem den Klassiker "nasser Schwamm auf Lehrerstuhl". Dafür nahmen sie sogar Strafarbeiten und Nachsitzen in Kauf, damals 1968. Ihre Eltern verschonte sie: "Heute lachen wir darüber, aber meine Eltern hätten für solche Scherze kein Verständnis gehabt. Wieso lügst du mich an, hätten sie wohl gesagt."

April, April: Ausgerechnet Martin Krischke, der erste Präsident des Schmiechener Faschingskomittees, hat wenig Erfahrung mit Aprilscherzen. Und dass der Kissinger Bürgermeister Manfred Wolf für das Kussmund-Logo seiner Gemeinde Modell stand, ist übrigens kein Aprilscherz - man konnte das bereits vor wenigen Tagen im Paar-Anzeiger lesen. Falsch ist es dennoch.

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