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16.07.2020

Asylbewerber nähen mit Kissingern

In der Auenstraße gibt es eine Werkstatt

Während Rita aus Nigeria schon eifrig ihre große beigefarbene Tasche zuschneidet, erklärt Marianne Samweber den Neulingen, wie sie vorgehen. Seit 11. Juli findet der Nähtreff in dem Container bei der Auenstraße wieder statt.

Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bei der Kissinger Ehrenamtsbeauftragten, Marlene Weiss, erforderlich. Das Nähprojekt ist für die Bewohner der Asyl-Unterkünfte gedacht, die nebenbei die deutsche Sprache üben wollen. Die Freiwilligen helfen bei der Benutzung der Nähmaschinen. Auch Bürger sind willkommen, sich ein Wunschstück zu nähen. Marlene Weiss und Marianne Samweber hatten die Idee für die neue Nähwerkstatt. Mit dem von Herbert Heißerer zur Verfügung gestellten Container konnte ihr Wunsch in Erfüllung gehen.

Sechs Nähmaschinen stehen bereit und es gibt eine große Auswahl an Stoffen und Nähgarnen. Stoffe, Nähzubehör und die Maschinen wurden größtenteils gespendet, auch der Kissinger Handarbeitsflohmarkt gab den Initiatorinnen einige Materialien. 350 Euro steuerte die Asyl- und Integrationsbeauftragte Petra Hamberger bei.

Marianne Samweber hat viel Erfahrung im Nähen und gibt das gerne weiter. Im Alter von 14 Jahren begann sie schon mit dem Nähen. „Die Taschen können für den Eigenbedarf angefertigt werden. Da wir von Plastiktüten wegkommen und Umweltbewusstsein bei den Käufern wecken wollen, verkaufen wir die Taschen in verschiedenen Größen auch im Kleiderladen“, sagt Weiss. Da der Preis sehr niedrig sei, nehme sie gerne Spenden für ihre Projekte entgegen. Während es vor der coronabedingten Schließung fünf bis acht Teilnehmer waren, können sich aufgrund des Abstandsgebots jetzt nur noch vier Personen im Container aufhalten.

Ihre achtjährige Enkelin Anna Luisa habe sich vor Kurzem voller Begeisterung eine eigene Tasche unter Anleitung von Samweber genäht, erzählt Weiss. In der neuen Nähwerkstatt könnten Personen ohne Kenntnisse schnell Nähen lernen und hätten nach ihrem ersten Erfolg großen Spaß und Lust, wiederzukommen. Beim ersten Nähtreff nach der viermonatigen Pause entstanden neben Taschen auch Netze für den Einkauf von Obst und Gemüse, die ebenfalls im Kleiderladen ausliegen. Auch Männer nahmen schon am Nähtreff teil: Mamadou aus der Asylunterkunft nähte für die Bewohner und für den Verkauf im Kleiderladen viele Mund-Nasen-Schutzmasken. (hese)

Der Nähtreff Kissing findet samstags von 11 bis 13 Uhr im Container bei der Auenstraße 17 statt. Anmeldung bei Marlene Weiss, Telefon 01511/4972672

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