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Engagement

14.02.2015

Asylkoordinator auch für Mering gewünscht

Als ehrenamtliche Asylhelferinnen kamen die IKM-Vorsitzende Maureen Lermer (erste von links) und die Diplomlehrerin Solongo Treml (dritte von links), um mit der Asylsozialberaterin Katrin Stachon (zweite von links) und der Meringer Gemeinderätin Petra von Thienen (rechts) über eine bessere Betreuung der Asylbewerber und ihrer Helfer zu diskutieren.
Bild: Heike Scherer

Die Helfer brauchen einen Ansprechpartner – dieser könnte bei der Gemeindeverwaltung angesiedelt sein

Ein hauptamtlicher Ansprechpartner innerhalb der Gemeinde – das wäre die ideale Lösung für die Betreuung der Asylbewerber in Mering. Zu diesem Ergebnis kamen nach rund zweistündiger Beratung zumindest zwei ehrenamtliche Helferinnen, die Asylsozialberaterin der Caritas Katrin Stachon und die Grünen-Gemeinderätin Petra von Thienen. Sie will sich nun dafür einsetzen, dass diese Idee verwirklicht wird.

Denn auf Nachfrage hatte die Grünen-Rätin in der jüngsten Gemeinderatssitzung erfahren, dass es in Mering einen solchen Ansprechpartner bisher noch nicht gibt. Anders ist es in vielen Gemeinden des Landkreises Aichach-Friedberg, wie zum Beispiel in Kissing, wo es Asylhelferkreise mit mindestens einem Koordinator gibt, die zumeist auf Anregung des Bürgermeisters oder des Pfarrers gebildet wurden. Die für die Asylbewerber zuständige Vollzeitkraft der Caritas, Kathrin Stachon, wünscht sich ebenfalls einen Ansprechpartner für die mittlerweile in drei Unterkünften lebenden Menschen und die inzwischen sehr zahlreichen Ehrenamtlichen. „Ich erhalte momentan sehr viele Mails von einzelnen Helfern, was sie getan haben und welche Fragen sie noch an mich haben. Aber oft wird leider doch aneinander vorbei gear-beitet“, erzählt sie.

Einmal wöchentlich kommt sie in die Gemeinde, um die Asylbewerber und die Ehrenamtlichen zu beraten, deren Arbeit sie sehr zu schätzen weiß. Arztbesuche, Behördengänge, Einrichtung der Wohnungen und Deutschunterricht übernehmen die Helfer in ihrer Freizeit. In Kürze wird Kathrin Stachon im Papst-Johannes-Haus ein eigenes Büro für ihre Sprechstunde zur Verfügung haben. Im Oktober letzten Jahres traf sie sich mit allen ehrenamtlichen Kräften, die sich um die Unterkunft in der Hartwaldstraße kümmern.

Ihr Wunsch war es, eine Person zu finden, die weitere Treffen organisiert, um die Aufgaben der einzelnen Helfer besser abzusprechen. Inzwischen sind noch die Unterkünfte am Mitterfeld und in der Färbergasse hinzugekommen, sodass die Zahl der Helfer und der Wunsch nach einem Koordinator immer größer werden. Eine optimale Lösung wäre es, den Ansprechpartner bei der Gemeinde anzusiedeln und dafür eine hauptamtliche Kraft einzustellen, ergab die Diskussion zwischen den ehrenamtlichen Helferinnen, der Gemeinderätin Petra von Thienen und Katrin Stachon. Bei der Gemeinde Friedberg ist eine solche Teilzeitstelle, die die anerkannten Asylbewerber beraten und unterstützen und die Ehrenamtlichen in der Asylarbeit betreuen soll, bereits ausgeschrieben und in Kürze finden die Vorstellungsgespräche statt.

Die Asylsozialberaterin könne sich für eine weitere Unterstützung zusätzlich Paten für jede Familie in Mering vorstellen. Auf jeden Fall solle es immer eine Hilfe zur Selbsthilfe sein, waren sich die anwesenden Helfer einig. Noch dringend benötigt werden zwei Kinderfahrräder für ein sieben- und ein zehnjähriges Kind sowie drei CD-Player für den Deutschunterricht. Die Helfer würden sich außerdem mehr Unterstützung durch die Gemeinde bei der Bereitstellung von Plätzen in Kindertagesstätten oder auch Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche beziehungsweise die Einrichtung von Arbeitsstellen für die ersten drei Monate der eingeschränkten Arbeitserlaubnis wünschen. Sie würden sich auch freuen, wenn vor allem die Kinder kostenfrei im SV Mering oder beim TV Mering aufgenommen werden könnten. Vorsitzender des SV Mering, Georg Resch, teilte auf Anfrage mit, dass bereits zwei Kinder in der Halle beim Fußball mittrainieren und später noch zwei weitere hinzukommen werden. Er klärte vorher auch ab, dass die Kinder bei Unfällen auf jeden Fall versichert sind. Was ein stärkeres Engagement der Gemeinde bei der Unterstützung der ehrenamtlichen Asylhelfer betrifft, hat Bürgermeister Kandler auf die Anfrage unserer Zeitung hin keine Stellungnahme gegeben. In der Gemeinderatssitzung hatte er sich dahin gehend geäußert, dass er die Caritas-Mitarbeiterin für die zuständige Ansprechpartnerin hält und selbst hier keinen Handlungsbedarf sieht. Von einem möglichen Einsatz der Flüchtlinge beim kommunalen Bauhof zeigte er sich in der Sitzung wenig begeistert, versprach aber auf das Beharren der Grünen hin, noch einmal mit seinem Bauhofleiter darüber zu sprechen. Ob dies bereits erfolgt ist, auch dazu gab es vom Bürgermeister keine Auskunft.

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