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Friedberg

30.01.2019

Auch Aichacher sind jetzt Friedberger

Die Friedberger Geburtenstation wird inzwischen auch von Eltern aus dem Landkreis-Norden angenommen.
Bild: dpa

Die Entbindungsstation am Krankenhaus in Friedberg verzeichnet steigenden Zuspruch aus dem Landkreis-Norden. Stehen dafür genug Hebammen und Ärzte bereit?

Was haben Frieda aus Pöttmes, Mica-Marie aus Aindling und Lio Niklas aus Aichach gemeinsam? Sie stammen aus dem Norden des Wittelsbacher Landes und sind in den vergangenen Wochen im Friedberger Krankenhaus zur Welt gekommen. „Im November und Dezember hatten wir einen geringen Zulauf, aber jetzt hat es sich gedreht“, berichtet Klinik-Geschäftsführer Krzysztof Kazmierczak über die neueste Entwicklung in der Geburtenabteilung. Hatten sich viele werdende Eltern nach dem endgültigen Aus der Entbindungsstation in der Kreisstadt zunächst nach Dachau, München oder Augsburg orientiert, so registriert jetzt das Krankenhaus in Friedberg vermehrt Zuspruch aus dem Landkreis-Norden.

Mit Dr. Sorin Turcu-Reiz ist künftig auch ein Aichacher Gynäkologe als Belegarzt in Friedberg tätig. In der Kreisstadt nimmt er weiterhin operative Eingriffe und Kaiserschnitte vor, am Friedberger Haus sollen die regulären Geburten stattfinden. Als weitere Belegärztin arbeitet voraussichtlich vom Frühjahr an Dr. Natalia Schumann mit, die zu Jahresbeginn die Praxis von Dr. Margit Kasper-Hölzl übernommen hat. Zwar leistet Schumann zunächst nur die operative Versorgung ihrer Patientinnen in der Klinik; Kazmierczak hofft aber, dass sie sich längerfristig auch in der Entbindungsstation engagiert.

Die räumlichen Kapazitäten reichen nach seiner Darstellung jedenfalls für gut 1300 Entbindungen pro Jahr aus. Damit könnten rein rechnerisch alle Frauen betreut werden, die bisher ihr Kind in Aichach zur Welt brachten. 2017, als die Entbindungsstation noch voll in Betrieb war, wurden dort 370 Baby geboren, in Friedberg waren es zuletzt über 700.

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Alles hängt aber davon ab, ob das nötige Personal zur Verfügung steht. Dazu sollen Kinderkrankenschwestern aus Aichach möglichst auch in Friedberg eingesetzt werden. Zudem bietet der Landkreis als träger der Krankenhäuser den Hebammen die Möglichkeit einer Fest-anstellung an. Nach dem derzeitigen Stand der Überlegungen könnten sie 75 Prozent ihrer Arbeitszeit als Mitarbeiterinnen der Klinik verwenden, die auch die teuren Versicherungsprämien übernimmt. Der Rest der Zeit stünde für selbstständige Tätigkeiten in der Geburtsvorbereitung und -nachsorge zur Verfügung.

Der Landkreis Aichach-Friedberg steckt viel Geld ins Krankenhaus

Das lässt sich der Landkreis einiges kosten. In der jüngsten Sitzung des zuständigen Ausschusses legten die Kreisräte einen Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro für die Geburtshilfe fest. „Unser Wirtschaftsplan verschlechtert sich damit dramatisch“, sagt Klinik-Chef Kazmierczak. Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Wenn es tatsächlich zur Einrichtung einer Hauptabteilung Geburtshilfe kommt, rechnet er mit zusätzlichen Kosten von 3,5 bis vier Millionen Euro für das ärztliche Personal. Um einen Dienst rund um die Uhr zu gewährleisten, seien mindestens acht Mediziner nötig. Erst ab 1200 Entbindungen im Jahr ist auch die Wirtschaftlichkeit der neuen Hauptabteilung gegeben.

„Es geht nicht ums Geld“, gibt Kazmierczak wider, was weitgehend Konsens im zuständigen Ausschuss des Kreistags ist. Wichtig sei, ein gutes Team für eine sichere, hoch qualifizierte Geburtshilfe aufzubauen. „Das muss Hand und Fuß haben“, betont der Klinik-Chef, der auf eine rasche Zusammenarbeit mit der Augsburger Uniklinik drängt. (gth)

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