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Psychiatrietage

24.03.2015

Auchder „Achtsamkeitsmuskel“ braucht regelmäßiges Training

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe zeigt die Referentin therapeutische Übungen

Die diesjährigen Psychiatrietage standen unter dem Motto „Achtsamkeit“, eine Methode, unter anderem mit psychischen Krankheiten besser zurechtzukommen. Ein Hineinschnuppern und erstes Üben ermöglichte Dr. Jutta Muttenhammer aus Augsburg auf der Abschlussveranstaltung. In ihrer Praxis führt sie „Achtsamkeitsbasierte Therapie“ durch. An Depressionen erkrankte Patienten sollen so vor einem Rückfall bewahrt werden.

Muttenhammer erklärte in einem Vortrag die Vorgehensweise und führte mit den Zuhörern zum besseren Verständnis grundlegende Übungen durch. Bei den Achtsamkeitsübungen geht es darum, Abstand zu den eigenen Emotionen und Gedanken zu gewinnen. Nicht um sie zu bekämpfen, nicht um sie zu verleugnen oder wegzuschieben, aber um ein wenig Distanz zu der inneren Welt zu bekommen und wieder Herr der Lage zu werden. Im Vordergrund steht das nicht wertende Annehmen dessen, was gerade im Augenblick wahrnehmbar ist. Das können Körperempfindungen, Gefühle, Emotionen, Stimmungen und Gedanken sein. Und alles kann bei jeder Wiederholung anders sein. Es geht darum, alles zuzulassen.

Unter anderem übte Muttenhammer mit den Zuhörern den „Body-scan“, der als Basisübung gilt. Man versteht darunter das achtsame „innere Abtasten“ des Körpers in Ruhe. Achtsam deshalb, weil es dabei um mehr als nur um Aufmerksamkeit geht. Denn während man in sitzender oder liegender Position seinen Fokus nacheinander auf verschiedene Bereiche des Körpers richtet, tauchen nicht nur angenehme, sondern bisweilen auch unangenehme Empfindungen, Gedanken oder Emotionen auf. Die Aufgabe besteht nun darin, alle Erscheinungen wertfrei wahrzunehmen, allem, was im Bewusstsein auftaucht, mit unerschütterlichem Gleichmut zu begegnen – unabhängig davon, ob man das Wahrgenommene als gut oder schlecht bewerten würde.

Die Achtsamkeitsübungen werden in achtwöchigen Kursen vermittelt. Doch damit ist es nicht getan, wie Muttenhammer mehrfach betonte. Tägliches eigenes Üben während und vor allem nach dem Kurs ist unabdingbar. Es sei wie beim Sport: Der „Achtsamkeitsmuskel“ muss ständig trainiert werden.

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