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13.06.2018

Auf dem Eis ist sie zu Hause

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Die 15-jährige Eiskunstläuferin Marina Della Rovere aus Kissing ist seit Anfang Mai diesen Jahres im Deutschlandkader.
Bild: Mareike König

Marina Della Rovere aus Kissing steht, seitdem sie drei Jahre alt ist, auf den Kufen. Im Mai wurde die 15-Jährige in den Deutschlandkader berufen.

Wer denkt, dass Eiskunstläufer in den heißen Sommermonaten Trainingspause haben, der irrt gewaltig. „Viermal pro Woche habe ich Leichtathletik, dazu zweimal Ballett“, erzählt Marina Della Rovere aus Kissing. An manchen Wochenenden fährt sie zum Training nach Oberstdorf. Dort, im Eislaufzentrum, herrschen auch bei brütender Hitze noch frostige Bedingungen. Ab August öffnet dann das Curt-Frenzel-Stadion wieder. Ein bisschen später die Eislaufhalle in Haunstetten, wo der Augsburger Eislaufverein, für den Marina an den Start geht, eigentlich trainiert. Augsburg ist eines der drei Bundesleistungszentren für Eiskunstlauf in Bayern.

Die 15-Jährige hat ihre langen braunen Haare zu einem praktischen Pferdeschwanz gebunden. Dazu trägt sie kurze Hose und Top. Gleich geht es los zu einer Ausdauereinheit in den Siebentischwald. Es ist früher Abend. Am Nachmittag war keine Zeit, Marina hatte einen Zahnarzttermin. „So etwas können wir eigentlich nur im Sommer machen“, berichtet ihre Mutter Sandra Della Rovere. „Während der Saison ist für so etwas keine Luft.“

Auch Marinas Mutter beherrscht die Kunst auf dem Eis

Seit sie drei Jahre alt ist, steht die 15-Jährige schon auf den Kufen. Die Begeisterung für den Sport wurde ihr in die Wiege gelegt. Sandra Della Rovere beherrscht die Kunst auf dem Eis auch, war in den 1980er-Jahren sogar bayerische Meisterin. „So gut wie Marina war ich aber nie“, stellt sie klar. Sandra Della Rovere hat eine Trainerlizenz, gab früher Kurse für Hobbysportler beim Eislaufverein. Und nahm ihre kleine Tochter regelmäßig mit.

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„Ihr hat es von Anfang an viel Spaß gemacht“, berichtet Della Rovere. Marina kam bald in eine Fördergruppe, schon mit fünf Jahren stand sie fünf- bis sechsmal pro Woche auf dem Eis. Sie wird von Axel Teschemacher und Christa Winklmaier trainiert.

Die junge Kissingerin wirkt deutlich reifer, als es ihr Alter vermuten lässt. „Die Trainer im Eiskunstlaufen sind streng. Entweder man lernt damit umzugehen, oder man zerbricht daran“, begründet Marina. In Augsburg üben die Läufer dazu viel für sich selbst. „Dafür braucht man schon ziemlich viel Disziplin.“ Obwohl sie schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Eis zu Hause ist, hat die 15-Jährige immer noch Angst, wenn sie neue Sprünge lernt. „Am Anfang steht man manchmal schief in der Luft. Wenn man dann aufkommt, fällt man ziemlich unkontrolliert.“ Für Axel, Rittberger, Salchow, Toelopp und Flip gibt es keine Trockenübung. „Wenn man stürzt, muss man sofort aufstehen und weitermachen, sonst wird die Angst noch größer“, sagt Marina.

Die Sprünge gehören trotzdem zu ihren Lieblingselementen. „Wenn man die steht, ist das einfach ein tolles Gefühl.“ Von Pirouetten ist die 15-Jährige dagegen kein großer Fan. „Übt man die im Training mehrmals hintereinander, wird einem manchmal ziemlich schlecht“, berichtet sie. Seit Marina fünf Jahre alt ist, wird sie im Bayernkader gefördert. In der vergangenen Saison wurde sie Landesmeisterin und zur Krönung dann Anfang Mai diesen Jahres in die Deutschlandauswahl aufgenommen.

Bei einem zweiwöchigen Lehrgang hat Marina über Pfingsten ihre Mitstreiterinnen im Bundeskader kennengelernt. Dort herrsche deutlich mehr Druck, als sie es bisher vom Training kenne, berichtet die 15-Jährige. Trotz der neuen Herausforderung wird sich in ihrem Leben nicht viel ändern. Schlafen, Schule, Lernen und Hausaufgaben, Training, Lernen. So schaut der Alltag von Marina schon seit Jahren aus. Für Freizeit bleibt da wenig Zeit. „Aber so richtig fehlt mir eigentlich nichts“, findet Marina. Hätte der Tag ein paar Stunden mehr, würde die Kissingerin mehr Zeit mit Freunden verbringen. „Und öfter mal ins Kino oder im Sommer zum Schwimmen an den See“, ergänzt sie.

Der doppelte Axel sitzt

Momentan macht sie mit Freundinnen aus der Schule einen Tanzkurs. „In einer Dreiviertelstunde haben wir gelernt, wie man zwei Schritte vor und zwei zurück geht. Dann war Pause. Und ich habe mich gefragt, wann es richtig losgeht“, erzählt Marina lachend. Im nächsten Jahr macht sie ihren Abschluss an der Maria-Ward-Realschule in Augsburg. Danach möchte Marina mit der Schule weitermachen. Ihr Berufsziel, falls sie irgendwann genug vom Leistungssport haben sollte: Fluglotsin.

Die Wettkampfsaison startet im Oktober. Bis dahin möchte Marina noch an ihren Sprüngen arbeiten. Der doppelte Axel sitzt. Bei den Dreifachsprüngen fehlt noch ein kleines Stück. „Mindestens einen davon möchte ich für die Saison im Programm haben“, sagt die 15-Jährige bestimmt.

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