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Affing-Haunswies

25.08.2020

Auf dem Haunswieser Pfeifferhof backt die Chefin persönlich

Angelika und Theresia Breumair sind gerne für ihre Kunden auf dem Pfeifferhof in Haunswies da.
Bild: Sabine Roth

Plus Theresia Breumair und ihre Schwiegertochter Angelika Breumair-Nefzger lieben den Kundenkontakt. Bei ihrem Laden in Affing-Haunswies fing alles mit einem Buch an.

Theresia Breumair will in ihrem Hofladen in Affing-Haunswies mehr als nur Waren verkaufen. „Anonymität mag ich gar nicht. Ich rede gerne mit den Leuten und möchte den direkten Kontakt zum Verbraucher. Keiner soll irgendeinen Automat fragen und Geld in eine Kasse geben müssen“, sagt sie. Deshalb kommen neben Leuten aus der Stadt auch viele Menschen aus den umliegenden Dörfern.

Während der Corona-Zeit hat sich die Anzahl der Kunden verdoppelt. „Die Leute wollten wenig Menschen treffen und sich einfach sicher fühlen. Und sie wollten wissen, wo die Produkte herkommen, und sich bewusst und regional ernähren, das spürten wir sehr“, sagt Breumair, die Seniorchefin. Inzwischen habe es sich aber wieder normalisiert. Viele Kunden sind den Breumairs aber treu geblieben.

In Corona-Zeiten hat sich die Anzahl der Kunden im Haunswies verdoppelt.
Bild: Sabine Roth

„Ich bin zwar hier die Rentnerin“, erzählt die 70-Jährige und lacht. Doch ohne sie könnte der Hofladen nicht am Leben gehalten werden. Sie ist die gute Seele des Hauses. Mit jedem, der kommt, wird ein kurzer Plausch gehalten, und man erzählt sich, was sich so tut im Ort. Breumair war jahrelang die Vorsitzende der Direktvermarkter mit dem Zeichen „Einkaufen auf dem Bauernhof“. Doch inzwischen habe sie ihre Ehrenämter reduziert. Das müsse man beizeiten machen, damit die Jungen nachkommen können, findet sie.

Am Pfeifferhof in Affing-Haunswies helfen alle zusammen

Trotzdem genießt sie den Umtrieb auf dem Hof, wenn die Leute zum Einkaufen kommen. Das ist ja nur von Donnerstag bis Samstag, an den restlichen Tagen kümmert sie sich um andere Dinge auf ihrem Hof in Haunswies, wo die Hühner, Gänse und Schweine untergebracht sind. „Wir schlachten die Geflügel selbst“, sagt die Bäuerin.

Hier helfen alle zusammen, unter anderem ihr Mann Sebastian, ihr Sohn Alexander und der Enkel Johannes, der gerade seinen Landwirtschaftsmeister macht und künftig auf dem Hof miteinsteigen wird. Schwiegertochter Angelika Breumair-Nefzger hilft ebenfalls im Hofladen mit, versorgt aber auch die Tiere auf ihrem Hof im nahe gelegenen Hirschbach. Dort gibt es seit einem halben Jahr einen tierwohlgerechten Rindermaststall, wo über 70 Kühe untergebracht sind.

An diesem Freitag gibt es frisch geschlachteten Ochsen im Hofladen des Pfeifferhofs. Brot wird immer ab Donnerstag verkauft, solange der Vorrat reicht. Diesmal ist es am Freitagmittag schon ausverkauft. Um das Brotbacken kümmert sich Theresia Breumair selbst, weil es ihr große Freude bereitet.

Wo es in Haunswies Brot und Fleisch zu kaufen gibt

Angefangen hat sie, als sie ein Buch über das Brotbacken geschenkt bekam, sich einen gebrauchten Backofen für Brot beschaffte und über Tipps von einem Bäcker aus dem Bekanntenkreis dankbar war. Heute produziert sie drei verschiedene Sorten aus Sauerteig: das Jakobusbrot, das Haunswieser Bauernbrot und das Dinkelvollkornbrot. Sie liefert das Brot auch nach Friedberg zum Hofladen von Stefan Körner. Vor knapp 40 Jahren wurde der Hofladen von ihr und ihrem Mann Sebastian ins Leben gerufen. Damals habe es im Landkreis nur zwei Hofläden gegeben, erinnert sie sich. Die Qualität zeichnet sich durch Frische und das EU-Gütesiegel aus.

Die Schweine werden vom Metzgermeister zerlegt und wöchentlich frische Wurstwaren hergestellt. Neben Schweine- und Rindfleisch gibt es ab April immer Hähnchen und ab September Gänse aus der Freilandhaltung.

Hofladen Pfeifferhof in Haunswies
Video: Sabine Roth

Inzwischen ist das Angebot stark gewachsen und es gibt Eier, Nudeln, Kartoffeln und Mehl von Direktvermarkterkollegen aus der Umgebung. Den Kuchen backt Angelika Breumair selbst. Wenn Obst oder Gemüse auf dem Pfeifferhof geerntet werden kann, verarbeitet sie es zu Marmelade. Von den eigenen Tomaten gibt es zurzeit Tomatensoße zu kaufen.

Am Pfeifferhof in Affing-Haunswies kommt alles aus der Region

„Wir holen zudem Waren, die sich die Kunden wünschen. So erweitert sich das Sortiment immer mehr“, sagt Breumair. Vom Habersetzer aus Rinnenthal werden zum Beispiel Eier bezogen, das Mehl vom Ziegenaus, die Nudeln vom Kratzer aus Gablingen, die Kartoffeln von einem Biobauer und von einem konventionellen Bauern aus Haunswies.

„Wir bieten immer frische Ware an. Ansonsten kommt Wurst in Gläschen, und Fleisch wird luftdicht verpackt, damit es länger hält“, so Breumair. Im Winter gibt es Brennholz aus dem eigenen Wald. Auf dem Pfeifferhof spürt man sofort: Hier ist Herzblut dabei, und es gibt nichts von der Stange. Hier ist die Familie selbst vor Ort.

In unserer Serie stellen wir Hofläden im Landkreis Aichach-Friedberg vor, nächste Woche den Friedelhof der Colsmans in Hergertswiesen.

Diese Hofläden in Aichach-Friedberg haben wir bereits vorgestellt:

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