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Sportskanone

21.11.2018

Auf dem See hebt Niklas Heinicke ab

Niklas Heinicke vom WSV Friedberg liebt den Nervenkitzel beim Wasserskifahren. Hier ist er beim Auerbräu-Cup in Kiefersfelden zu sehen. Schon als Kind war er im Sommer jeden Tag am Wasserskilift am Friedberger See.
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Niklas Heinicke vom WSV Friedberg liebt den Nervenkitzel beim Wasserskifahren. Hier ist er beim Auerbräu-Cup in Kiefersfelden zu sehen. Schon als Kind war er im Sommer jeden Tag am Wasserskilift am Friedberger See.
Bild: Nicole Hillenbrand (Archiv)

Plus Niklas Heinicke fährt leidenschaftlich gerne Wasserski. Der Friedberger ist damit sehr erfolgreich. Aber er musste auch viele Rückschläge wegstecken.

An seinen Saisonabschluss vor vier Wochen denkt Niklas Heinicke nicht gerne. Da kommen dem durchtrainierten dunkelhaarigen Friedberger fast die Tränen. Die Schmerzen seiner Prellungen erinnern ihn noch zu sehr daran.

Wehmütig erzählt der Wasserskifahrer von seiner Einladung zum World-Cup nach Shanghai. Der 20-Jährige war so stolz, bei der Weltspitze mitfahren zu dürfen und überhaupt eingeladen worden zu sein. Hier traten die 14 Besten der Welt an. Doch dann kam alles anders: Beim Sprung stürzte er schwer. Verdacht auf Lungenriss. Seine Eltern zu Hause machten sich große Sorgen. Doch er hatte Glück im Unglück. Unterhalb der Lunge war zwar Luft, aber es war kein Riss und er kam mit Stauchungen, Prellungen und einer Platzwunde am linken Auge davon.

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Bild: Johann Eibl


Der Nervenkitzel fasziniert Niklas Heinicke

Letztendlich belegte der Friedberger den 13. Platz und kam wieder heil zu seiner Familie nach Hause. Heinicke steckte es weg und schaut schon wieder nach vorne. Das müsse man in seinem Sport, dem Wasserski. Doch warum macht man so etwas? Der Nervenkitzel sei es und das tolle Gefühl, das man beim Fliegen habe. „Die zwei Sekunden in der Luft sind es, die ich beim Springen genieße. Das gibt mir mehr, als irgendeinem Ball hinterherzulaufen“, lacht er.

Schon als Kind war Heinicke im Sommer jeden Tag am Wasserskilift am Friedberger See. Sein Vater fuhr leidenschaftlich gerne Wasserski. Aber auch sein drei Jahre älterer Bruder Philipp war vom Lift nicht wegzubekommen. Mit neun Jahren fing Niklas dann auch mit dem Training an und wurde Mitglied im Wasserskiverein Friedberg. Irgendwann kamen dann die Trainingslager und die Wettkämpfe hinzu. „Hier muss man in drei Disziplinen gut sein. Einmal im Trickski, dann beim Springen über die Schanze und beim Slalom, bei dem sechs Bojen zu umfahren sind“, sagt Heinicke. Aber gerade diese Kombination hat ihn immer besonders gereizt. Inzwischen ist er auf Weitenjagd. Beim einem internationalen Wettkampf in Österreich sprang er im August diesen Jahres bemerkenswerte 55,60 Meter weit: seine persönliche Bestweite.

Mit 18 Jahren war er das erste Mal eingeladen, bei der Europameisterschaft mit den Herren mitzufahren. Auch dort verletzte er sich. Ein Jahr später versuchte er es nochmals und kam wieder verletzt zurück. Heuer hat es endlich geklappt. Und durchhalten lohnt sich: In Deutschland ist er im Moment der beste Fahrer im Trickski und im Springen, in der Weltrangliste steht er auf dem sechsten Platz.

Aber noch mehr als die Wettkämpfe schätzt er sein Team – „seine große Familie“. „Wir halten alle zusammen und das ist toll“, freut sich Heinicke. So wird jeder Wettkampf für ihn zu einem besonderen Erlebnis. „Für Urlaube habe ich keine Zeit mehr, deshalb schaue ich mir nach den Wettkämpfen die Landschaft und Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Ländern an.“ Er ist viel unterwegs. Heuer war er in der Slowakei , in Holland , in Österreich und in der Ukraine.

Seine Arbeitsstelle ist ein paar hundert Meter vom Friedberger See entfernt

Neben seiner kaufmännischen Ausbildung ist das schon eine Herausforderung. Aber nach dem Fachabitur wollte er erst einmal etwas arbeiten und entschied sich für eine Lehre. Und wie kann es anders sein: Sein Arbeitgeber ist nur ein paar hundert Meter vom Friedberger See entfernt. „Dann muss ich nicht so weit fahren“, schmunzelt der 20-Jährige, der in Harthausen wohnt und dort auch aufgewachsen ist.

Unterstützt wird er nach wie vor von seinen Eltern. Vater Horst ist heute Schiedsrichter und auf den Wettkämpfen oft dabei. „Manchmal wird das sogar zu einem Familienausflug“, lacht Heinicke. Seit letztem Jahr hat er auch einen Sponsor, der ihm die neuesten Trickski zur Verfügung stellt. Darüber hat er sich sehr gefreut. „Deshalb möchte ich insbesondere meinen Eltern danken, die mich in all den Jahren so viel unterstützt haben und viele Kosten tragen mussten, wie die nötige Ausrüstung, die Hotelkosten und vieles mehr.“

Der Friedberger ist stolz auf seine vielen Medaillen.
Bild: Sabine Roth

Unterstützung hat er inzwischen auch von seinem Bruder Philipp. Er hat sich vor zwei Jahren so sehr am Sprunggelenk verletzt, dass er nicht mehr aktiv fährt und dafür jetzt die Trainerrolle übernimmt. Ein Traum von Heinicke wäre die Olympiade in 2024. „Man setzt gerade alles dran, dass Wasserski doch noch olympisch wird und das wäre klasse“, sagt der Sportler, der sofort mit dabei wäre. Im Winter hält er sich gerne mit Boxen fit: seiner zweiten großen Leidenschaft. Drei- bis viermal in der Woche sind da schon drin. Aber es sind ja nur noch ein paar Monate, dann kommt schon wieder die Zeit des Wasserskifahrens.

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