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Heimatverein

24.10.2018

Auf den Spuren Martin Luthers

Eine Darstellung der heiligen Elisabeth findet sich in der Marienkapelle von St. Jakob in Friedberg. Foto: Regine Nägele

Exkursion führt auf die Neuenburg in Thüringen, wo die heilige Elisabeth lebte und wirkte. Ein Bildnis der selbstlosen Frau ist auch in der Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob zu finden

Die viertägige Fahrt des Heimatvereins „Auf den Spuren Luthers“ führte letztes Jahr nach Thüringen, den einst südlichen Landesteil des ehemaligen Kurfürstentums Sachsen. Dieses Jahr fand die Fortsetzung der Spurensuche im davon nördlichen Teil, im heutigen Sachsen-Anhalt, statt. Im thüringischen Bad Frankenhausen wurde während der Hinreise das zum Ende der DDR-Zeit errichtete Panorama-Museum besucht, das den deutschen Bauernkrieg und das revolutionäre Wirken Thomas Müntzers darstellt.

Die Spurensuche begann in Mansfeld, wo Luther als Kind zur Schule ging. Im Museum bei Luthers Elternhaus zeigen archäologische Funde, was bei Luthers auf den Tisch kam und mit welchen Spielsachen die Kinder spielten. Trotz der Aufwertung als Lutherstadt spürt Mansfeld mit seiner Umgebung sehr bitter den Verlust von 30000 Arbeitsplätzen in den letzten Jahrzehnten, bedingt durch die Einstellung des Kupferbergbaus. In dem einst reichen Bergbaustädtchen hatte sich der Vater von Martin Luther hochgearbeitet. Die weithin sichtbaren, riesigen Abraumhalden stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.

Hoch über der Stadt thront das Schloss Mansfeld. Hier gelang es Luther, eigens aus Wittenberg gerufen, den Streit zwischen den Grafen von Mansfeld zu schlichten. Es war ihm nicht mehr vergönnt, heimzukehren. Er starb Februar 1546 im benachbarten Eisleben, dem Ort, wo er 1482 geboren worden war. Der Heimatverein besichtigte bei der Führung durch Eisleben auch das Geburts- und Sterbehaus Martin Luthers.

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Wittenberg war zweifach ein Höhepunkt der Reise: zum einen, weil die Stadt die reformatorische Wirkungsstätte Martin Luthers war; hier schlug er mutmaßlich an der Schlosskirche seine Thesen an. Zum anderen, weil diese Stadt mit ihrer Restaurierung ein Kleinod geworden ist. In einem eigens für das Lutherjubiläum geschaffenen Rundpanorama zeigt der Künstler Yadegar Asisi beeindruckende Bilder mit den Geschehnissen vor 500 Jahren zuzeiten des Mönchs und des Gelehrten Martin Luthers.

Beeindruckend war der Besuch der hoch über der Stadt Freyburg gelegenen Neuenburg. Die völlig verfallene Burg entwickelte sich nach der Wende dank des Eingreifens engagierter Bürger und der Unterstützung durch den ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu einem Kleinod. Neben wertvollem, restauriertem Mobiliar enthält sie eine kostbare Uhrensammlung, bei der auch eine Augsburger Uhr vertreten ist.

Darüber hinaus zählt die Neuenburg als Schwester der Wartburg zu der einstmals größten Burg der Landgrafen von Thüringen. Hier verweilte auch die heilige Elisabeth, die 1221 Ludwig IV. von Thüringen heiratete. Zahlreiche Legenden ranken sich um die selbstlose Frau, die ihr Leben den Armen und Kranken widmete. Auf der Neuenburg soll Elisabeth einen armen und kranken Bettler gepflegt und zur Erholung sogar in das landgräfliche Bett gelegt haben. Bekannt ist das Rosenwunder. Elisabeth brachte den Armen Essen. Das sah man bei Hofe nicht gern, und als man sie kontrollierte, lagen anstelle der Brote duftende Rosen im Korb.

In der Friedberger Stadtpfarrkirche ist durch den Kunstmaler Ferdinand Wagner im seitlichen Marienaltar die heilige Elisabeth mit dem Rosenkorb dargestellt. Diese beeindruckende Frau war für Luther, der den Heiligenkult ablegte, dennoch ein bedeutender Bezugspunkt. Er sprach niemals verächtlich über sie, selbst wenn andere Heilige zur Zielscheibe seiner Schmähungen wurden; und er benannte seine erste Tochter nach ihr.

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