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Verkehr

29.05.2015

Auf zwei Rädern sicher ans Ziel

Auffallen um jeden Preis. Tobias Krieg von der Motorradzentrale Dasing zeigt, wie eine Montur auf dem Kraftrad aussehen sollte. Foto: Christian Gall

Wie regelmäßiges Training und gute Ausrüstung Leben retten können. Experten geben Tipps

An einer unübersichtlichen Kreuzung ist es schnell passiert: Ein Auto übersieht ein Motorrad, es kommt zur Kollision und der Zweiradfahrer schlittert über den Asphalt. Allein am letzten Wochenende ereigneten sich in Friedberg und Dasing zwei Unfälle, bei denen Kraftradfahrer verletzt wurden. Zusammenstöße enden für Motorradfahrer oftmals mit schweren Folgen. Mangelnde Sicherheitsausrüstung und fehlende Fahrpraxis führen zu Kollisionen, die sich eigentlich vermeiden ließen. Entgegen dem Trend in ganz Deutschland bleiben die Unfallzahlen in unserem Landkreis jedoch auf einem stabilen, niedrigen Niveau.

„Gute Sichtbarkeit ist das Wichtigste überhaupt“, sagte Tobias Krieg von der Motorradzentrale Dasing. Für einen Kraftradfahrer sei es absolut notwendig, aus der Masse der Fahrzeuge hervorzustechen: „Ich rate jedem Kunden, sich eine auffällige Montur zum Fahren zuzulegen. Zumindest Reflektorstreifen sollte man auf der Jacke haben.“ Um einen Unfall zu vermeiden, muss der Motorradfahrer auch höchste Konzentration im Verkehr zeigen. So sei es laut Tobias Krieg für den Fahrer unabdingbar, auf der Straße auch für andere Verkehrsteilnehmer mitzudenken. Ein regelmäßiges Fahrsicherheitstraining sei außerdem jedem Motorradfahrer nahezulegen, damit dieser in Extremsituationen weiß, wie er reagieren muss.

Obwohl die Unfallzahlen für Motorräder im vergangenen Jahr bundesweit angestiegen sind, bleiben die Zahlen im Friedberger Umland stabil auf einem niedrigen Niveau. In den letzten beiden Jahren gab es im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Friedberg jeweils genau 45 Unfälle mit Krafträdern. Im Jahr 2013 wurden dabei acht Zweiradfahrer schwer verletzt, im Jahr 2014 waren es hingegen 15 Schwerverletzte. In beiden Jahren ist jedoch kein einziger Motorradfahrer im Bereich der PI Friedberg ums Leben gekommen. „Darüber sind wir sehr froh. Es gibt für einen Polizisten nichts Schlimmeres, als eine Todesnachricht an Hinterbliebene überbringen zu müssen“, sagte Max Baumann, Leiter der PI Friedberg. Er betonte, wie wichtig angemessene Schutzkleidung sei, um einen Unfall möglichst unverletzt zu überstehen: „Ein stabiler Anzug mit guten Protektoren ist unverzichtbar. Wer zum Beispiel in einem T-Shirt auf dem Motorrad unterwegs ist, der hat bei einem Unfall oft wenig Chancen, noch Haut auf den Armen zu behalten.“

Wie wenig Motorradfahrer teilweise auf ihre Schutzausrüstung achten, weiß auch Franz Röhrle, Inhaber der Fahrschule Röhrle in Friedberg: „Es kam einmal vor, dass eine Fahranfängerin im Bikini-Oberteil zur Fahrstunde gekommen ist. Als ich sie dann nach Hause schickte, um sich passend anzuziehen, habe ich eine Beschwerde von der Mutter bekommen.“ Franz Röhrle appelliert daher an die Vernunft und spricht sich auch für eine generelle Vorschrift von Schutzkleidung aus. Die Ursachen für Motorradunfälle liegen laut ihm oftmals bei den Kraftradfahrern selbst: „Die Fahrer sind häufig zu schnell und relativ kopflos unterwegs. Wer ein Motorrad fährt, sollte sich klar sein, dass er besonders gut aufpassen muss.“

Die bundesweiten Entwicklungen der Unfallzahlen sind im Vergleich zu unserer Region weniger erfreulich. Laut Statistischem Bundesamt nahmen Moped- und Motorradunfälle von 2013 auf 2014 um zehn Prozent zu. Insgesamt 45500 dieser Unfälle im letzten Jahr hatten einen Personenschaden zur Folge. (cgal)

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