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Kissing

26.07.2020

Aus einem Stall in Kissing wird ein Restaurant

In diesem an die bestehende Wirtsstube angrenzenden Stallgebäude planen Lisa und Florian Wolferseder die Erweiterung ihres Restaurants Parkstüberl
Bild: Heike John

Plus Lisa und Florian Wolferseder erweitern ihr Parkstüberl im Kissinger Reitpark Mergenthau und setzen damit ein Zeichen gegen die Corona-Krise.

Wenn die jungen Schwalben in den Nestern im Stallgebäude neben dem Parkstüberl ausgeflogen sind, wollen Lisa und Florian Wolferseder ihr Vorhaben in Angriff nehmen.

Große Pläne hegt das junge Wirtsehepaar auf seinem Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik im Kissinger Reitpark Mergenthau. Die anhaltende Corona-Pandemie hält sie nicht davon ab, ihren Gastronomiebereich zu erweitern.

Das Kissinger Parkstüberl floriert

„Die Nachfrage ist da, unser Parkstüberl floriert, und wir wollen endlich auch im Innenbereich den Platz haben, um größere Gesellschaften, wie etwa Hochzeiten, ausrichten zu können“, sagen die Wolferseders. 45 Plätze hält das von ihnen 2014 übernommene Parkstüberl im Innenbereich derzeit für Gäste bereit. Dazu kommt der an den Reitplatz angrenzende Biergarten.

„Eigentlich wollten wir erst in fünf Jahren erweitern“, sagt Lisa Wolferseder. Schritt für Schritt hat das junge Ehepaar – sie Restaurant- und Hotelfachfrau, er gelernter Koch mit Tourismusstudium – in den vergangenen sieben Jahren das Areal aufgemöbelt.

Nach der Insolvenz des Reitsportvereins Papiermühle sind Florian und Lisa Wolferseder spontan als Pächter der gesamten Anlage eingesprungen. Sie betreiben auf dem Areal seit etwa zwei Jahren das Restaurant Parkstüberl und eine Hundepension.
Bild: Gönül Frey

2017 wurde die Küche den Anforderungen einer modernen Gastronomie angepasst. „Doch jetzt haben wir Flausen im Kopf und wollen unseren Traum von einem größeren Gastbereich schneller realisieren“, ergänzt Florian Wolferseder. Im „verflixten siebten Jahr“ packt das tatkräftige Ehepaar die Ausbaupläne an.

Der unmittelbar an das Parkstüberl angrenzende, sogenannte „hohe Stall“ soll nun umgebaut werden, um weitere gut 140 Quadratmeter Fläche für das Restaurant zu gewinnen. „Hier waren sechs Pferdeboxen, und wir haben die Tiere umquartiert, um mit dem Umbau für weitere 80 Gäste Platz zu schaffen.“

Umbau im Parkstüberl schafft Platz für 80 Gäste

Ein Mauerdurchbruch soll einen großzügigen Eingangsbereich ermöglichen, und im neu geschaffenen Raum könnten künftig 80 weitere Gäste bewirtet werden. Zudem ist eine neue Toilettenanlage samt Behinderten-WC sowie ein Separée für rund acht Personen geplant.

„Bereits vor einem halben Jahr waren wir im Landratsamt, um beim Kreisbaumeister vorzufühlen, ob unsere Pläne genehmigt werden könnten“, erzählt der 35-jährige Florian Wolferseder. Zusammen mit seiner 32-jährigen Frau Lisa will er das ehrgeizige Projekt stemmen.

Quasi über Nacht musste das junge Paar im März 2016 die gesamte Reitanlage mit untergestellten Pferden übernehmen, als der Pferdesportverein Alte Papiermühle Pleite ging. Im vergangenen Jahr gründeten sie den neuen Reitverein Reitpark Mergenthau. „Wir haben derzeit 45 eingestellte Pferde und wollen sukzessive auf 20 Pferde reduzieren“, berichtet Lisa Wolferseder. Zum einen brauche man Platz für die Restauranterweiterung, zum anderen sei aber auch geplant, für die verbleibenden Pferden größere Boxen zur Verfügung zu stellen.

Ein dreieinhalb Hektar großes Gelände bewirtschaftet das Ehepaar Wolferseder im Kissinger Reitpark Mergenthau
Bild: Heike John

Von der Reduzierung verspricht sie sich ein bisschen weniger Trubel auf dem Gelände. Auch der einst begonnene Hundepark wurde eingestellt, weil er zu zeitintensiv und wenig lukrativ war. Die drei Reit-Außenplätze und die Reithalle bleiben jedoch bestehen, und der Pferdebetrieb stellt auch für die Restaurantgäste ein attraktives Ambiente dar.

Springturnier findet Anfang Oktober im Reitpark Mergenthau statt

„Am 3. und 4. Oktober findet unser Springturnier statt, das wir coronabedingt im Juni verschieben mussten“, erklärt Lisa Wolferseder. Bei großen Turnieren tummeln sich schon mal 1000 Reiter auf dem Gelände, wie die Wirtsleute berichten.

Auch für die Gäste im Biergarten stellt der Blick auf den Reitplatz eine angenehme Unterhaltung dar. Doch wenn das Wetter nicht mitspielt, sollen künftig auch mehr als 45 Gäste im Innenbereich bewirtet werden können. Zusammen mit einem Stammgast von der Kissinger Firma Planfa will das Wirtsehepaar den Innenausbau realisieren.

„Eine riesengroße Baustelle im Haus zu haben, wird für uns als Familie nicht einfach“, ist sich Lisa Wolferseder bewusst. Ihre beiden Söhne, der vierjährige Leopold und der sechsjährige Julius, werden jedoch vermutlich Spaß an diesem Umbauabenteuer haben.

Beim Essen einen Blick auf die Pferdeboxen werfen

Ein Fenster zu den angrenzenden Pferdeboxen könnte die Attraktion des künftigen Wirtsraums sein. Mut für die Erweiterung macht dem Wirtsehepaar auch das große Interesse der Mitarbeiter. „Wir haben derzeit 27 Kräfte in Voll- und Teilzeit in unserem Team, und am liebsten würden sie bei allen Planungsschritten mit dabei sein“, freut sich Lisa Wolferseder.

Brotzeiten stehen ebenso auf der Speisekarte des Parkstüberls wie die gehobene Küche.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Wirtspaar hat durch die Corona-Vorschriften im Biergarten auf Vollservice statt Selbstbedienung umgestellt. Die seit dem Lockdown angebotenen Gerichte zum Mitnehmen boomen noch immer. Die kürzliche Umstellung auf ein neues Kassensystem ist die Voraussetzung für die Erweiterung des Gastronomiebereichs. „Wir versuchen, bei unseren Essen gute Qualität zu liefern und zur klein gehaltenen Standardkarte eine variable Wochenkarte bereit zu halten.“, sagt Florian Wolferseder.

Sein Vater Franz, von dem die jungen Eheleute die Gastronomie übernahmen, ist als Bauleiter mit im Boot. „Wir hoffen, dass wir vom Landratsamt noch vor der Sommerpause eine vorläufige Baugenehmigung erhalten.“ Der Kissinger Bauausschuss stimmte dem Vorhaben bereits zu (wir berichteten).

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