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Friedberg

07.09.2020

Ausflugstipp: Künstlerin empfiehlt einen Spaziergang in Friedberg

Bei einem Bummel zu den Skulpturen in der Friedberger Innenstadt bekommt man den Kopf frei für neue Gedanken, rät Rose Maier Haid.
Bild: Edigna Menhard

Plus Die Künstlerin Rose Maier Haid schlägt einen Spaziergang in Friedberg vor, bei dem man seinen Fokus auf die zeitgenössischen Skulpturen richtet.

Rose Maier Haid ist verliebt – in einen großen Kerl, der entspannt die Arme in den Nacken gelegt, am Friedberger Rathaus in die Ferne blickt und ziemlich blau ist. Die monumentale Holzskulptur schaut sich die Gründerin der Kunstschule immer wieder gerne an, freut sich, wenn sie im Winter ein weißes Käppchen aufhat. Das Werk des Bildhauers Josef Lang ist nicht die einzige Plastik, die es in Friedberg zu entdecken gibt.

Rose Maier Haid empfiehlt deshalb für die Serie „Ausflugstipps von Prominenten“ einen Spaziergang durch Friedberg, bei dem man sich bewusst mit den Skulpturen, die in der Stadt aufgestellt sind, auseinandersetzen soll.

Bei einem Bummel zu den Skulpturen in der Friedberger Innenstadt bekommt man den Kopf frei für neue Gedanken, rät Rose Maier Haid.
Bild: Edigna Menhard

Maier Haid hat sich der zeitgenössischen Kunst verschrieben. Sie findet, dass Friedberg viel zu sehr unter dem historischen Gesichtspunkt betrachtet werde, gerade jetzt mit der Landesausstellung. Dabei gibt es viel Modernes innerhalb der alten Stadtmauer zu entdecken.

In Friedberg gibt es viel zu entdecken

Die Werke stammen zum größten Teil von den Skulpturenpfaden, die Maier Haid alle paar Jahre organisiert. Diese Events sind stets eine besonders interessante Zeit für die Künstlerin, weil die Menschen dann Tag und Nacht Kunst suchen, schimpfen, aber auch begeistert sind. Genauso muss es sein: „Zeitgenössische Kunst muss mutig sein, muss Neues wagen, muss zum Nachdenken anregen“, sagt sie.

Einige der auf den Skulpturenpfaden gezeigten Kunstwerke hat die Stadt gekauft und in ganz Friedberg verteilt – die gilt es zu suchen. Am besten geht man von der Innenstadt aus die Stadtmauer entlang Richtung Wittelsbacher Schloss. Dort wird man schnell mit einem wunderbaren Ausblick auf Augsburg belohnt, daneben der „Friedwärts“-Schriftzug des Derchingers Tobias Freude. Maier Haid erzählt, dass sie dem Künstler das Wort gegeben und er es in Stein gehauen habe. Von außerhalb der Stadt wirke das Buchstabenwerk ein bisschen wie der Hollywood-Schriftzug in Los Angeles.

Ein Spaziergang zu moderner Kunst in alten Friedberger Stadtmauern.
Video: Edigna Menhard

Ein paar Schritte weiter kommt man zum „Gedächtnis der Mauer“, das mit Briefkästen festgehalten wird. 14 Klappen zur Stadtgeschichte hat Herbert Kretschmer in die Stadtmauer gesetzt. Wer sie aufklappt, wird über bedeutende Ereignisse informiert, wie das Schwedenmassaker 1632, als die Stadt niedergebrannt wurde, aber ebenso über den Friedbär, der 1995 ausgegraben wurde. Weitere Kunstwerke finden sich rund um das Schloss, im Stadtpark, in der Ludwigstraße, am Bahnhof, überall – man muss nur die Augen offen halten.

Ausflugstipp: Kunstsuche mit Shoppingtour verbinden

Ein Tipp von Maier Haid ist, die Kunstsuche an einem Samstag mit einer Shoppingtour zu verbinden. Für die Künstlerin selbst sei es allerdings wohltuender, wenn sie an einem ruhigen Sonntag mitten auf der Straße schlendern kann. Dann fühle sie sich endlich genauso wichtig wie ein Auto, vielleicht sogar wichtiger. Ihr selbst fallen dann auch kreative Ideen ein wie die Bächleswanderung: Bei diesem neuen Projekt möchte sie mit einer Gruppe in Wathosen durch die Ach wandern – so weit, wie man eben kommt. „Wir laufen gegen den Strom. Schritt für Schritt, es ist steinig und glitschig. Wir kommen nur langsam vorwärts. Wir beobachten das Getier, zeichnen vielleicht in einen Skizzenblock, vielleicht hören wir auch nur dem Wasser zu. Das wird vielleicht der erlebnisreichste Tag in Friedberg“, überlegt sie.

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