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Region Augsburg

29.11.2018

Autoknacker von Dasing blockierte Schlösser per Funk

Per Funk blockierte der Täter den Schließmechanismus der Fahrzeuge.
Bild: Uli Deck, dpa (Symbolfoto)

Am Dasinger Bauernmarkt ertappten die Beamten einen Serien-Autoaufbrecher. Jetzt wissen sie auch, wie er vorging, ohne Spuren zu hinterlassen.

Ein mutmaßlicher Serientäter, der seit Anfang Oktober aus geparkten Autos Wertgegenstände stahl, ist am Dienstag in Augsburg festgenommen worden. Das teilte die Friedberger Polizei mit. Eine Häufung der Straftaten geschah auf dem Parkplatz beim Bauernmarkt in Dasing, in einem Fall auch vor einem Discounter in Friedberg. Der Dieb erbeutete dort bei sieben Aufbrüchen insgesamt rund 5000 Euro.

Wie die Polizei angab war das Besondere an den Vorfällen, dass sich die Opfer jeweils felsenfest sicher waren, ihre Autos mittels der Funkfernbedienung verschlossen zu haben. Dennoch fehlten Arbeitstaschen, Rucksäcke und Geldbeutel. Der Verdacht erhärtete sich, dass ein Serientäter sein Unwesen treibt und mittels einer elektronischen Vorrichtung in die Pkw gelangt. Zielgerichtet hatte er es auf Bargeld und EC-Karten abgesehen, denn Laptops und Handys ließ er liegen.

Vom Bauernmarkt Dasing in die City-Galerie Augsburg

Mittels polizeilicher Maßnahmen sei es den Beamten gelungen, Zug um Zug einen Tatverdächtigen zu ermitteln und diesen zu beobachten: Wiederholt fuhr er auf den Parkplatz des Bauernmarktes in Dasing, parkte dort, blieb in seinem Auto sitzen, beobachtete das Umfeld und lief umher, wobei er auch gezielt in geparkte Autos sah.

In dieser Woche nun überschlugen sich die Ereignisse, so die Polizei. Der Tatverdächtige öffnete am Dienstagmittag einen Pkw, der auf dem Parkplatz des Bauernmarktes geparkt war, und durchsuchte den Innenraum. Sodann fuhr er mit seinem Auto nach Augsburg-Lechhausen und parkte dort auf Stellflächen eines Baumarktes in der Südtiroler Straße. Hier öffnete er einen weiteren Wagen und durchsuchte ihn. Dann fuhr er in das Parkhaus der City-Galerie im Augsburger Zentrum weiter. Auch hier suchte er sich ein Auto aus und durchwühlte dessen Innenraum.

Möglicherweise ist der Mann für weitere Taten in Augsburg verantwortlich

In diesem Moment schlugen die Polizisten zu und nahmen den 40-Jährigen vorläufig fest. Sein Auto wurde beschlagnahmt und abgeschleppt, das vorgefundene Diebesgut sichergestellt. Wie sich herausstellte, wohnt der Täter nicht an seiner gemeldeten Adresse in Augsburg, hierbei handelt es sich laut Polizei um einen Scheinwohnsitz, auf den auch sein Pkw zugelassen war. Bei der Vernehmung mit Dolmetscher gab nach Angaben der Beamten nur die Taten zu, die man ihm nachweisen konnten, zu anderen Vorwürfen schwieg er vehement. Durch die Staatsanwaltschaft wurde ein Untersuchungshaftbefehl beantragt, den der Ermittlungsrichter in Vollzug setzte. Nun werden alle ähnlichen Fälle im Großraum Augsburg abgeklärt, ob hier auch der festgenommene 40-Jährige als Täter in Frage kommt.

Die Polizei Friedberg geht davon aus, dass der Dieb folgendermaßen vorging: Er beobachtete ahnungslose Menschen, die ihr Auto parkten und mit der Funkfernbedienung im Weggehen vermeintlich abschlossen. Tatsächlich blockierte der Täter jedoch durch Auslösen eines Funksignals den Schließmechanismus der Fahrzeuge. Wenn er sich sicher war, dass die Opfer im Bauernmarkt verschwunden waren, ging er unauffällig zu den Autos, öffnete eine der unversperrten Türen und bediente sich an den Wertsachen.

Information Die Polizei Friedberg rät, zum Schutz vor Pkw-Aufbrüchen keine sichtbaren Wertgegenstände im Fahrzeuginneren aufzubewahren. Auch beim Verschließen mit der Funkfernbedienung sollten sich Autofahrer wirklich davon überzeugen, dass der Mechanismus ausgelöst hat. (FA)

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