1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. BRK-Laden: Von der Kleiderkammer zur Boutique

Friedberg

23.05.2019

BRK-Laden: Von der Kleiderkammer zur Boutique

Jeans sind in - und der BRK-Kleiderladen auch. Bei einer Modenschau präsentierten Ehrenamtliche, was das Second-Hand-Geschäft in Friedberg zu bieten hat.

Vor fünf Jahren eröffnete das Rote Kreuz sein Second-Hand-Geschäft „Anziehend“ in Friedberg. Der Laden mit Waren aus zweiter Hand boomt.

Wo kauft Bürgermeister Roland Eichmann seine Robe für den Opernball und wo geht Landrat Klaus Metzger hin, wenn er einen neuen Anzug braucht? Es ist nicht verbürgt, dass sich die Politiker ihre Garderobe tatsächlich im Rotkreuz-Kleiderladen „Anziehend“ besorgen. Fest steht jedoch, dass das Angebot durchaus da ist und dieses weit über Maßanzug und Business-Outfit hinaus geht. Und zudem gibt es alles zu besten Preisen, denn die Waren dort sind aus zweiter Hand. Wie vielfältig das Sortiment in Friedbergs Second-Hand-Laden ist, davon konnten sich die vielen Gäste bei der Modenschau anlässlich des fünften Geburtstags überzeugen.

Seit der Ladeneröffnung am 22. Mai 2014 hat sich das Geschäft zum beliebten Einkaufsziel für Kleidung und Accessoires aus zweiter Hand entwickelt. Mit auf dem Laufsteg waren neben ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen auch Bürgermeister und Landrat sowie der BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Erdin – und sie machten zusammen mit den Models auf dem roten Teppich eine gute Figur.

Egal ob man sich zum Wandern, für Wellness oder Sport, für die Freizeit, den Strandurlaub oder eben für die Opern-Gala ausrüsten will, immer lohnt sich ein Blick in den Kleiderladen in der Ludwigstraße. Alle Kleidungsstücke und Accessoires, die in der Modenschau präsentiert wurden, sind Waren, die von Friedbergern abgegeben werden.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Viele München-Pendler geben Designer-Artikel ab

„Wir haben viele München-Pendler, die sich in der Stadt einkleiden, und die geben auch wirklich hochwertige Ware bei uns ab“, hat Mitarbeiterin Hannelore Dengler beobachtet. „Vom Boss-Anzug bis zur Escada-Handtasche kommt hier täglich Neues rein, und so haben wir auch viele Kunden, die nahezu täglich bei uns vorbeischauen, um ein Schnäppchen zu machen.“

Seit dem Umzug im Januar vergangenen Jahres von der Bauernbräustraße in die Ludwigstraße mit rund 80 Quadratmetern Verkaufsfläche findet der Second-Hand-Laden noch mehr Beachtung. „Die Kundenfrequenz hat sich erhöht und der Umsatz stieg um rund 30 Prozent“, freut sich Claudia Bayer vom Bayerischen Roten Kreuz. Diesem kommt der Erlös für soziale Arbeit zugute. „Unser Geschäft lebt von Kleiderspenden aus der Bevölkerung. Die Leute kommen wirklich in hoher Zahl und mit meist guter Qualität“, lobt die BRK-Mitarbeiterin.

Die einstige Friedberger Kleiderkammer hat sich gemausert

Längst haben sich die einstigen Kleiderkammern im Keller, in denen sich Bedürftige verschämt mit Waren eindeckten, zu Boutiquen in bester Lage gemausert. Das Angebot wird inzwischen nicht mehr nur von Menschen mit kleinem Geldbeutel genutzt, sondern auch von kostenbewussten Kunden oder Menschen, die auf Nachhaltigkeit Wert legen. „Ein nettes Lädchen in Friedbergs Städtchen“ eben, wo es „Chic und Charme für wenig Geld für Frau und Mann von Welt“ gibt. So dichteten die Kräuterweiber, die ein Geburtstagsständchen aufgeführt haben.

Zum Jubiläum verkaufte Hannelore Dengler vor dem Laden Tücher aus einem Koffer.

Einige von ihnen sind selbst Mitarbeiterinnen des Ladens. 50 Frauen gehören mittlerweile zum Stamm der Ehrenamtlichen, die im Wechsel täglich mit Enthusiasmus und Freude die eingehenden Waren sichten, sortieren, auszeichnen und präsentieren, ganz im Sinn des Grundsatzes „Mode von Mensch zu Mensch“.

„Ohne unsere Helferinnen geht gar nichts. Sie halten den Laden in Schwung“, betonte BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Erdin. A propos Schwung: Im Dress für die Operngala fühlte sich Bürgermeister Robert Eichmann so beschwingt, dass er zusammen mit seiner Modelpartnerin gleich einen Walzer auf den roten Teppich legte. Und auch Landrat Klaus Metzger, der gestern ebenso wie der Second-Hand-Laden seinen Geburtstag feierte, schien sich in seinem dunklen Maßanzug wohl zu fühlen.

Lesen Sie den Kommentar: Second Hand ist in Friedberg groß in Mode

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren